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Thema: Testers Keepers mit MSI Z590 Pro Wifi

  1. #1

    Standard Testers Keepers mit MSI Z590 Pro Wifi

    Hier könnt Ihr die Reviews der Testers Keepers Aktion mit den MSI Z590 PRO WIFI Mainboards vom 29.03.2021 - 04.04.2021 finden.
    Mit freundlichen Grüßen
    Ihr Mindfactory Marketingteam

    signaturbild - Testers Keepers mit MSI Z590 Pro Wifi
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  2. #2

    Standard

    Vorbetrachtung

    Im Rahmen der Testers Keepers Aktion bin ich in den Besitz eines Exemplars gekommen und habe es mehr oder weniger gründlich testen können. Vielen Dank also an Mindfactory! Das Z590 Pro WIFI aus dem Hause MSI verwendet den neuen, namensgebenden Intel Z590 Chipsatz für Sockel 1200 Intel Prozessoren der aktuellsten Generation, unterstützt also auch die neuen Rocket-Lake-S Prozessoren. Zudem bringt der Z590 gegenüber den Vorgängern ohne zusätzliche Chips auf der Platine mehr USB 3.1 Ports und native Unterstützung für USB 3.2 nebst anderen Detailverbesserungen.

    „PRO“ Series?

    Was mich während des Tests eine Weile bewegt hat, war die Überlegung, an welche Adressaten sich die PRO Serie auch angesichts ihres Namens wirklich richtet. Letztlich legt die Bezeichnung für mich solche Anwender nahe, die sich selbst eine leistungsfähige Workstation für vielfältigste Zwecke aufbauen wollen, sei es durch Virtualisierung, Rendering, sonstige rechenlastige Anwendungen eben. Laut MSI zielt die Pro-Serie auf Nutzer ab, die hochwertige Komponenten benötigen um effizient und produktiv zu arbeiten. Sind das nicht grundlegende Anforderungen eines jeden Anwenders? Zweifelsohne! Man muss also etwas genauer hinschauen, um zu verstehen, wie sich die Pro-Serie einsortiert.

    Preislich orientieren sich die „PRO“ Boards unterhalb der verschiedenen MSI Gaming Mainboards. Tatsächlich gehört das Z590 Pro Wifi herstellerübergreifend zu den günstigsten Intel Z590 Mainboards mit WIFI - nur das Gigabyte Z590 UC AD und das ASRock Z590M-ITX/ac sind aktuell günstiger zu haben, letzteres muss allerdings aufgrund des M-ITX Formfaktors natürlich in Sachen Ausstattung Abstriche machen.

    In der Masse an auf Gamer ausgerichteten Mainboards springen bei näherer Betrachtung dann diverse Punkte hervor: eher zurückhaltende Ausstattung an virtuellen Phasen, keine Beleuchtung, durchschnittliche Anzahl PCIe-Slots…Leidenschaftliche Übertakter, Gamer, RBG-Fetischisten sind hier also nicht die primäre Zielgruppe. Das spiegelt sich in der Ausstattung wieder und darüber entsprechend auch im Preis. Allerdings mag man über andere Features nachdenken, die gewissermaßen „Pro“ erscheinen. Wie wäre es mit einem zweiten LAN Adapter?

    Den gibt es auch bei MSI, jedoch innerhalb der Content Creation Serie. Zwar bringen diese auch eine Vielzahl LEDs mit, die im ersten Moment für das von mir genannte Umfeld eher irrelevant sind. Jedoch hat z.B. das MSI Prestige X570 Creation tatsächlich einen zweiten LAN Adapter – 10G sogar! Auch sonst bringt das X570 mehr USB Ports, mehr SATA, eine Zusatzkarte mit Thunderbolt Ports… Dafür ist der Kostenpunkt natürlich auch erheblich höher, sicher. Dennoch verbirgt sich hinter solch einer Platine eher das, was mir als „PRO“ vorschwebt.

    Das tut der Z590 Pro WIFI aber keinen Abbruch – man muss eben nur die Ansprüche richtig abstecken und sich nicht allein von der Bezeichnung irreführen lassen. Am Kostenpunkt gemessen ist das Mainboard einwandfrei aufgestellt. Somit muss man auch die Zielgruppe eher im Budgetsegment verorten. Das ist nicht schlecht, denn MSI hat hier nicht geschludert und immer noch eine sehr leistungsfähige Platine auf den Markt gebracht, bei der ein Durchschnittsanwender kaum Abstriche machen muss.

    Letztlich darf man an dieser Stelle vielleicht auch überlegen, ob ein H570 Chipsatz nicht in einem „Pro“-Board ausreichend gewesen wäre. Übertakten wird fürs Klientel vermutlich kaum relevant sein, zumal aktuelle Intel Prozessoren von Haus aus wenig Reserven haben. Für Mehrleistung durch Übertakten nimmt man einen überproportional hohen Anstieg von Abwärme und Leistungsaufnahme in Kauf. Übertaktet man nicht, hat man letztlich vor allem Einschränkungen hinsichtlich der Anzahl und Bandbreite speziell bei USB 3.2 Ports. Die Kapazitäten des Z590 diesbezüglich schöpft aber kaum eine Platine aus. Tatsächlich sind Mainboards mit H570 weit weniger verbreitet, da hier auch preislich kaum ein Vorteil generiert wird. Zum Zeitpunkt meines Reviews gibt es mit H570 und WIFI nur das ASRock H570M-ITX/AC und das ASUS TUF Gaming H570-Pro WIFI.
    Weitere Pro-Eigenschaften sind laut MSI ein optimierter Workflow, weniger Fehlermeldungen und mehr Langlebigkeit. Das klingt erstmal etwas vage, wie man am Mainboard welchen Workflow optimiert haben will sagt MSI nicht und zumindest ich hatte noch nie Probleme mit kurzlebigen und fehlergeplagten Mainboards im durchschnittlichen Betrieb daheim. MSI gibt auf das Mainboard jedenfalls satte 3 Jahre Garantie, was sich allerdings bei den meisten Mainboardherstellern als quasi-Standard etabliert hat.

    Erster Eindruck, Ausstattung, Zubehör


    Nach dem vielen Gefasel nun aber zum konkreten Board selbst. Nach dem ersten Auspacken macht das Mainboard einen sehr guten Eindruck. Die Verpackung ist soweit schlicht gehalten und aufs Nötigste beschränkt. Das mitgelieferte Zubehör beschränkt sich mehr oder weniger auf die absoluten Notwendigkeiten. M.2 Schrauben und Abstandhalter, 2 SATA Kabel, WIFI-Antennen (leider keine Tischantenne, die sicherlich toll gewesen wäre), I/O Shield, Treiber-DVD (die man sich wiederum m.E. gerne sparen könnte), Quick Installation Guide und Product Registration Code.

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    Das Design des Boards ist völlig unaufgeregt bzw. dezent, wichtiger noch: alles sieht tadellos verarbeitet aus. Das Aussehen ist für mich auch weniger wichtig als das Layout an sich, da der Rechner ohne jedes Sichtfenster unterm Tisch sein Dasein fristet.

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    Alle Pins, Kondensatoren, Slots etc. sitzen fest, nichts wackelt. Die Fülle an Anschlüssen erschlägt mich im ersten Moment nach Umstieg von einem Mini-ITX Mainboard fast. Die Ausstattung ist nämlich grundsätzlich - mit wenigen Abstrichen - sehr gut:

    • 3 M.2 SSD Slots
    • 6 SATA Ports
    • jede Menge USB Anschlüsse sowohl extern als auch intern
    • 2 PCIe x16 Slots
    • 2 PCIe x1 Slots
    • 20 GB/s USB 3.2 C Anschluss
    • WIFI im neuen 6E Standard
    • 2.5 GB LAN
    • HDMI 2.0b und Displayport 1.4 für die Nutzer der iGPU
    • Bluetooth
    • und sogar ein PS/2 Kombo Anschluss.
    • 6 Header für PWM-Lüfter
    • Header für Wasserpumpe
    • Header für RGB
    • Thunderbolt



    Für den obersten M.2 SSD Slot, der sogar mit PCIe 4.0 angebunden ist, gibt es den von MSI genannten "Shield Frozr" Passivkühler - die weiteren Slots müssen leider ohne auskommen.

