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Thema: FAR Rückgabe ohne Originalverpackung - Wertersatz

  1. #1
    Major Avatar von grigi
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    Standard FAR Rückgabe ohne Originalverpackung - Wertersatz

    Hier steht
    Umtausch-Originalverpackung
    Wollen Kunden Ware wegen Nichtgefallens zurückgeben, ist es dagegen die Entscheidung des Händlers, ob er auf einen Umtausch ohne Verpackung eingeht.
    Das kann nicht stimmen - denn FAR privilegiert auch jenes Kundenvolk dessen erste Amtshandlung in der Entsorgung/Zerstörung der Hersteller Originalverpackung besteht.
    Schließlich laut deutscher Rechtssprechung ist es dem Onlinekäufer nicht zumutbar die Herstellerkartonage wenigstens solange aufzuheben bis seine Warenprüfung und Kaufentscheidung abgeschlossen ist. Bei Nichtgefallen schickt er den benutzen Krempel einfach nackig in Zeitungspapier eingewickelt zum Händler zurück und verlangt den vollen Kaufpreis.

    Die rätselhafte Korrektur folgt am Ende des Textes.
    Auch beim Umtausch einer ansonsten fehlerfreien Ware sei nicht in jedem Fall eine intakte Originalverpackung notwendig. Fehlt nur die Umverpackung, muss der Händler einen Umtausch akzeptieren, wenn er seinen Kunden das Recht auf Umtausch eingeräumt hat.
    a) Fehlt nur die Umverpackung - Was ist eine Umverpackung?
    b) sei nicht in jedem Fall eine intakte Originalverpackung notwendig - Nicht in jedem Fall? Es gibt Ausnahmen?

    Ist mit Umverpackung nun der Versandkarton des Händlers gemeint oder die bunte Herstellerverpackung.
    Wie immer bei derartig kniffligen Fragen kommt es scheinbar auf jedes einzelne Wort an.
    Nun hat der Gesetzgeber die Händlerzunft nicht ganz wehrlos gemacht. Es gibt noch das mehr oder weniger scharfe Schwert des Wertersatz.

    Für die Verschlechterung der Sache und für gezogene Nutzungen müssen Sie Wertersatz nur leisten, soweit die Nutzungen oder die Verschlechterung auf einen Umgang mit der Sache zurückzuführen ist, der über die Prüfung der Eigenschaften und der Funktionsweise hinausgeht. Unter "Prüfung der Eigenschaften und der Funktionsweise" versteht man das Testen und Ausprobieren der jeweiligen Ware, wie es etwa im Ladengeschäft möglich und üblich ist.
    Das klingt doch eindeutig?
    König Kunde kann nicht in das Ladengeschäft gehen, zwei Mainboards auspacken und die Kartons zerstören.
    Dann die Mainboards bulk ins Regal zurücklegen und unbehelligt das Geschäft verlassen.
    Man wird ihn zur Rede stellen und Ersatz verlangen.

    Warum also soll gleiche Maßstäbe nicht auch bei einem Onlinekäufer gelten.
    Nackte Grafikkarte im Eierkarton, Mainboard in Frischhaltefolie führt bei FAR Rücksendung wegen Nichtgefallen zu Wertersatz auch wenn das Zeug noch anstandslos funktionieren sollte. 10% Wertersatz dürften fast noch zu wenig sein, da sich FAR Bulkware nur noch mit saftigen Preisnachlass absetzten lässt.

  2. #2

    Standard

    Grigi - du weisst doch, wenn du bei sowas Fragen ins Forum stellst, dauert es nicht lange und ich bin am Recherchieren


    Auf der Seite steht:

    Umtausch nur mit Originalverpackung

    Kunden haben das Recht, einen Artikel, der Mängel aufweist, zurückzugeben. Will ein Kunde ein fehlerhaftes Produkt umtauschen, muss der Händler die Ware selbst dann zurücknehmen, wenn die Verpackung fehlt. Wer dieses Recht ausschließt, verstößt gegen das AGB-Gesetz. Schließlich muss der Kunde die Möglichkeit haben, das Produkt anzusehen bzw. auszuprobieren. Ansonsten kann er nicht feststellen, ob die Ware fehlerfrei ist.

