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Thema: Tal der Wölfe - Irak

  1. #1
    Colonel Avatar von Gargi
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    Standard Tal der Wölfe - Irak

    Türkei, 2006 // Regie: Serdar Akar

    Darsteller: Gary Busey, Kenan Çoban, Spencer Garrett, Ghassan Massoud,Tito Ortiz, Necati Sasmaz, Diego Serrano, Erhan Ufak, Gürkan Uygun, Billy Zane

    DVD Koch Media (Single Disc und 2 Disc Edition)
    FSK: Keine Jugendfreigabe

    2003 in den Wirren des Irak-krieges kommt es zur sogenannten "Sack-Affaire". Ein Trupp türkischer Soldaten wird von den sonst befreundeten Amerikaner eingekesselt und gefangen genommen. Die Soldaten werden wie Schwerverbrecher mit Säcken über den Köpfen abtransportiert. Um die Ehre für das türkische Millitär wieder herzustellen, versucht der türkische Geheimdienstler Polat an den befehlshabenden amerikanischen Geheimdienstmitarbeiter Sam Marshall heran zu kommen. Das Vorhaben: Ihm einen Sack über den Kopf zu ziehen und das von der Presse fotografieren zu lassen. Die Rechnung geht allerdings nicht auf und Polat wird der Gejagte der amerikanischen Truppen. Auf einer irakischen Hochzeit kommt es zu einer blutigen Auseinandersetzung zwischen den Amerikanern und den Muslimen. Viele Hochzeitsgäste werden von den Amerikanern festgenommen und in ein Gefangenenlager gebracht, wo ein durchgeknallter Millitärarzt den Gefangenen Nieren transplantiert um diese ins Ausland zu verkaufen. Die Braut des bei den Massaker umgekommenen Bräutigam schwört Rache und tut sich mit Polat zusammen, um den grausamen Oberbefehlshaber Marshall das Handwerk zu legen.

    Der türkische Film Tal der Wölfe hat letztes Jahr für sehr viel Aufsehen gesorgt. Rufe auch seitens der Politik für ein Verbot wurden laut, da dem Film antimerikanismus, Rassenhass und Antisemetismus vorgeworfen wird. Sich hier über mögliche Propaganda auszulassen würde sicherlich eine Kurzbesprechung des Filmes sprengen. Tatsächlich ist es so, dass der Film wie allerdings auch bei amerikanischen Produktionen eine starke "schwarz-weiß" Zeichnung zu erkennen ist. Nur dass die Rolle der Bösen nun die Amerikaner im Film übernehmen. Dennoch spricht sich der Film an vielen Stellen gegen Gewalt aus und versucht auch über das Medium "Film" vermutlich klar zu stellen, dass der Islamismus und der Koran nicht für gewalt und Mord steht, sondern auch eine Religion des Friedens ist. Terroranschläge werden konsequent abgelehnt und in einer Rede eines Scheichs regelrecht verdammt. Dennoch wird ein Selbstmordanschlag in aller epischen Breite gezeigt um zu verdeutlichen, dass solche Aktionen nur die Leid über unschuldige bringt und damit keinen gedient ist.

    Von daher denke ich, ist es falsch zu behaupten, dass der Film zu derartigen Taten aufstacheln könnte. Jeder, der diesen Film gesehen hat wird denke ich Krieg in jeglicher Form ablehnen, denn Krieg ist nunmal eine Sache, die nicht nur Soldaten betrifft, sondern dabei auch die Zivilbevölkerung der Leidtragende ist. Entweder weil Frauen und Kinder dabei sterben müssen, oder weil Soldaten nicht mehr zu ihren Familien heimkehren.

    Auf der anderen Seite arbeitet Tal der Wölfe sicherlich mit einigen Vorurteilen, die die Sache zwischen dem Westen und der muslimischen Welt nicht unbedingt entspannen lässt. Nur denke ich muss der Westen auch diese Art der Kritik ertragen können. Ein Verbot wäre allerdings sicherlich der falsche Weg.

    Tal der Wölfe wurde ursprünglich von der FSK ab 16 freigegeben. Nur befürchtete man, dass bei Jugendlichen in dieser Altersgruppe eine soziale Desorientierung durch den Film passieren könnte. In einem revisionsverfahren wurde dann die Freigabe auf "Keine Jugendfreigabe" (= ab 18) hochgesetzt. Die Begründung des Appelationsausschusses kann man hier nachlesen: FSK - Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft

    cu
    Gargi

  2. #2
    Major General Avatar von SethOS
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    Standard

    Ich stelle mir den wirklich sehr hart vor, auf Dein anraten werde ich ihn mir sicherlich irgendwann mal ansehen (so Grundverschieden sind unsere Geschmäcker ja nicht). Hätte ihn aufgrund einiger Reviews anders eingeschätzt und ihn mir nicht angesehen (mir kam es extrem Menschenverachtend vor, was Du ja aber revidieren konntest).

    Ist eine harte Thematik...
    "Prophet!" said I, "thing of evil - prophet still, if bird or devil!
    By that Heaven that bends above us - by that God we both adore -
    Tell this soul with sorrow laden if, within the distant Aidenn,
    It shall clasp a sainted maiden whom the angels name Lenore -
    Clasp a rare and radiant maiden whom the angels name Lenore."
    Quoth the Raven, "Nevermore."

    From "The Raven" by Edgar Allan Poe

  3. #3
    Major General Avatar von Jones
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    Standard

    Hui das ist echt ne verdammt harte Thematik und ich werde versuchen ihn auf jeden Fall mal zu gucken um mir selbst ein Urteil darüber bilden zu können.

  4. #4
    Colonel
    Themenstarter
    Avatar von Gargi
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    Standard

    Zitat Zitat von SethOS
    Ich stelle mir den wirklich sehr hart vor, auf Dein anraten werde ich ihn mir sicherlich irgendwann mal ansehen (so Grundverschieden sind unsere Geschmäcker ja nicht). Hätte ihn aufgrund einiger Reviews anders eingeschätzt und ihn mir nicht angesehen (mir kam es extrem Menschenverachtend vor, was Du ja aber revidieren konntest).

    Ist eine harte Thematik...
    Hmmm... der Begriff der "Menschenverachtung" ist halt immer so eine Sache. Er wird gern herausgeholt, wenn es darum geht, dass filme oder Spiele verboten werden sollen. Menschenverachtend ist im Prinzip alles, was die Unversehrtheit des Menschen irgendwie in Frage stellt oder gar zerstört. Im Prinzip ist damit eine reiner Erschießung ansich schon menschenverachtend, da diese ja das menschliche Leben negiert. Die Frage ist halt, wie ich sowas darstelle. Im Grunde muss das grausam und hart sein, damit solche Taten, die ja im Krieg tatsächlich verübt werden eben nicht als besonders toll, heroisch oder gar nachahmenswert erscheinen. Eine Schießerei in Matrix beispielsweise ist effektvoll und sicherlich fragwürdiger, als die Bilder, die hier gezeigt wurden, als z.B. der Selbstmordattentäter die Sprengladung gezündet hat. Ähnlich eben der Anfangsequenz in Soldat James Ryan, wo hier auch Leute mit abgerissenen Gliedmaßen bei der Landung an der Normandie gezeigt wurden.

    Krieg ist grausam. Der Mensch kann es auch sein. Aber es darf einfach nicht beschönigt werden und das denke ich macht dieser Film auch nicht.

    cu
    Gargi

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