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    Die Versorgung der CPU mit konstanter Energie und Spannung sichert das Voltage Regulator Module (VRM). VRMs sind mehrphasig ausgelegt, wodurch die Wärmeentwicklung und die Belastung der Komponenten reduziert und weitere elektrische Optimierungen in Bezug auf den Wirkungsgrad erzielt werden. Minderwertige VRMs können daher zu Stabilitätsproblemen führen - insbesondere beim Übertakten. Das Z590 Pro WIFI hat insgesamt 14 (12+2) virtuelle Phasen. Zum Vergleich: das Z590 Tomahawk WIFI aus gleichem Hause für etwa 20¤ mehr hat 16 (14+2), das Z590 Gaming Force sogar 17 – dafür aber auch bei einem Kostenaufschlag von etwa 100¤. Satte 18 (16+2) Phasen bringt das Z590 Ace, kostet aber auch mehr als das Doppelte. Für Übertakter sind diese Boards damit sicherlich attraktiver. Im direkten Vergleich haben (nicht übertaktbare) H570 Boards üblicherweise nur 8-9 Phasen.

    Mit dem Realtek ALC897 hat man zudem eher einen Budget-Soundcodec implementiert, auch wenn man das angesichts der Zielgruppe für das Mainboard verschmerzen kann. Die Bandbreite an Features eines ALC1220 oder gar ALC4080 deckt der kleine Codec nicht ab, wird aber den meisten Anwendern immer noch völlig ausreichen.

    Angesichts der "Pro" Bezeichnung könnte man jedoch vielleicht z.B. einen zweiten LAN-Anschluss erwünschen, den in dieser Preisklasse allerdings tatsächlich nur das ASRock Z590M-ITX/ax aufbieten kann, welches dafür aber im Mini-ITX Format auf viele andere Annehmlichkeiten des MSI Z590 Pro WIFI verzichten muss.

    Da man hier zudem kein reinrassiges Gaming-Board vor sich hat, ist Beleuchtung bis auf Diagnose-LEDs Fehlanzeige. Mich stört das nicht – die Platine wird im Fractal Design Define 7 Compact ohne Glastüren verbaut und unterm Tisch betrieben und idealerweise weder gesehen noch gehört. Ebenso ist die I/O-Blende leider nicht integriert, was mir beim Kostenpunkt von gut 200¤ durchaus angemessen erschienen wäre.

    Das digitale Handbuch ist kurz und prägnant und klärt fast alles, was man zur Installation des Mainboards gerne wissen würde. Die meisten Infos findet man darüber hinaus auch auf der Platine selbst – löblich! Allein die vielen Funktionen des UEFI BIOS hätte man vielleicht noch zusätzlich beschreiben können und auch auf das MSI Center Tool – wenn man es denn nutzen will – wird nicht eingegangen. Features wie der M.2 Shield Frozr werden im Handbuch gerade einmal namentlich erwähnt – seltsam. So macht das Handbuch insgesamt einen etwas unvollständigen Eindruck.

    Inbetriebnahme

    Meine Testhardware sieht wie folgt aus:

    • Intel i5-11400 + be quiet! Pure Rock 2
    • 2x16 GB Crucial Ballistix DDR4-3200 RAM
    • Western Digital Black SN750 1TB
    • Gigabyte Geforce GTX 1650


    Aufgrund der zur Zeit herrschenden Knappheit an bezahlbaren Grafikkarten leistet eine etwas betagtere Gigabyte GTX 1650 ihren Dienst. Zusätzlich verbaue ich noch eine Creative Soundblaster Z SE. Durchaus längere Zeit habe ich mit der Überlegung zugebracht, statt der CPU einen i7-11700, ggf. K/F, zu nutzen – allerdings ist das Preis-Leistungs-Verhältnis des "kleinen" i5 bedeutend besser und passt mir damit auch besser ins Konzept, welches das doch eher bodenständige Mainboard vorgibt. Hardwaretechnisch nutze ich also recht gewöhnliche "Brot & Butter"-Komponenten, von denen auch fast alle auf Anhieb völlig stabil und reibungslos liefen. Fast alle?

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    Ein paar Kleinigkeiten sind mir beim Zusammenbau und danach aufgefallen:

    1. Negativ: Der untere PCIe 3.0 x1 Slot ist mit einigen Erweiterungskarten bei Verwendung des PCIe Stromanschlusses am Mainboard ggf. nicht voll nutzbar. Da ich selbst das Stromkabel für den PCIe am Mainboard nicht angeschlossen habe, ist das für mich irrelevant. Andernfalls würde jedoch meine Soundblaster Z SE - mit der zugegebenermaßen recht aufwändigen roten Blende - nicht in den Slot passen. Interessanterweise verzichten viele Hersteller komplett auf den PCIe Stromanschluss auf der Hauptplatine, in diesem Sinne ist diese Designentscheidung vielleicht diskussionswürdig.
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    2. Negativ: Eher zufällig fiel mir im BIOS auf, dass der RAM gar nicht bei vollem Takt lief, sondern nur bei 2666 MHz.
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      „Verschenktes Potenzial“, denke ich, ändere den Takt im BIOS auf 3200 MHz und schwupp – das System startet nicht mehr, die DRAM Diagnose LED leuchtet. Es half nur der BIOS Reset. Bei der Gelegenheit fiel mir übrigens erstmalig auf, dass ich einerseits schon lange keinen BIOS Reset mehr durchgeführt habe und andererseits auch keinen Jumper mehr daheim habe – so musste ein Schraubenzieher zum Überbrücken herhalten. Anschließend probierte ich das „Game Boost“ Profil für den Arbeitsspeicher, auch hier wird der Takt auf 3200 MHz gesetzt. Leider wird das aus der Übersicht im UEFI-Startbildschirm heraus nicht deutlich, in den OC-Settings jedoch schon. Doch auch damit blieb der Bildschirm noch manchmal beim Booten schwarz.
      Erst das BIOS-Update auf die aktuellste Version schuf hier Abhilfe, obwohl die Patchnotes keine entsprechende Änderung diesbezüglich angeben. Zudem sind die UEFI-Farben dadurch deutlich angenehmer geworden (Grautöne statt roter Akzente), das nur am Rande.
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    3. Neutral: Das eben angesprochene Flashen des BIOS auf eine neue Version war recht leicht – BIOS herunterladen, auf einen FAT32 USB-Stick entpacken, ins BIOS booten, M-Flash starten. Zugegebenermaßen bieten anderen Hersteller Methoden an, um den Flashvorgang direkt aus Windows heraus zu starten, wodurch sich obiges Prozedre doch sehr antiquiert anfühlt.
    4. Positiv: Die Lüftereinstellungen ab Werk sind für mich direkt einwandfrei, das System schnurrt kühl und leise vor sich hin. Überhaupt muss man am UEFI BIOS kaum Einstellungen vornehmen. Will man das aber doch, ist alles schön aufgeräumt und größtenteils mit Hinweisen versehen.


    Ansonsten fällt auf, dass viele Komponenten ihrer Zeit gewissermaßen voraus sind: Ob 2.5G Ethernet oder WLAN 802.11ax, viele übliche Router können die Schnittstellen noch nicht bedienen. Zumindest meine 1 Jahr alte Fritz Box 7590 kann "nur" Gigabit Ethernet und 802.11ac, was im Alltag auch völlig reicht. Ebenso ist der PCIe 4.0 M.2 Slot sicherlich nice to have und entsprechende SSDs sind auch bereits in Hülle und Fülle verfügbar. Deren Preis/Leistungs-Verhältnis ist aber aktuell schlechter als bei ihren Vorfahren.