    Wollen Kunden Ware wegen Nichtgefallens zurückgeben, ist es dagegen die Entscheidung des Händlers, ob er auf einen Umtausch ohne Verpackung eingeht. Ein pauschaler Hinweis in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB), wonach der Kunde beschädigte, fehlerhafte oder defekte Ware originalverpackt vorlegen muss, ist unwirksam.

    Eine fehlerhafte Ware darf auch ohne Originalverpackung zurückgebracht werden. Auch beim Umtausch einer ansonsten fehlerfreien Ware sei nicht in jedem Fall eine intakte Originalverpackung notwendig. Fehlt nur die Umverpackung, muss der Händler einen Umtausch akzeptieren, wenn er seinen Kunden das Recht auf Umtausch eingeräumt hat
    Und alles was da steht ist so völlig richtig und gleichzeitig so falsch, dass es einem die Nackenhaare aufstellt. Ich zerpflück das nochmal für alle:

    Umtausch nur mit Originalverpackung

    Kunden haben das Recht, einen Artikel, der Mängel aufweist, zurückzugeben. Will ein Kunde ein fehlerhaftes Produkt umtauschen, muss der Händler die Ware selbst dann zurücknehmen, wenn die Verpackung fehlt. Wer dieses Recht ausschließt, verstößt gegen das AGB-Gesetz. Schließlich muss der Kunde die Möglichkeit haben, das Produkt anzusehen bzw. auszuprobieren. Ansonsten kann er nicht feststellen, ob die Ware fehlerfrei ist.
    Juristendeutsch - Umtausch hat rein garnichts mit Rückgabe zu tun. Der Kunde hat innerhalb von 14 Tagen das Recht, einen Artikel zurückzugeben, wenn nach Fernabsatzrecht (dazu zählen bspw. auch Haustürengeschäfte) gekauft wurde. Ob der Artikel dabei fehlerhaft ist oder nicht, spielt absolut keine Rolle. Nach 14 Tagen hat der Kunde dieses Recht nicht mehr, egal ob fehlerhaft oder nicht!

    Erhalten bleibt das Recht jedoch, wenn eine zugesicherte Eigenschaft fehlt. kauft man ein Mainboard mit FW-Anschluss und stellt nach 8 Wochen fest, dass der Anschluss nicht vorhanden ist, kann man Wandelung, Minderung, Nachbesserung oder Rücktritt verlangen.
    Ist der Artikel defekt, hat man Anspruch auf Wandelung, Minderung oder Nachbesserung. Bei fruchtloser Nachbesserung in 3 Fällen hat der Kunde Anspruch auf Rücktritt vom Kaufvertrag. In keinen dieser Fälle spricht der Gesetzgeber auch nur einmal von Originalverpackung. Wie grigi schon sagte, ist es dem Kunden auch nicht zumutbar, die OVP für 2 Jahre (oder womöglich länger) aufzuheben.

    Wollen Kunden Ware wegen Nichtgefallens zurückgeben, ist es dagegen die Entscheidung des Händlers, ob er auf einen Umtausch ohne Verpackung eingeht. Ein pauschaler Hinweis in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB), wonach der Kunde beschädigte, fehlerhafte oder defekte Ware originalverpackt vorlegen muss, ist unwirksam.
    Klare Sache: RAM im Eierkarton oder Mainboard in Zewa eingewickelt wird abgelehnt wegen mögl. Transportschäden aufgrund fehlender OVP. Kaufst du einen 3pol-4pol-Molex-Adapter in nem Blister, ist nach dem Öffnen/Prüfen der BLister ohnehin zerstört, die Ware leidet nicht während des Transportes. Hier liegt die Entscheidung also tatsächlich beim Händler. Eine Pauschalisierung untersagt der Gesetzgeber, da eben nicht jeder Onlinehändler nur Mainboards verkauft.

