Diary of the Dead
USA 2007

Jason ist Filmstudent und dreht zusammen mit seinem Professor und einigen Kommilitonen einen Low Budget Horrorfilm in einem Waldstück. Die Arbeiten werden je unterbrochen, als im Radio die Meldung kommt, das Tote wieder auferstehen würden um die Lebenden zu töten. Eine nationale Katastrophe zeichnet sich ab. Sofort treten die Filmstudenten zusammen mit dem Professor die Heimreise an. Doch auf der Heimfahrt müssen sie feststellen, dass die Toten bereits das Land überrollt haben. Straßen, Krankenhäuser und Farmen bieten keinen sicheren Schutz mehr und die kleine Gruppe muss um ihr Überleben kämpfen.

Diary of the Dead ist der fünfte Teil der Dead - Reihe von George A. Romero, während er im Prinzip damit den Anfang seiner Reihe, die mit Night of the Living Dead in den 60ern begann nocheinmal neu erzählt. Er projeziert seine damalige Geschichte in unser aktuelles Medienzeitalter und wendet hierbei das anfänglich etwas befremdlich wirkende Stilmittel der subjektiven Kamera an. Der Zuschauer bekommt die Geschichte nur über die Kamera des Protagonisten präsentiert. Fällt diese aus, kann es sein, dass auch aus der Sicht der Handykemera weiter gefilmt wird. Im weiteren Verlauf der Geschichte finden die Studenten eine zweite Kamera, über der dann eine zusätzliche Perspektive entsteht, der Film einwenig spielfilmhafter wirkt und den Dokumentarcharkter wieder verloren geht.

Jason versucht hierbei eine Art Dokumentation oder auch Videotagebuch zu erstellen. Die Clips läd er dann regelmäßig im Internet hoch, damit sie für alle verfügbar sind. Zumindest für diejenigen, die noch Strom haben und zwischen den Zombiattacken Zeit finden, im Internet zu surfen. Wichtig scheint Jason nur noch das Einfangen der Geschehnisse und die daraus resultierenden Klicks im Internet zu sein. Dass dabei auch einige aus seinem Filmteam in Lebensgefahr geraten können ist ihm egal. So wird schonmal lieber auf einen Kampf zwischen einem Zombie und einem Mitglied seiner Gruppe mit der Kamera draufgehalte anstatt vielleicht helfend einzugreifen.

Faszinierend am Web 2.0 ist ja im Grunde, dass jeder die Möglichkeit geboten bekommt, kostengünstig und einfach eine große Anzahl von Menschen weltweit zu erreichen. Dementsprechend sprießen Blogs wie Pilze aus dem Boden, die Userzahlen auf diversen Videoportalen steigen astronomisch und jeder ist auf seine Art Journalist, Autor, Filmemacher, Superstar. Die Goldgräberstimmung ist groß, doch die Ernüchterung kann auch schnell folgen, wenn man feststellt, dass man genauso in der Vielzahl der Blogs und den anderen Usern untergeht, als wenn man es erst gar nicht unternommen hätte, auf diese Art und Weise an die Öffentlichkeit zu treten.

Ein ähnliches Problem hat hier Jason, das sich aber nur umkehrt. Er hat zwar eine hohe Anzahl an Besuchern, nur werden seine Videodokumente auf kurz oder lang im Nimbus verschwinden, wenn die Energieversorgung zusammenbricht und damit Server ausfallen und Computer nicht mehr nutzbar werden. Zudem wird sich die Zahl der Nutzer Tag für Tag weiter reduzieren, bis die Zombies alles vernichtet haben.

Jasons vermeintlicher Traum von einem ewigen Festhalten der Ereignisse ist somit schon gestorben bevor er eigentlich begonnen hat.

cu
Gargi