Immer wieder hört man ja als PC Nutzer, dass die Linuxer ständig am kopilieren sind. Das schreckt natürlich ab und lässt alles so wirken, als dass das nur für die professionellen PC-Nutzer gedacht ist. Aber so heiß gegessen wie es gekocht wird wird es sicherlich nicht. Mit einwenig Sachverstand kann man auch als Nicht-Programmierer schnell und unkompliziert die neuesten Versionen eines Programmes oder aber auch eines Treibermodules einsetzen.

Das Prinzip ist im Grunde immer gleich und läuft für gewöhnlich in drei Schritten ab:

Das Quellpaket wird auf die aktuelle Rechnerkonfiguration angepasst.

Das Quellpaket wird übersetzt (kompiliert)

Das Quellpaket wird installiert.

In der Regel liegen die Quellcodes als tar.gz Datei vor. Diese entpackt man zunächst als normaler User an der Konsole im Downloadverzeichnis mit dem Befehl

tar -zvxf DATEINAME.tar.gz

Dies legt auch in der Regel ein neues Verzeichnis mit dem darin enthaltenen Quellcode an. Danach wechselt man einfach in das Verzeichnis mit

cd VERZEICHNISMANE

Der erste Schritt, die Konfiguration, funktioniert als User mit einem

./configure

An der Stelle läuft das Konfigurationsscript und prüft auch, ob alle notwendigen Programmpakete in der richtigen Version vorhanden sind. Sollte hier eine Fehlermeldung ausgegeben werden, dann ist das normalerweise ein Hinweis darauf, dass eben ein Paket fehlt oder aber in einer falschen Version vorliegt. Deswegen genau lesen, welches Paket bekritelt wird und dieses bitte aktualisieren oder nachinstallieren (mit dem jeweiligen Paketmanager der verwendeten Distribution). Es kann auch vorkommen, dass gar kein "configure" vorhanden ist. Das. bedeutet normalerweise, dass man sofort mit dem Kompilieren loslegen kann.

Das Kompilieren selbst können wir nun als User anstoßen:

make


An der Stelle übersetzt nun der Kompiler den Quellcode in die Maschinensprache. Hier müssen wir nur zuschauen ob, das alles fehlerfrei durchläuft. Wenn es hier zu einen Fehler kommen sollte, muss auch da die Fehlerausgabe gelesen werden. Wenn es hierbei kracht, ist abert meistens dann nicht selbst was zu machen, da stimmt dann zu 90% was am Quellcode nicht. Manchmal findet aber das Programm eine bestimmt Datei nicht. Hier kann es dann was bringen, wenn man fehlende Pakete nachinstalliert, oder aber falls an falscher Stelle im Dateisystem vorhanden, diese an die richtige Stelle linkt. Wenn man aber so nicht weiter kommt, dann einfach mal den Autor des Programmes anschreiben. Vielleicht hat der einen Bugfix parat und die Leute freuen sich immer über Feedback, da die normalerweise auch ihre Programme laufend verbessern wollen.

Jetzt gehen wir davon aus, dass alles sauber funktioniert hat. D.h. der Kompilevorgang endet nicht mit einer ERROR Meldung. Dann muss nun das alles als Root installiert werden. Auch das ist kein Thema. Hierzu holen wir uns an der Konsole die Rootrechte mit einem

su [passwort]

Danach genügt als dritter Schritt ein

make install

Das Programm oder der Treiber wird dann an die richtige Stelle kopiert. Bei einem Treibermodul schadet es nun nicht, auch schnell noch ein

ldconfig (kleines L am Wortanfang)

hinterherzuschicken.

Das war's dann eigentlich schon. Anzumerken bleibt, dass man als Dualcorebesitzer den Kompile ordentlich beschleunigen kann, wenn man schon den Luxus zweier Prozessoren sein eigen nennt. Hierzu den Kompile mit einem

make -j3 [ -j(Anzahl der Kerne +1)]

durchführen.

Have phun!

cu
Gargio