    Eine fehlerhafte Ware darf auch ohne Originalverpackung zurückgebracht werden. Auch beim Umtausch einer ansonsten fehlerfreien Ware sei nicht in jedem Fall eine intakte Originalverpackung notwendig. Fehlt nur die Umverpackung, muss der Händler einen Umtausch akzeptieren, wenn er seinen Kunden das Recht auf Umtausch eingeräumt hat
    Ebenfalls logisch, das sbei Produktfehlern die OVP nicht benötigt wird. Kann repariert werden, erhält der Kunde die Ware ja wieder. Wird nicht repariert, ist das Produkt ohnehin nicht mehr flott zu kriegen und landet im Müll. Wofür also hier die OVP.
    Klar ist aber, wer ein Mainboard ohne OVP in Zewa eingewickelt einsendet, verliert jeglichen Anspruch auf Gewährleistung. Wer wissen will warum, schaue auf www.dau-alaram.de

    Nun zu deinen Ausführungen grigi:

    Zitat Zitat von grigi Beitrag anzeigen
    Hier steht
    Umtausch-Originalverpackung

    Das kann nicht stimmen - denn FAR privilegiert auch jenes Kundenvolk dessen erste Amtshandlung in der Entsorgung/Zerstörung der Hersteller Originalverpackung besteht.
    Schließlich laut deutscher Rechtssprechung ist es dem Onlinekäufer nicht zumutbar die Herstellerkartonage wenigstens solange aufzuheben bis seine Warenprüfung und Kaufentscheidung abgeschlossen ist. Bei Nichtgefallen schickt er den benutzen Krempel einfach nackig in Zeitungspapier eingewickelt zum Händler zurück und verlangt den vollen Kaufpreis.
    Und jeder Händler empfindlicher Ware wird die Annahme verweigern. Wenn das Mainboard ankommt wie wenn man mit dem Auto drüber gefahren wäre, geht dies über eine reine Überprüfung hinaus. Der Händler beruft sich auf das FAR und kann die Annahme rechtmässig verweigern. Wär ja noch schöner sonst

    Zitat Zitat von grigi Beitrag anzeigen
    Die rätselhafte Korrektur folgt am Ende des Textes.


    a) Fehlt nur die Umverpackung - Was ist eine Umverpackung?
    b) sei nicht in jedem Fall eine intakte Originalverpackung notwendig - Nicht in jedem Fall? Es gibt Ausnahmen?


    Ist mit Umverpackung nun der Versandkarton des Händlers gemeint oder die bunte Herstellerverpackung.
    Wie immer bei derartig kniffligen Fragen kommt es scheinbar auf jedes einzelne Wort an.
    Nun hat der Gesetzgeber die Händlerzunft nicht ganz wehrlos gemacht. Es gibt noch das mehr oder weniger scharfe Schwert des Wertersatz.
    Eine Umverpackung ist der Originalkarton. Die einzelnen Bestandteile sind verpackt (eingeschweist, im Blister, kleiner Karton usw.) und außen rum ist ein größerer karton, daher Umverpackung. Der karton zum Versenden (sofern vorhanden) steht in keiner Verbindung zu Bestellung, Produkt oder irgendwelchen Rechten & Fplichten. Außerdem zitierst du die Passagen aus Bereichen mit ückgabe gem. FAR und Einsenden aufgrund von Produktfehlern - einzig und allein deswegen, weil dies auf der von dir zitierten Seite absolut wirr durcheinander geschrieben wurde. Wertersatz bezieht sich hier wieder nur auf das FAR, der Umtausch ohne OVP an der zitierten Stelle nur auf Umtausch wegen Produktfehlern, also kein Rücktritt nach FAR. Zwei paar Stiefel