    Preis / Leistung

    Bezüglich des Peis-/Leistungsverhältnisses muss man vor allem zur Konkurrenz (auch aus dem eigenen Hause) schauen. Preislich ordnet sich das Mainboard knapp unter den meisten auf Gaming ausgerichteten Boards von MSI selbst, aber auch der Konkurrenz ein. Schaut man sich weitere, etwas teurere Mainboards an, scheint das Z590 Pro WIFI leicht an Boden zu verlieren: Ein MSI MAG Z590 Tomahawk WIFI ist z.T. für nur etwa 20¤ mehr erhältlich, hat dafür aber eine deutlich aufwändigere Kühlung (sowohl für die Phasen als auch für eine weitere M.2 SSD), eine integrierte IO-Blende, einen wesentlich besseren Soundchip (Realtek ALC4080), 2 virtuelle Phasen mehr, MSI Mystic Light, im Lieferumfang ist noch ein USB-Stick... Letztlich stellt sich hier natürlich immer die Frage, wer das alles braucht. Für den geringen Mehrpreis ist das Board aus der MAG Serie aber insgesamt aus meiner Sicht das etwas bessere Gesamtpaket. Andere Hersteller bieten ähnlich reizvolle Konkurrenz auf.
    Um mit der aktuellen Chipsatzgeneration noch erheblich zu sparen, könnte man gegebenenfalls auf ein B560 oder H570 Board ausweichen – doch auch die sind kaum günstiger. Das günstigste Mainboard mit diesen Kriterien wäre aktuell das ASUS TUF Gaming B560-Plus WIFI ab bereits etwa 160¤. Das hat einen M.2 Slot weniger, dafür einen PCIe x1 Slot mehr, einen 2.5G LAN Adapter von Realtek statt Intel und verzichtet generell auf einige Ausstattung, die das MSI Z590 Pro WIFI onboard hat.
    Will man jedoch ein Z590 Mainboard mit WIFI für unter 200¤ haben, ist das MSI Z590 Pro WIFI fast konkurrenzlos. Die Ausstattung ist im Vergleich mit den Mitbewerbern angemessen, man kriegt hier keine Mogelpackung. Das P/L-Verhältnis geht hier m.E. völlig klar.

    Fazit

    Zusammenfassend hat man hier meiner Meinung nach ein sehr rundes Z590 Mainboard zu einem vergleichsweise niedrigen Preis mit sehr umfangreichen Anschlussmöglichkeiten. Die Bezeichnung „Pro“ suggeriert dabei vielleicht etwas anderes, als was MSI hier letztlich auf den Markt bringt: Das Z590 Pro WIFI präsentiert sich vor allem als vielseitiges Budget-Board. Wer auf Bling-Bling verzichten kann und keine Übertaktungsrekorde brechen will, sondern einfach ein günstiges, aber leistungsfähiges und stabiles Mainboard mit WIFI für die aktuelle Intel Sockel 1200 Plattform sucht, der ist hier mit Sicherheit völlig richtig aufgehoben. Das Board leistet sich im Betrieb keine wirklichen Schwächen, lediglich das etwas spartanische Zubehör und der ungünstig platzierte PCIe Stromanschluss senken meine Wertung auf 4/5 Sterne.

    Positiv:
    • Reichhaltiges Angebot an Anschlüssen sowohl intern als auch extern
    • Hohe Konnektivität
    • Tadellose Verarbeitung
    • Einwandfreie Funktionalität
    • Verhältnismäßig preiswert für Z590 + WIFI


    Negativ:
    • Zubehör eher „knauserig“
    • Dokumentation könnte ausführlicher sein
    • Ungünstig platzierter PCIe-Stromanschluss


    Abschließend noch das Youtube Video:


  3. #3

    Standard MSI Z590 Pro Wifi Testbericht I Testers Keepers

    Verpackung:
    Das Mainboard wird in einer eher schlichten Verpackung (im Vergleich zu andern MSI Boards) geliefert. Auf der Rückseite befindet sich ein Aufdruck des Layouts zusammen mit den wichtigsten Spezifikationen und Features. Rundum ist das Design überwiegend schwarz.

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    Lieferumgang:
    Die Hauptplatine selbst ist wie üblich in einer antistatischen Folie eingepackt. Der Karton teilt sich in zwei Ebenen auf. Während oben wie gewohnt das Motherboard untergebracht ist, verbirgt sich unten das Zubehör, welches noch mal extra in Folie verschweißt wurde.

    Darin enthalten sind:
    • Mainboard
    • Die dazugehörige ATX-Blende (I/O-Blende)
    • Die beiden Wi-Fi Antennen
    • 2x S-ATA Kabel (1 gewinkelt und 1 gerade)
    • Schnellinstallationsanleitung (mehrsprachig)
    • DVD mit Treibern und Programmen
    • 3 x M.2 Schraube

    Eine Anleitung findet sich weder in ausgedruckter Form, noch auf der DVD wieder. Leider muss man ins Internet, um diese herunter zu laden. Wenigstens einen QR-Schnelllink hat MSI hier auf der Verpackung angebracht, welcher problemlos auch vom Handy oder Tablet aus geöffnet werden kann. Kabelbeschriftungen, Aufkleber oder RGB Kabel sind bei dieser Version nicht beigelegt.

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    Aussehen & Design: 3,5 Sterne
    Von außen macht das Mainboard einen sehr sauberen Eindruck. Das für meinen Geschmack unruhig wirkende Design gefällt mir nicht so gut, als das, der meisten anderen MSI Boards. Alle Komponenten sehen aber hochwertig und gut verarbeitet aus. Dabei wurde überwiegend mit schwarzen Bauteilen gearbeitet. Die Kühlkörper sind aus Aluminium gefertigt und ebenfalls mattschwarz.
    Bei diesem Mainboard wurde der Haupt-PCIe x16 Slots für die Grafikkarte mit zusätzlichem Metall (Steel-Armor-Feature) verstärkt. Es sind insgesamt zwei PCIe x16, zwei PCIe x1 und drei M.2 Slots vorhanden. Nutzt man eine Dual-Slot-Grafikkarte wird bei diesem Board kein anderer PCIe-Slot überdeckt.
    Die ATX-Blende (I/O-Blende) für die Peripherie ist nicht fest am Board vormontiert und ausschließlich in schwarz mit weißem Aufdruck gehalten. Mit kleinen Piktogrammen wird darauf hingewiesen, welcher Anschluss für welches Gerät und Geschwindigkeit gedacht ist.
    Auch wenn es die Optik vermuten lässt, in diesem Mainboard wurde kein RGB-Stripe verbaut! Dem lässt sich aber, durch mehrere vorhandener RGB-Anschlüsse, mit weiteren Stripes oder anderen Bauteilen nachhelfen .

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    Einbau und Konfiguration: 5 Sterne
    Der Einbau des Boards funktioniert ohne Probleme. Die Kurzanleitung beschreibt jeden notwendigen Schritt und verlinkt auch auf YouTube Videos (per QR Code) damit selbst ein Laie den Einbau übernehmen kann. Die Videos sind weltweit verständlich, da diese sprachenlos und ohne Text erstellt wurden. Wer eine richtige Anleitung (auch in Deutsch) benötigt, kann diese auf der MSI Webseite downloaden.
    Bei den PIC_E1 und M2_1 Anschlüssen muss beachtet werden, welche Generation zum Einsatz kommen soll. Dies ist abhängig von der verbauten CPU, denn nur die neue Serie 11 (alias Rocket Lake-S) von Intel-Prozessoren unterstützen PCIe der Generation 4.0. Hier hilft aber die Anleitung weiter. Was mir sehr gut gefällt ist, dass die S-ATA Ports liegend verbaut sind, sodass die Kabel elegant versteckt werden können. Insgesamt kann man bis zu 6 S-ATA Geräte anschließen. Damit sind RAID Level 0, 1 und 10 möglich (bei NVMe nur 0 und 1). Dies sollte im privaten Sektor vollkommen ausreichen.

    Anschlüsse und Erweiterungsmöglichkeiten: 5 Sterne
    Am IO Panel sind folgende Anschlüsse vorhanden: Ganz links befindet sich ein Knopf um das BIOS zu „flashen“. Dieser funktioniert auch ganz ohne CPU und Speicher! Das ist besonders hilfreich, wenn die gekaufte CPU noch nicht unterstützt wird. Weiter geht’s mit einem PS/2- und zwei USB2.0-Steckplätzen für Maus und Tastatur. Rechts daneben folgt ein Display-Port (v1.4) und HDMI (v2.0b) Anschluss. Diese sind nur mit einer integrierten GPU verwendbar. In der Mitte folgt ein Block mit ausreichend weiteren USB-Anschlüssen. Darunter zwei USB 2.0 und zwei USB 3.2 Gen1 Typ A (5Gbit/s). Gefolgt von dem 2,5 Gbit/s LAN-Anschluss. Darunter ein USB 3.2 Gen2 Typ A (10Gbit/s) und ein USB 3.2 Gen 2x2 Typ C (20Gbit/s). Daneben die Anschlüsse für die beiden WLAN-Antennen. Das Modul wurde auf einen M.2 Slot aufgeschraubt. Abgeschlossen wird das Ganze von den sechs 7.1 Audio-Ports (Realtek® ALC897 Codec).

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    USB und Peripherie: Vier USB 2.0, vier USB 3.2 Gen 1 (5Gbit/s) und ein USB 3.2 Gen 2 Typ-C (10Gbit/s) Anschluss wurden als Erweiterung vorgesehen. An ein TPM Modul (Trusted Platform Module) und einen Audio Anschluss für das Frontpanel wurde auch gedacht. Zusätzlich lässt sich über JTBT1 eine Thunderbolt-Erweiterungskarte stecken. Ja sogar ein serieller COM Anschluss ist auf dem Board vorhanden, sowie ein Tuning-Controller Anschluss (JDASH1).

    Kühlung: Für die Kühlung ist ein 4-Pin CPU und ein 4-Pin Wasserpumpen Anschluss vorhanden. Dazu kommen sogar sechs 4-Pin System-Lüfter-Anschlüsse. Diese kann man in PWM oder ganz normal im DC Modus betreiben. Dazu eine kurze Info: „Diese Anschlüsse können im PWM (Puls Weiten Modulation) Modus oder Spannungsmodus betrieben werden. Im PWM-Modus bieten die Lüfteranschlüsse konstante 12 V Ausgang und regeln die Lüftergeschwindigkeit per Drehzahlsteuersignal. Im DC-Modus bestimmen die Lüfteranschlüsse die Lüftergeschwindigkeit durch Ändern der Spannung. Wenn ein 3-Pin (Non-PWM) Lüfter an einen PWM-Modus Lüfteranschluss angeschlossen wird, läuft der Lüfter mit höchster Drehzahl und kann unangenehm laut werden.“

    PCI und SATA: Für Grafikkarten wurden zwei PCIe x16 Steckplätze vorgesehen. Des Weiteren bietet das Mainboard zwei PCIe x1 Plätze. Für SSDs wurden insgesamt sechs S-ATA 3 Anschlüsse und drei M.2 Slots vorgesehen. Bei NVMe SSDs stehen alle sechs S-ATA Anschlüsse zur Verfügung, bei S-ATA SSDs im M.2 Slot dagegen nicht. Hierzu muss man ins Handbuch schauen, welcher Port bei welcher Konfiguration zur Verfügung steht.

    RGB Beleuchtung: Zum Nachrüsten von RGB Stripes wurden drei Anschlüsse (zwei JRAINBOW und ein JRGB) vorgesehen. Damit können Beleuchtungs-Fans ihren Rechner noch besser in Szene setzen. Auf dem Board selbst steht keinerlei Beleuchtung zur Verfügung. Auch der vermeintlich eingearbeitet RGB-Stripe hat keine Funktion.

    Alles in Allem kann man sagen, dass MSI hier genügend Freiraum für Spielereien gelassen hat

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    Erster Start und BIOS: 5 Sterne
    Nach dem ersten Start verlangt das Mainboard die CPU / RAM Konfiguration zu bestätigen. Dazu einfach ins BIOS (UEFI), speichern und beenden drücken und schon läuft alles einwandfrei. Beim ersten Starten wird noch nach der Art des Lüfters gefragt, da eine Wasserkühlung andere Parameter als der Standard-Boxed Kühler benötigt. Falls ein RAM-Riegel falsch gesteckt wurde, wird das vor dem Start des BIOS kurz mitgeteilt. Dieser Fehler sollte behoben werden!
    Das BIOS ist in der einfachen Ansicht gut und übersichtlich aufgebaut. Man bekommt eine schnelle Übersicht welche Komponenten verbaut wurden und wichtige Zusatzinformationen. Die BOOT-Reihenfolge lässt sich per Drag & Drop schnell verändern. In der erweiterten Ansicht finden sich diejenigen wieder, die ein klassisches BIOS lieben. Was mich hier etwas nervt ist, dass man ohne Maus nur noch schlecht navigieren kann. Ein Laie kommt mit der einfachen Ansicht besser zurecht, während man sich in der erweiterten Ansicht durch nervige Untermenüs klicken muss.
    Ein Highlight ist, dass das BIOS eine Suchfunktion bietet und es alle vorgenommenen Änderungen beim Verlassen bzw. Speichern anzeigt.
    Sehr gut gelungen ist auch die Lüfter-Steuerung, mit der sogar eigene Kurven programmiert werden können.
    Optisch ist das ganze BIOS, im „MSI Look“ schwarz/rot gehalten, ganz gut gelungen. Hübsche Bilder, kleine Spielereien und Hilfsinformationen werten das BIOS auf.


    Treiber und Programme: 4 Sterne
    Auf einem jungfräulichen Windows 10 x64 20H2 muss zunächst einmal die Treiber- DVD eingelegt werden. Hier wird noch nicht einmal die Netzwerkkarte (LAN) selbstständig erkannt (dies kann sich mit anderen Windows Versionen unterschiedlich verhalten). Anders sieht es mit der WLAN-Karte aus, diese scheint mit Standard Windows Treibern zu funktionieren, sodass man auch die fehlenden Treiber per Internet nachladen kann. Das Menü auf der DVD bietet mir zu allererst Treiber und Software zum Installieren an, hierbei ist auch Google und Norton vertreten… diese nervige Zusatz-Software kann aber zum Glück einfach abgewählt werden.
    Zu den Programmen: Es ist ein „MSI Center“ vorhanden, das einen guten Überblick auf alle MSI-Programme bietet. Falls eine neue Version ansteht wird dies hier angezeigt und kann aktualisiert werden. Das angepriesene „Mystic-Light“ muss als Feature nachgeladen werden und funktioniert mittlerweile auch ganz gut. Eine Smartphone-App ist dafür verfügbar. Diese bietet eine Fernsteuerung, sobald sich das Smartphone im gleichen Netzwerk befindet. Bei mir sind nicht alle Funktionen (die am PC verfügbar sind) in der App integriert, aber MSI arbeitet daran diese weiter zu verbessern.

    Technik: 5 Sterne
    MSI nutzt den Z590 Chipsatz und unterstützt mit einem Intel-CPU der 11. Generation auch endlich den PCIe 4.0 Standard. Auf dem Chipsatz sitzt ein passiver Kühlkörper. Die Kompatibilität von den CPUs reicht vom Spitzenmodell i9-11900k bis hin zum Celeron G5905. Dies finde ich äußerst praktisch und habe es bei manch anderem AMD-Board doch vermisst.
    Bis auf die vier USB 2.0, die am GL850G Chip hängen, laufen sämtliche USB-Anschlüsse über den Z590 Chip. Die Geschwindigkeiten variieren stark, je nach dem gewählten Anschluss. Hier helfen die Piktogramme weiter. Bis auf Thunderbolt (welcher nachgerüstet werden kann) fehlt hier nichts.
    Für Audio wurde der ALC897 Chip verbaut. Dieser scheint recht unbekannt zu sein, denn ich habe im Internet nicht viel darüber finden können.
    Für das Netzwerk steht ein Intel® I225-V 2.5Gbit/s LAN-Controller mit Bluetooth® 5.2 und ein Intel® Wi-Fi 6E AX210 WLAN zur Verfügung. Dies entspricht dem neuesten Stand der Technik!
    Weitere E/A Geräte laufen über einen NUVOTON NCT6687D Controller Chip.
    Sechs S-ATA 3 Anschlüsse (mit 6 Gbit/s) und drei M.2 Slots (einer direkt mit der CPU verbunden) sollten für die meisten Anwender durchaus ausreichend sein. Mit der neuesten PCIe Generation 4.0 (nur M2_1) wären damit Festplatten-Geschwindigkeiten von bis zu 7,877 GByte/s drin!
    Die PCIe Steckplätze verhalten sich ähnlich. Auch hier ist der erste PCI_E1 direkt mit der CPU verbunden und bietet PCIe 4.0, während die anderen am Z590 Chip hängen und PCIe 3.0 bieten. Dies dürfte den meisten Anwendern ausreichen.
    Beim DDR4-RAM sind praktisch keine Grenzen gesetzt. Da der Speicher-Controller des aktuellen Topmodel i9-11900K maximal 3200MHz schafft, sehe ich keine Einschränkungen. Das Board schafft Taktraten von 4000 – 5333 MHz je nach Konfigurationen. Insgesamt sind bis zu 128 GB möglich, das sollte erst mal reichen .
    Auf dem Board hat MSI kleine „debug“ LEDs verbaut. Wenn nun wirklich mal der Bildschirm schwarz bleiben sollte, kann man anhand er LEDs erkennen, an welcher Komponente ein Fehler vorliegt. Außerdem finde ich die Technik, das BIOS zu „flashen“ ohne eine CPU oder RAM einzusetzen, durchaus interessant.

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    Fazit: 4,6 Sterne
    Mein Testbericht des Z590 Pro Wifi zeigt, dass MSI ist hier ein wirklich tolles Mainboard gelungen. Für um die 200¤ bekommt man ein echt gutes „Gaming Board“ der neuesten Technik. Wer jedoch auf nette Beleuchtungs-Features steht, muss hier leider auf andere Komponenten zurückgreifen, denn das Board bietet „nur“ Erweiterungsmöglichkeiten für RGBs. Die Einstell- und Erweiterungsmöglichkeiten haben mich durchweg positiv überrascht. Bei der Software läuft alles über das „MSI Center“, weitere Software wie Mystic-Light kann nachgeladen werden. Letztendlich gibt’s von mir 4,6 Sterne und guten Gewissens eine Kaufempfehlung für ein „günstiges“ Z590 Mainboard.

    Unboxing:
    Geändert von MouZ (21.04.2021 um 20:53 Uhr)

  4. #4

    Standard MSI Z590 PRO WiFi | Testers Keepers

    Einleitung
    Das MSI Z590 Pro WiFi Motherboard für Intel Prozessoren der 10. und 11. Generation wurde mir zur Bewertung und zum Testen im Rahmen der „Testers Keepers“ Aktion von Mindfactory zur Verfügung gestellt.
    Die Bewertung ist subjektiv und unabhängig.

    Zum Artikel: bei dem „MSI Z590 Pro Wifi“ Mainboard handelt es sich um ein Mainboard mit dem neuen Intel Z590 Chipsatz (Q1 21) für die neueste 11. Intel CPU-Generation.
    Zudem ist der Chipsatz und Sockel 1200 kompatibel zur 10. Intel CPU-Generation. Die Zielgruppe ist durchaus der etwas anspruchsvollere PC-Nutzer, jedoch ganz klar nicht für den ambitionierten Gamer.
    Für etwas „Modding“ bietet das Board allerdings dann doch zwei Anschlussmöglichkeiten für LED-Zubehör (Mystic Light Extension „RAINBOW/RGB“ und Mystic Light Sync). Eine EZ LED Control und eine EZ Debug LED bietet das Board ebenfalls.

    Der neue Z590 bietet einige Verbesserungen und erweiterte Features, im zusammenspiel mit der richtigen CPU-Generation. Durch eine komplette Ausstattung mit Wifi, Bluetooth, 2.5 Gbit LAN, USB 3.2 Gen 2x2 C-Type (sog. Lightning GEN4), Front USB Type-C, richtet es sich eher an den Workstation Nutzer. Im Audio Bereich muss man Abstriche machen, gibt es doch kein SPDIF oder OPT Audio Ausgang. Zwar sagt die Beschreibung, es wird HD Audio 7.1 geboten, allerdings sehe ich keine ausreichende Anzahl an Analog Ausgängen, um eine 7.1 Konfiguration anzuschließen, oder ich kenne mich nicht gut genug aus, um zu wissen, wie man dies mit den wenigen Analog Buchsen realisiert. Zumindest bin ich der Meinung, ohne digitale Audio Ausgänge geht kein mit Multi-Audio Out, sofern nicht die entsprechende Anzahl an Analog-Ausgängen vorhanden ist.

    Eine wirkliche Neuerung und ein Pluspunkt ist, dass mit der neuen CPU-Generation und dem neuen Chipsatz Intel nun auch PCI-E Gen4 Geschwindigkeit für einen der drei M.2 Ports bietet. Somit ist einer der drei M.2 Steckplätze der „Turbo“ für NVMe SSDs.
    Wichtig zu wissen: ein Intel CPU der 10. Generation bietet keine Gen4 Geschwindigkeit und somit ist der erste M.2 Slot (direkt beim CPU-Sockel) inaktiv bei Verwendung einer Intel CPU der 10. Generation und es stehen somit nur 2 M.2 Slots zur Verfügung!

    Bei Verwendung einer neuen Intel CPU der 11. Generation stehen jedoch gleich drei M.2 Massenspeicher Slots zur Verfügung. Dies ist für solch ein Mainboard durchaus schon ein besonderes Merkmal. Der besagte M.2 Slot, direkt beim CPU-Sockel, verfügt auch über ein kleines Kühlblech bzw. einer Abdeckung, die eine NVMe SSD bessere Kühlung verschaffen soll. Die anderen M.2 Slots kommen ohne solch einer Abdeckung aus. Entsprechend der technischen Limitierungen sind bei Verwendung aller M.2 Slots einige der SATA6 Anschlüsse inaktiv (siehe Board Dokumentation).

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    Weiterhin sind 4 DIMM Slots vorhanden (Dual Channel DDR4 bis max. 5200 MHz - OC) für einen Speicherausbau bis zu max. 128 GB. Da für die Bestückungen und die verschiedenen CPU-Generationen andere Spezifikationen bezüglich des RAM Taktes vorgegeben sind, ist es empfehlenswert in der Kompatibilitätsliste bei MSI nachzuschauen.

    Das Board: erscheint eher simpel im Aufbau und unaufgeregt in der Erscheinung. Die Platine ist schwarz, jedoch bedruckt mit vielen, weißen Streifen, wo sich mir nicht erschließt, welchen Zweck dies erfüllen soll. Besonders sieht es zumindest für meinen Geschmack nicht aus. Ich würde allerdings auch vermuten, dass man dieses Board nicht unbedingt kauft, um es dann z.B. in einem PC-Gehäuse mit Sichtfenster einzubauen.

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    Es gibt normal dimensionierte Kühlkörper bei den Elkos nahe des CPU-Sockels und eine passive Kühlung des Z590 Chipsatzes. Letzteres ist ein Pluspunkt, hat doch der Topchipsatz des Konkurrenten einen (oft nervenden) Micro Lüfter! Das Gewicht des Boards ist aus meiner Sicht normal, es wirkt alles stabil und sauber verarbeitet. Die Slot-Blende ist allerdings separat, was ich für ein Board in diesem Preissegment als kleinen Minuspunkt sehe.
    Das Board bietet neben den erwähnten 3 M.2 NVMe Slots weitere 6 SATA6 Anschlüsse, die, wie gesagt, in Abhängigkeit der Nutzung der M.2 Slots, verfügbar sind. Zweit der SATA6 Ports sind separat und senkrecht vom Board abgeführt, die anderen vier sind im unteren Bereich und seitlich abgeführt.

    Besonders durch das Feature des sog. Lightning GEN 4 (USB 3.2 Gen 2x2 Type-C) Port auf dem Rückpanel, mit theoretischen 20 GB/s, ist einer der schnellsten externen Ports, meiner Kenntnis nach, verfügbar. Dies mag durchaus einen Nutzen bringen, wenn man externe Speicherlösungen einbinden möchte. In der Zukunft wird sich in diesem Bereich sicher auch noch mehr bewegen, mit diesem Board/Chipsatz ist man zumindest schon vorbereitet, auf das, was da noch kommen mag.

    Das Board Layout: finde ich nicht unbedingt besonders, es folgt den üblichen Standards, jedoch sind mir die zwei SATA6 Ports (5&6) positiv aufgefallen, die separat auf dem Board angebracht sind und welche eine alternative Kabelführung ermöglichen.
    Für Front-USB Ports sind ausreichend Optionen vorhanden (inkl. USB 3.2 Gen 2). Lüfter Anschlüsse sind ebenfalls in ausreichender Menge vorhanden, es gibt auch einen „Pump“ Anschluss, für eine optionale Wasserkühlung.

    Als Zubehör liegen dem Board nur zwei SATA Kabel bei, eines davon mit gewinkeltem Stecker auf einer Seite. Weiterhin sind die Schrauben für die Montage von M.2 Speicher dabei. Und selbstverständlich gibt es auch zwei Antennen für Wifi, welche an der Rückseite des Mainboards angeschraubt werden.
    Eine DVD mit Treibern und Utilities gibt es ebenfalls dazu, weiterhin einen „Quick Installation Guide“ als Faltblatt und eine MSI Dankeskarte mit QR Code zur Registrierung des Produktes.

    Zum Einsatz kommt bei mir ein Intel i5-11600K und 16 GB RAM (2 x 8GB HyperX - 3200 MHz). Ich nutze die CPU IGP, welche sich UHD 750 nennt, jedoch mehr ist, als nur eine Weiterentwicklung der Intel UHD Architektur. Dies nur am Rande, da es nicht zum Mainboard direkt gehört (kann man im Detail ja alles im Internet erfahren).
    Als Kühler verwende ich einen Thermalright HR-02 Macho Rev.A (BW) Tower.

