Ergebnis 1 bis 3 von 3

Thema: John Rambo - Filmreview

  1. #1
    Colonel Avatar von Gargi
    Registriert seit
    20.01.2006
    Beiträge
    11.618

    Standard John Rambo - Filmreview

    Rund 20 Jahren nach Rambo 3 bindet sich Sylvester Stallone wieder das Stirnband um und räumt im Dschungel gehörig auf. Wie in Rambo 3 zuvor den Afganistan Krieg thematisierend greift auch John Rambo aktuelle Kriegsgeschehnisse in Myanmar - besser bekannt als Burma - auf, und versucht deutlich drastischer als in seinem Vorgänger die Kriegsgeschehnisse in Bilder zu fassen. In Burma herrscht Kriegszustand. Berichten von Menschenrechtsorganisationen zufolge begeht die Regierung und die Armee Menschensrechtsverstöße wie Folter, Zwangsarbeit und Vergewaltigungen. Ebenso werden Dörfer geräumt um auch Kinder als Soldaten zu rekrutiert, die gegen Aufständische unter Zwang kämpfen müssen. Quelle: Myanmar – Wikipedia

    Rambo hat sich in Thailand als Schlangenjäger und Botsmann zurückgezogen. Als ein Missionarstrupp unter der Leitung von Dr. Michael Burnett und Sarah Miller Rambo darum bittet, sie mit dem Boot nach Burma zu fahren lehnt dieser zunächst vehement ab. Er lässt sich aber dennoch von Sarah breit schlagen und bringt diese in das Kriesengebiet, damit sie Medizin und Nahrung in ein Dorf bringen können. Nachdem Rambo einen Angriff von Flusspiraten mit Waffengewalt abwehrt und alle Piraten tötet, wollen die Missionare mit Rambo nichts mehr zu tun haben und schlagen sich alleine weiter auf den restlichen Weg zum Dorf durch. Als sie das Dorf erreicht und mit der medizinischen Versorgung kranker Bewohner des Dorfes begonnen haben, wird das Dorf von der Armee überfallen und die Einwohner brutal ermordert. Die Missionare werden gefangen genommen und in das Camp des grausamen birmanischen Major Tint gebracht.

    Kurz darauf informiert ein Geistlicher Rambo, dass die Missionare in die Hände der birmanischen Armee gefallen sind. Rambo macht sich zusammen mit einem kleinen Söldnerkommando auf dem Weg, die Gefangenen zu befreien. Hierbei erhält er Hilfe der birmanischen Karen Rebellen, die ihm in der blutigen Schlacht am Ende gegen den Kommandant Tint und seinen Millitärs zur Seite stehen.


    Man braucht denke ich nicht lange um den heißen Brei reden, Rambo ist in seiner unzensierten Fassung ein brutaler Spielfilm, der nun genau das zeigt, was man gerne seinen Vorgängern angedichtet hat. Gerade in den 6 minütigen Schlußkampf des Filmes werden trickteschnisch alle Register gezogen, weshalb wohl hierzulande die FSK eine Freigabe selbst für volljährige Zuschauer verweigerte und der Film für das Kino um rund eine Minute eingekürzt werden musste. Auf DVD wird der Film zudem in einer ungeschnittenen Fassung ohne einer FSK Freigabe neben der gekürzten Version erscheinen.

    Über die Frage, ob man diese Art von Gewalt und die Schrecken eines Krieges in der Form auf die Leinwand bringen muss kann man lange streiten. Sicherlich versucht man durch diese drastischen Bilder der Öffentlichkeit zu zeigen, wie es in derartigen Kriesengebieten wohl aussieht. Als das Dorf von den Millitärs überfallen wird, machen die Soldaten selbst vor kleinen Kindern keinen Halt und es wurde in aller Breite gezeigt, wie selbst diese getötet werden. Ein cineastisches Tabuthema, das sogar hartgesottene Zuschauer und Fans des Actiongenres aufrüttelt.

    In der Kinogeschichte sind solche schockierenden Bilder nicht wirklich neu. So erinnert mich gerade die Szenen beim Dorfüberfall an das Ende des damals in den 70ern umstrittenen Westerns “Wiegenlied vom Totschlag” mit Candice Bergen und Peter Strauss, als die Kavallerie, nachdem diese in einem Vergeltungsschlag alle Krieger eines Indianerstammes getötet haben das dazugehörige Dorf überfallen und Frauen und Kinder massakrierten. Auch hier musste der Zuschauer miterleben, wie dem Blutrausch verfallene Soldaten vergewaltigten und verstümmelten. Stellenweise ohne Abblendung und in der Totalen wurden diese Bilder eingefangen, die heute mit einer Freigabe von 16 Jahren zu sehen sind. Auch dieser Film basiert auf einer wahren Begebenheit.