    Zitat Zitat von grigi Beitrag anzeigen
    Das klingt doch eindeutig?
    König Kunde kann nicht in das Ladengeschäft gehen, zwei Mainboards auspacken und die Kartons zerstören.
    Dann die Mainboards bulk ins Regal zurücklegen und unbehelligt das Geschäft verlassen.
    Man wird ihn zur Rede stellen und Ersatz verlangen.
    Wird wohl jeder Händler machen - und wenn der Händler nicht locker lässt, droh ich ihm mit der Polizei, dem Verbraucherschutz und der Gewerbeaufsicht, denn hier bin ich als Kunde völlig im Recht. Das Öffnen der Verpackung stellt keinen Wertverlust dar. Als Kunde bin ich nicht verpflichtet, die Waren wieder zurück in den Karton zu legen. Das Recht zum Öffnen muss ich haben, denn wie sonst soll ich die Ware in Augenschein nehmen um sie zu prüfen. Im Ladengeschäft habe ich ja keine Möglichkeit, die Ware (wie bei FAR) nach 14 Tagen zurückzugeben. Oftmals ist es aber garnicht möglich, die Verpackung ohne Beschädgung zu öffnen. Und wenn ich den Karton aufreiss um das Produkt anzusehen - no chance für den Händler da Ansprüche gelten zu machen. Denn das Produkt bestelt aus allen im Bereich "Lieferumfang" genannten Teile. Noch nie stand da irgendwas von "schicker, bunter Karton zur Aufbewahrung und zum Transport". Die Umverpackung (da haben wir es wieder) ist somit nicht bEstandteil des Artikels; wird die OVP beschädigt, kann der Artikel trotzdem als neu verkauft werden und es gibt keinen Wertverlust. Kein Wertverlust = keine Ansprüche. Wohl aber wird dir jeder Händler Hausverbot erteilen, wenn du jeden Tag einen Karton im Laden zerfetzt und beim Rausgehen die Tetrismelodie pfeiffst.

    Zitat Zitat von grigi Beitrag anzeigen
    Warum also soll gleiche Maßstäbe nicht auch bei einem Onlinekäufer gelten.
    Was die OVP betrifft, so ist dies der Fall. Allerdings sind es zwei unterschiedliche Geschäfte mit nutersch. Vorgaben. Ein Eierkarton ist keine geeignete Verpackung, um RAm per Post zu versenden. ich kann aber sehr wohl zwei RAM-Riegel neben mich auf den Beifahrersitz legen und so zum MM/Saturn fahren, die mir dann erst ans Bein pinkeln wollen und bei der Nachfrage nach dem Geschäftsführer zähneknirschend den Artikel zurücknehmen. Der Onlinehändler hingegeben wird angeben, dass ein Eierkarton den Fall aus 1m Höhe nicht unbeschadet überstehen wird - Annahme verweigert oder Werterseatz (eher ersteres).


    Zitat Zitat von grigi Beitrag anzeigen
    Nackte Grafikkarte im Eierkarton, Mainboard in Frischhaltefolie führt bei FAR Rücksendung wegen Nichtgefallen zu Wertersatz auch wenn das Zeug noch anstandslos funktionieren sollte. 10% Wertersatz dürften fast noch zu wenig sein, da sich FAR Bulkware nur noch mit saftigen Preisnachlass absetzten lässt.
    Ich würde als Händler den Eierkarton bildlich dokumentieren, die Ware umverpacken (in einen Versandkarton), anständig transportieren lassen (Antistatikfolie, Luftpolsterfolie usw.) und dem Kunden nen saftigen Brief reinlegen, dass er bei erneutem Einsenden derartiger Ware mit einer Gebühr (Versand, Verpackung, Bearbeitungsgebühr,...) zu rechnen hätte. Aus Kulanz sei dieses mal drauf verzichtet worden und der artikel auf meine Kosten zurückgesendet worden. Annahme verweigert. Jeder Richter wird dir dafür Recht geen. Als Händler ist man meistens der Depp - aber nicht immer!
    Gruß OBs

    ---------

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