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    Die Montage von CPU erfolgt, wie gewohnt, unproblematisch (vorausgesetzt, man kennt diesen Intel Mechanismus schon ein wenig). Auch das Anbringen der Backplane und der weiteren Bauteile für den großen Tower Kühler ging einfach von statten. Insgesamt neun Schrauben halten das Mainboard dann im PC-Gehäuse an Ort und Stelle. Die typisch-unpraktischen Pfostenstecker für die LED- Anzeigen, Powerswitch, Reset und System Lautsprecher sind ebenfalls, wie zu erwarten, an der untersten, rechten Stelle zu finden.

    Nachdem alles zusammengebaut und verkabelt war, ging es an den ersten Systemstart. Dieser verlief erfreulicherweise komplett unproblematisch. Keine BIOS Warntöne mit schwarzem Bildschirm und anschließender, nervender Recherche nach einem neuen BIOS etc. Das freut den PC-Bastler selbstverständlich.

    Das MSI BIOS: gestaltet sich übersichtlich im sog. EASY (EZ) Modus und zeigt die wichtigsten Informationen im Dashboard an. Das aktivieren des XMP 2.0 Profils für das RAM war auch problemlos, dabei hatte ich versehentlich den „EZ OC“ Modus gleich mit aktiviert und war erstaunt, warum die Taktfrequenz in Windows 10 immer am Maximum operierte.
    Aber auch das war schnell behoben und somit lief dann das System auch kühler und nutzte die üblichen Energiesparoptionen von Board und CPU.

    Was anzumerken ist: ohne den Treiber von der DVD lief bei mir anfänglich der NIC Adapter nicht.
    Ich war also doch ganz froh, dass die DVD mit dabei war. Ich habe dann gleich die anderen Treiber für Chipsatz usw. von der DVD Verwendet und mit dem MSI Utility kann man ja auch einfach nach Updates suchen.
    Möchte man auf MSI spezifische Treiber verzichten, benötigt man in jedem Fall / nach meiner Erfahrung, einen NIC Treiber. Alternativ lädt man die Treiber von einem anderen PC herunter und nutzt ein Speicherstick.
    Abschließend kann ich für meine Konfiguration sagen, dass erfreulich wenig „Bloatware“ von MSI installiert wird, wenn man die Optionen richtig wählt und damit das Windows System schnell einsatzbereit ist. Die Kombination von Board, CPU und RAM ergibt ein wirklich schnelles, stabiles System, als Basis für verschiedene Einsatzzwecke. Selbstverständlich kann man mit diesem Board auch einen GAMING PC aufsetzen. Das BIOS bietet zudem ja auch ausreichend OC Möglichkeiten.

    In der Zusammenfassung:

    Pro
    Z590 Chipsatz
    Ausstattung
    USB-C Lightning GEN4 Port
    Anschluss Optionen
    3x M.2

    Neutral
    Design
    Layout

    Kleiner Punkteabzug
    Slotblende separat
    wenig Zubehör

    Unboxing Video Youtube Link:

    MSI Z590 Pro Wifi Test | Testers Keepers - YouTube
    Geändert von Etchell (21.04.2021 um 22:40 Uhr)

  5. #5

    Standard

    Das Pro Wifi von MSI ist das perfekte Einsteigermodell für den Z590 Chipsatz von Intel. Das Mainboard liegt im unteren Preissegment der Z590 Mainboards und ist als bester Einstieg in die Facetten des Chipsatzes zu sehen.

    Sightcheck:

    Aus dem Karton ausgepackt, hielt ich das schwarze Mainboard in der Hand, welches mir auf den ersten Blick sehr gefiel. Aus der antistatischen Folie herausgeholt, verging mir jedoch der Anblick.
    Mir gefallen nämlich die sehr vielen, hellgrauen Linien nicht, die willkürlich horizontal und senkrecht auf jeden Zentimeter des Boards Platz nehmen. Diese waren auf den Produktbildern nicht so extrem zu erkennen.
    Zudem ist das MSI Logo auf dem I/O-Kühler sehr minimalistisch und neu, erfüllt jedoch nicht meinen Geschmack. Jedoch lässt sich über den Geschmack streiten und Design hat nichts mit der Leistung zu tun.
    Zudem ist das Mainboard im PC verbaut und es sind noch einige Bauteile darauf verbaut, jedoch gibt es viele Menschen, die 10-mal in der Minute in ihren PC gucken, weil der ja so schön leuchtet.

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    Komponenten und Kritik:

    Eine I/O-Blende ist nicht vorinstalliert, sondern im Lieferumfang enthalten. Viele neuere Mainboards, vor allem von MSI, haben eine vorinstalliert, die Fummelei ist für mich jedoch kein Minuspunkt wert.

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    Das Kühlsystem ist sehr schlicht gehalten, reicht aber aus, da ich kein Extreme-Overclocker bin. Die beiden einzigen Kühlkörper sind für die ganzen Spannungswandler der CPU vorgesehen.
    MSI preist dieses System als „neu“ und „ausgereift“ an, durch das man auch bei High-End Prozessoren immer kühl bleibt und die CPU trotzdem bei voller Last arbeiten kann.
    Dies konnte ich nicht überprüfen, jedoch hat das Kühlsystem bei meinem i7-10700K bei normaler Arbeit keine Macken gemacht.

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    Es gibt 4 Ram-Slots für insgesamt 128GB Arbeitsspeicher, mit der von MSI angepriesenen DDR 4 BOOST Technologie.
    Hierbei ist der DDR 4 Schaltkreis völlig isoliert, sodass die Datensignale für Gaming und Verlockung optimiert wurden.

    Ein 2.5G Lan Port ist endlich vorhanden, weil mir dieser zukunftssicher erscheint, jedoch wird es viele Menschen geben, die eine nicht so hohe Bandbreite haben.
    Mein altes Mainboard hat „nur“ einen 1G Lan Port, welcher natürlich auch ausreicht.

    Neben dem Highlight des 2.5G Lan Ports gibt es natürlich auf WLAN mit der „INTEL WI-FI 6E“ Technologie. Der Wlan-Chip ist auch sehr präsent auf dem Mainboard, direkt unter den Ram-Slots zu sehen.
    Hier ist eine Internetgeschwindigkeit von bis zu 2400Mbps vorhanden. Im Lieferumfang sind auch zwei WLAN Antennen enthalten. Diese finden ihren Platz neben den externen Anschlüssen, also hinten am PC.
    Man sollte also versuchen den PC etwas weiter von der Wand zu platzieren. MSI, bzw. Intel setzt hier auf die MU-MIMO und BSS Color Technologie, welche im WLAN6 Verbund für bessere und ausfallsichere Datenübertragungen zwischen Router und PC garantieren.
    Ich empfehle generell jedem so schnell wie möglich auf WLAN6 umzusteigen, da diese neue Technologie viele Vorteile mit sich bringt und sehr zukunftssicher ist.

    Direkt unter dem LAN-Port ist ein „Lightning USB 3.2 Gen 2x2“ Port, welcher mit 20Gbps Daten übertragen kann und somit 4-mal schneller ist als der USB 3.2 Port der ersten Generation. Natürlich braucht man auch ein Zweitgerät, welches diese Geschwindigkeit unterstützt.

    Die Lüfteranschlüsse sind gut platziert, bis auf den CPU_Fan, der hinter einem Kühlkörper und direkt neben einer Befestigungsschraube platziert ist. Dieser Anschluss ist auf meinem 1 Jahr alten MSI Z490 Gaming Mainboard neben dem Kühlkörper viel besser platziert.
    Der CPU_PWR Anschluss ist an der gleichen Stelle wie bei meinem alten Mainboard, nämlich zwischen den beiden Kühlkörpern, jedoch ist bei dem Z590 deutlich weniger Platz.
    Das sind die beiden einzigen Dinge, die ich bemängle, da dort einige Schwierigkeiten auftauchen können, jedoch sind diese nicht so gravierend und zudem sind alle anderen Anschlüsse, sei es SATA, SYS_Fan oder sonstiges, sehr gut ausgewählt.
    Einen Pluspunkt hat MSI von mir geerntet, da sie einen extra Anschluss für eine dedizierte Wasserkühlungspumpe verbaut haben.

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    Das Troubleshooting wurde für den Besitzer sehr einfach gestaltet. Es gibt viel LEDs auf dem Mainboard, welche anzeigen, wo das Problem liegt. Die Fehler könnten dann CPU, RAM, Grafikkarte und ein BOOT Fehler sein.

    Für die CPU gibt es einen 8+4 Pin Stromanschluss, wobei theoretisch kein normaler Mensch den extra 4 Pin Anschluss braucht. Selbst mit einem i9 ist dieser eher überflüssig, als nötig.
    Er wird erst gebraucht, wenn man die CPU dermaßen übertaktet, dass sie mehr Strom benötigt, als ein Kühlschrank.

    Der oberste PCI Express x16 Slot ist deutlich verstärkt, um zu verhindern, dass die verbaute Grafikkarte weg knickt, oder der Slot beschädigt wird.
    Dies kann passieren, wenn man beim Einbau den PC auf der Seite liegen hat und nachdem man fertig ist, ihn mit Schwund richtig hinstellt. Die Grafikkarten werden immer größer und schwerer.

    Der M.2_1 Slot für eine NVMe SSD, ist der Einzige mit Abdeckung, der auch passiv gekühlt ist, ist nur verfügbar, wenn man einen „Rocket Lake S“ (11. Generation) Prozessor hat.
    Nur dieser Slot ist mit PCIe 4 mit der CPU verbunden und kann bis zu 64GB pro Sekunde an Daten übertragen.
    Darüber haben sich viele Leute in diversen Foren und Rezensionen beschwert, jedoch finde ich das nicht so schlimm, da der Z590 Chipsatz mehr oder weniger für die 11.Gen gedacht ist.

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    Das BIOS wurde zu vorherigen Versionen etwas schlichter gehalten, jedoch für den Anwender freundlicher gestaltet. Was mir direkt ins Auge gefallen ist, ist die veränderte Übersicht und Bedienung der Lüftersteuerung, welch viel übersichtlicher gestaltet wurde.
    An den I/O Anschlüssen gibt es auch einen „Flash BIOS“ Knopf für etwaige Fehler im System, falls diese dadurch behoben werden und man sich nicht durchs Bios klicken muss, beziehungsweise einen Jumper Reset vollbringen muss.

    Fazit:

    Pro:
    -sehr gutes, ausgereiftes Mainboard
    -gutes, übersichtliches BIOS
    -viele I/O-Anschlüsse (vor allem USB)
    -WLAN 6E mit 2 Antennen
    -2.5G LAN Port
    -Lightning USB 3.2 Gen 2x2 Port
    -Preis für Z590

    Kontra:
    -Design
    -nicht vorinstallierte I/O Blende
    -(M.2_1 Slot nur bei 11.Gen Intel CPUs)

    Mein Test und Schlusswort:

    Ich habe dieses Mainboard mit meinem alten System getestet. (i7-10700K, MSI 3070 Gaming X Trio, 2x16GB Ram, 2x HDDs, 1x SSD, 1x M.2 [vorher MSI Z490 Gaming Mainboard])
    Große Unterschiede zum alten System habe ich nicht gemerkt, außer dass ich die M.2 SSD nicht im ersten Slot verwenden konnte, da ich nur eine CPU der 10. Generation habe.
    Mit einem i5-11400 von einem Arbeitskollegen hat dieser funktioniert, jedoch durfte ich ihm für die Umstände einmal Burger King ausgeben.
    Die offenbar schnellere PCIe-4 Anbindung habe ich persönlich nicht gemerkt, auch wenn die Daten auf dem Papier anders aussahen, aber als normaler Mensch merkt man das nicht wirklich.
    Dieses Mainboard werde ich für den neuen PC meiner Freundin benutzen, jedoch kann ich euch noch nicht sagen, welche Komponenten ich verbaue, vielleicht klaue ich aber den i5 von meinem Arbeitskollegen und hoffe, dass eine 3060ti vom Laster fällt.
    Im Großen und Ganzen bin ich dennoch zufrieden, obwohl es nicht perfekt ist. Im Vergleich zu meinem Z490 Gaming Mainboard kann es vieles genauso gut, hat aber noch mehr Features, trotz des geringeren Preises.
    Ich vergebe hier 4/5 Sternen, aber auch eine Kaufempfehlung für das Einsteigermodell des Z590 Chipsatzes, da es viele Anschlüsse hat, seinen Zweck erfüllt und um einiges billiger ist, als die überteuerten „Gaming Mainboards, die nur leuchten“.
    Ja der Preis ist sehr niedrig angesetzt im Vergleich zu den anderen Z590 Mainboards mit WLAN 6. Dieses Mainboard ist ein guter Grund für den Einstieg in die ganze PCIe 4.0 Geschichte.

  6. #6

    Beitrag MSI Z590 Pro WIFI Test I Testers Keepers

    Vorwort:

    Ich bin einer der glücklichen Gewinner der Testers Keepers Aktion und darf nun für euch das Z590 Pro WiFi von MSI gründlich testen. Dazu möchte ich nochmals meinen vollen Dank aussprechen!
    Jedoch geht es hier nicht darum meinen Dank auszusprechen, sondern um das gewonnene Mainboard. Das MSI Z590 Pro WiFi ist eines der aktuellen Mainboards, für die erst neulich erschienenen Intel Z590 Chipsatz für Sockel 1200 Intel Prozessoren. Nicht nur die 11. Generation der Intel CPUs sind kompatibel, sondern zudem noch die 10. Intel CPU-Generation. Damit ist er der Nachfolger der Z490 aus der Pro-Serie von MSI. Dadurch lassen sich einiges an neuen Features wie modernste Anschlüsse Intel Turbo USB 3.2, ein verbessertes Kühlungssystem, Unterstützung von DDR4-Speicher bis zu 5333(OC) MHz, 2.5G LAN mit LAN-Manager, Intel Wi-Fi 6E und eine Audio Boost Funktion wieder finden. Auf dem Papier gelesen hört sich das alles gut an – Wie sich das Ganze in der Praxis schlägt erfährt ihr jetzt!

    Unboxing-Video:

    MSI Z590 Pro WIFI Test I Testers Keepers - YouTube

    Design & Verarbeitung:

    Als erstes möchte ich ein paar Worte über das Design loswerden. MSI hat sich bei diesem Modell grundlegend an ihrem Vorgänger das Z490-A Pro orientiert, jedoch einiges am Layout und Design verändert – Fangen wir dabei erst einmal mit den optischen Auffälligkeiten an. Der Hintergrund der Platine hat jetzt anstatt eines schwarz-grauen Lienen Muster, wobei die Linien nur an zwei konzentrierten Stellen von oben rechts nach unten links verlaufen, viele kleine Linien in kleinen rechteckigen Kästchen. Diese Linien haben wieder die gleiche Farbe im gleichen Farbton und sind im gesamten Hintergrund des Mainboards zu finden. Optisch macht dieses neue Design einen runden Eindruck, da man dies in dieser Art nicht alltäglich sieht und gefällt mir dadurch besonders gut.

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    Alle angebrachten Kühlungselemente und das MSI-Logo des Mainboards sind zudem in diesem Muster gehalten. Beim Back Panel und den Chipsatz glänzen die Striche in Schwarz und werden mit silbernen Akzenten abgerundet. An der Stelle gibt es aber eine kleine Unstimmigkeit – Zu finden ist diese bei den Kühlungsrippen, besser gesagt auf der Oberseite der Spannungswandler-Kühler. Diese sind aus mir unerklärlichen Gründen nicht symmetrisch zu dem restlichen Muster. Viel wichtiger ist aber, dass nun die Kühlungselemente genau auf den VRMs und CPU-Leistungsphasen enden, somit eine verbesserte Kühlung dieser bieten kann, als zum Vergleich beim Vorgängermodell. Gleichzeitig sind sie zudem etwas in ihrer gesamten Größe gewachsen.

    Anschlüsse:

    Abgesehen davon, gibt es bei dem Z590 Pro WiFi nicht spannendes neues am Design zu berichten. Alle Positionen der Anschlüsse sind in den meisten Fällen identisch zu denen auf dem Z490-A Board. Die unteren SATA- und einer der beiden Front-USB 3.0 Ports am rechten Rand des Boards sind nach außen gerichtet. Ich persönlich würde mir mehr nach außen abgehenden Anschlüssen wünschen, da dadurch keine lästigen Kurven von den Kabeln entstehen und es einen besseren Eindruck von innen macht – Wie es Beispielweise beim EVGA X299 umgesetzt worden ist. Jedoch ist es für ein Mainboard in dieser Preisklasse ein stimmiges Gesamtpaket.
    Insgesamt sind die viele Header auf dem Mainboard verteilt. Besonders gut sind dabei die insgesamt 6 PWM-Header, welche sich über den unteren und rechten Rand des Mainboards verteilen. Somit hat man einiges an möglichen Strecken die Kabel der Lüfter zu verlegen. Dazu kommen noch zwei RGB-Header, welche besonders wichtig sind für all die, welche noch etwas Beleuchtung in das eigene System bringen wollen. Das Mainboard selbst ist ohne eingebaute RGB-Beleuchtung bestückt worden.

    Nicht so spektakulär ist die I/O des Z590 Pro WiFi – Hier finden wir eher standardmäßige Anschlussmöglichkeiten wieder. Zwei USB 2.0 Ports oben, darunter weiter zwei USB 2.0 Ports mit zwei daneben liegenden USB 3.0 Ports. An der Stelle machen es andere Mainboards von MSI besser und bieten hier ein größeres Spektrum an USB-Ports an, wie es zum Beispiel beim B550 Tomahawk der Fall ist. Trotzdem gefällt mir der eine USB-C 3.2 Gen 2x2 Port sehr gut, mit 20 GBit/s lässt sich hier problemlos eine USB-C-Hub anschließen für noch mehr Konnektivität.
    Unter dem Sockel befindet sich ein M.2-Slot samt Frozr. Hier lässt sich eine PCIe 4.0x4 M.2 anschließen. Wichtiger Hinweis: Dieser Slot ist nur mit einer 11th Gen CPU aktiviert und kompatibel. Das ist nicht dramatisches, da noch zwei weitere M.2-Slots mit PCIe 3.0x4 vorhanden sind. Schade ist es jedoch, wenn man auf den Port verzichten muss und man den gutaussehenden Frozr nicht für einen unteren Slot verwenden kann. Für die Grafikkarte haben wir zwei PCIe x16 Slots – Dabei ist die obere wieder mit PCIe 4.0, aber nur mit den neusten 11 Gen Prozessor kompatibel. Dieser Port regelt sich aber dank den BIOS automatisch runter, wenn man nicht den neusten Prozessor drauf sitzen hat. Falls man zwei Grafikkarten dual nutzen möchte, supportet das Mainboard mithilfe von 2-Way AMD CrossFire Technology dies auch. Für zusätzliche Power steht ein 1x 6-pin ATX PCIe power connector offen, welcher jedoch mit eingebauter Grafikkarte eher weniger einfach zu erreichen ist.

    Montage:

    Die Montage des Mainboards verlief grundlegend gut. Alle ausgestanzten Löcher passten, die Positionen der Header wurden wie gesagt sinnvoll gesetzt. Das einzige eher unschöne bei der Montage, war das Einbauen der I/O-Blende. Diese ist im Lieferumfang enthalten, jedoch nicht direkt mit dem Mainboard verbunden. Für mich persönlich entsteht da immer ein bisschen mehr Fummel-Arbeit als es nötig ist.

    Für den Test habe ich folgende Komponenten verwendet:

    CPU: Intel 10600KF
    GPU: RTX 3070 Gamerock
    RAM: 2x Trident Z Royale 16GB
    Gehäuse: Cosair iCUE 5000X RGB
    AiO: MSI MPG K360
    Netzteil: be quiet! Straight Power 11 750-Watt
    Festplatten: WD BLACK SN750 M.2 250GB, ein paar Standard SSDs

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    Inbetriebnahme:

    Nachdem alles startklar eingebaut war, habe ich die gute Kiste natürlich angeschmissen und als erstes ins BIOS geschaut. Im BIOS handelt es sich um das MSI Click BIOS 5, welches wir in genau dieser Art auch bei andern von MSI hergestellten Mainboards wiederfinden. Daher, dass ich persönlich mich immer für MSI-Mainboards entschieden habe, war mir die Oberfläche von Beginn an bekannt. Den einzigen Unterschied findet man, wenn man in den EZ-Modus schaltet und dann unten in die Mitte das MSI Pro-Logo betrachtet.

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    Nachdem ich als erstes das XMP für den RAM aktiviert habe, bin ich in die Einstellungen der Lüfterkurven gegangen. Hier wurde von Werk aus schon so konfiguriert, dass ich die Einstellungen alles auf den Standard-Werten gelassen habe. MSI hat hier ein gutes balancing der Gegebenheiten eingerichtet, was mir besonders gut gefallen hat. Aus Spaß habe ich mir dann noch die aktuelle, noch in der Beta befindenden BIOS-Version heruntergeladen und aufgespielt. Bei MSI geht dies wieder ganz fix und einfach von statten. Einer der oberen USB 2.0 Ports ist für das Flashen des BIOS schon vorkonfiguriert, wodurch man nur noch im BIOS auf die M-Flash Funktion gehen muss und die passende Datei für das Update auswählen muss. Von da an macht das Board alles automatisch, wodurch vor allem nicht so erfahrende Benutzer dies in Handumdrehen selbst hinbekommen.

    Erster Windows-Start:

    Nachdem ich alles im BIOS eingestellt habe, ging es wieder darum Windows neu zu installieren. Nachdem Windows ohne weitere Probleme installiert worden ist, wollte ich natürlich als erstes Programme sowie Windows-Updates durchführen. Dies ist im ersten Schritt gescheitert – Wieso auch immer waren keine Treiber für die Internet-Ausgänge, WLAN als auch Ethernet vorinstalliert, wodurch ich diese erst auf meinem zweiten System herunterladen musste. Etwas lästig, was ich gerne noch mal loswerden wollte.

    Fazit:

    Das MSI Z590 Pro WiFi ist insgesamt ein solides Mittelklasse-Mainboard, welches sich aufgrund der vorhandenen Leistung und den aktuellen Preis von ca. 190¤, als wahrer Preis-Leistungs-Bolide auszeichnet. Zugegeben ist das Design nicht für Jedermann gemacht, jedoch haben mir die Art der Umsetzung besonders gut gefallen. Das gesamte Mainboard ist sehr schlicht gehalten, wodurch es in fast jedes System optisch passt. Dabei ist die Verarbeitung auf einen hohen Niveau - Das zeigt sich vor allem am ganzen Board. Wer Interesse hat, sein System mit einer neuen 11. Intel-Generation aufzustocken, kann sich mit ruhigen Gewissen an dieses Mainboard wenden.

    Zieht man alles in was das Z590 Pro WiFi im Bereich „Anschlüsse“ zu bieten hat in Betracht, erledigt es seinen Zweck mit einer befriedigenden Leistung. Es gibt genügend Header für Lüfter und RGB-Beleuchtung, mit einen zusätzlichen 4-Pin-Stromanschluss lässt sich die CPU ohne Probleme übertakten. Einzig negativ ist mir dabei der PCIe-Anschluss aufgefallen, welcher bei Benutzung der unteren PCI-Slots eher eng wird. Hier wurden alles Anschlüsse auf sinnvollen Positionen gelegt und die Montage auf einem angenehmen Level gebracht. Die I/O ist für das nötigste da.
    Das MSI Click BIOS 5 hat optisch eine schöne und besonders einfach zu bedienen Oberfläche. Alle nötigen Einstellungen wurden vom Werk aus sehr gut eingestellt, wodurch nur wenig an Eigenleistung erbracht werden muss. Seltsam und etwas schade war es jedoch, dass von Anfang an keine Treiber auf dem Mainboard vorinstalliert waren.
    Damit bin ich auch schon am Ende – Insgesamt kann ich nur positiv über das MSI Z590 Pro WiFi berichten. An der einen oder anderen Stelle gibt es zwar ein paar Abzüge, jedoch ist das Gesamtpaket im Betracht auf den Preis sehr fair gehalten.

    Pro:
    - Solide Verarbeitung
    - Schönes Design (Subjektiv betrachtet)
    - Viele Header und Anschlussmöglichkeiten
    - Handliches BIOS
    - I/O mit USB-C 3.2 Gen 2x2 für z.B USB-C-Hub
    - Drei M.2 Ports
    - WiFi 6E
    - Preis-Leistung auf einem fairen Level

    Kontra:
    - I/O-Slotblende separat
    - PCIe-Anschluss könnte eng werden
    - M.2 Slot samt Frozr nur bei einer 11. Gen. Intel sinnvoll
    - Keine vorinstallierten Internet-Adapter Treiber

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