    Parallelen zum Wiegenlied vom Totschlag werden auch dann deutlich, als gegen Ende Rambo zusammen mit den Söldnern und den Karen Wiederständlern den Trupp des Major Tint im wahrsten Sinne des Wortes vernichten. Ich erinnere mich noch sehr gut an die Szene, als Candice in der Rolle der Cresta das Indianer Massaker voller Entsetzen miterleben musste. Die Rolle der Sahra in Rambo macht das gleiche durch, als sie mitten im Feuergefecht am Boden kauernd und sich die Ohren zuhaltend das Töten mit ansieht.

    Rambo 3 ging was das dem Zuschauer Deutlichmachen der Umstände in einem Kriegsgebiet betrifft einen doch etwas dezenteren Weg. Hier führte ein Mitglied der Mudschahedin Rambo über einen afganischen Markt. An einem Zelt hingen Beinprotesen für Kinder. Der Mudschahedin erklärte Rambo, dass Bomben als Spielzeug getarnt den Kindern oftmals zum Verhängnis werden. Was sich hier der Zuschauer noch vor dem geistigen Auge selbst vorstellen musste wird dann 20 Jahre später doch deutlicher in Szene gesetzt. Welcher Weg wohl der bessere ist, um in einem Spielfilm eine derartige Thematik dem Zuschauer zu vergegenwärtigen und nachhaltig zu verinnerlichen bleibt im Grunde offen. Hier muss man sein eigenes Bild machen, und für sich entscheiden, ob man dies in jener expliziten Form sehen möchte.

    Abschließend kann man sagen, dass der Film durchaus gelungenes Actionkino ist, wobei die Vermutung nahe liegt, dass man durch die skandalträchtigen Gewaltbilder eine gewisse Öffentlichkeitswirkung erzielen wollte. Sicherlich auch, um auf dem Wege des Spielfilmes die Schrecken die sich in Burma ereignen einer so großen Anzahl an Menschen wie möglich weltweit zu zeigen, wie es wohl auch seinerzeit bei Rambo3 die grundlegende Intention gewesen sein soll. Auf der anderen Seite versuchte man sicherlich auch gerade über eine entsprechende Presse für eine hohe Besucherzahl und damit verbundene Einspielergebnisse zu sorgen. Ob das bei der eh zum cineastischen Kult herangewachsenen Figur Rambo wirklich notwendig gewesen ist bleibt fraglich, denn schließlich hat es Rambo sogar schon zu einem eigenen Eintrag im deutschen Duden gebracht. Das muss ihm erstmal einer nachmachen!

    [pk]

  2. #2

    Standard

    Wenn Gewalt übertrieben dargestellt wird besteht durchaus die Möglichkeit, dass sie ihren Schrecken verliert. Das Verstörende für mich war die Tatsache, dass es in Myanmar vermutlich wirklich teilweise so zugeht und deswegen fand ich die Szenen so schlimm, als die Bevölkerung durch die Minen im Reisfeld gejagt wurden.
    Gott erhalte uns die Freundschaft. Man möchte beinah glauben, man sei nicht allein. - Kurt Tucholsky

  3. #3
    Colonel
    Themenstarter
    Avatar von Gargi
    Registriert seit
    20.01.2006
    Beiträge
    11.618

    Standard

    Ich fand die Szenen mit den Kindern schlimm. Nur wird im Krieg leider auch nicht vor den Kindern Halt gemacht. Das hat mich ziemlich runter gezogen.

    cu
    Gargi

Aktive Benutzer

Aktive Benutzer

Aktive Benutzer in diesem Thema: 1 (Registrierte Benutzer: 0, Gäste: 1)

Ähnliche Themen

  1. Rambo 4
    Von Pommbear im Forum Movietalk
    Antworten: 83
    Letzter Beitrag: 06.07.2008, 15:11
  2. John "maddog" Hall zum Thema Energieverbrauch
    Von Gargi im Forum Linux & Mac OS
    Antworten: 0
    Letzter Beitrag: 03.05.2007, 10:37

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •