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Thema: Testers Keepers mit GIGABYTE AORUS LIQUID COOLER 240

  1. #1
    Mindfactory AG Avatar von Mister Marketing
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    Standard Testers Keepers mit GIGABYTE AORUS LIQUID COOLER 240

    Hier findet Ihr die Reviews aus der Testers Keepers Aktion mit GIGABYTE vom 27.01.-02.02.2020.
    Mit freundlichen Grüßen
    Ihr Mindfactory Marketingteam

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  2. #2

    Standard Eine All-in-One Wasserkühlung mit dem gewissen Extra

    Hi Mindfactory-Forum,

    zunächst einmal ein herzliches “Servus mitananda” da ich mich für die Mindfactory Aktion hier neu angemeldet habe.

    TL,DR ganz unten

    Ich bin einer der glücklichen Gewinner einer TESTERS KEEPERS Aktion von Mindfactory und durfte für euch die “GIGABYTE AORUS LIQUID COOLER 240” All-in-One CPU Kühlung testen. Das hat perfekt gepasst, weil mehr oder weniger zeitgleich meine neuen PC-Teile angekommen sind und ich die Kühlung in ein frisches System einbauen konnte.

    Aber kommen wir zum interessanten Teil - des Pudels Kern sozusagen.

    20200305_203549.jpg


    Die Kühlung kommt hervorragend Verpackt daher - und damit meine ich zum einen die schicke Verpackung als auch deren Sicherheit (dicker und fester Schaumstoff, stabile Pappe - da passiert nix beim Transport).

    Wie man auf dem Foto sehen kann, werden alle notwendigen Teile fürs Produkt und für den Aufbau direkt mitgeliefert (okay ihr braucht einen Kreuzschraubendreher - aber wer bitte, der eine AIO einbaut, hat denn nicht?):
    • Schrauben zur Montage der Lüfter am Radiator und des Radiators ins Gehäuse
    • Montage-Sockel (meine Güte ist der schön anzuschauen) inkl. Schrauben für verschiedene gängige Sockel
      (der vollständigkeit halber diese folgenden AMD: TR4 (hier liegt der Montagerahmen bei der CPU bei das ist also eigentlich eher ), AM4 Intel: 2066, 2011-3,1366,115x)
    • Zwei RGB-Lüfter
    • Die Kühlung selber natürlich - ein 240er Radiator fertig mit der Pumpe/Bodenplatte verschlaucht (pff ist das ein Wort? also die Schläuche sind fix und fertig fest montiert) mit dem absoluten Party Piece - das DISPLAY obendrauf - mal ehrlich das Display ist ja wohl einer der wichtigsten Gründe diese Kühlung zu kaufen


    20200305_203856.jpg

    Sehr gut gefallen hat mir, dass die Kupfer Bodenplatte bereits mit der entsprechend angebrachten Wärmeleitpaste kommt - das ist auf jeden fall ein Vorteil (ein Arbeitsschritt weniger) bei der Montage. Apropos Montage widmen wir uns doch gleich dieser!
    Nachdem ich wie gesagt ein komplett neues Rig gebaut habe konnte ich mir überlegen in welchem Setup ich die Kühlung einbauen möchte. Üblich ist es, den Radiator mit Kühlern entweder an der Front oder an dem “Deckel”, also oben im PC Gehäuse, zu verbauen. Ich habe ich den Radiator oben installiert, da ich die Luft innerhalb des Gehäuses nicht zu stark aufheizen möchte (das würde meiner Meinung nach passieren, wenn ich die Front-Variante wähle und die warme Luft in das Gehäuse geblasen wird) .

    Hier möchte ich kurz erwähnen, dass die Anleitung bis auf einen Schritt alles gut und genau erklärt. Meine kleine Kritik ist, dass nicht wirklich zu erkennen ist wie die Stecker der Lüfter zu verbinden sind (fairerweise muss ich sagen, dass hier kurzes Nachdenken hilft - die Lüfter werden nicht mit dem Motherboard sondern mit der Haupteinheit verbunden).

    Aber nun zurück zur Installation die übrigens wirklich super einfach ist! Für meinen Ryzen 3900X (also AM4 Sockel) habe ich zunächst die Rückplatte des Motherboards abmontiert und mit den beigelegten Schrauben neu verschraubt. Hier muss nun kurz die Sockelhalterung (Standardmäßig ist eine Intel-Halterung angebracht) gewechselt werden. Dazu wird einfach der Metallring abgedreht und der neue wieder eingedreht bis er wieder einrastet (siehe TIPP unten). Nun wird einfach das komplette Trumm auf die Schrauben gesetzt und mit vier Daumenschrauben fixiert und festgezogen (hier kommt jetzt der eingangs erwähnte Schraubendreher zum Einsatz). Die Einheit ist recht groß, aber nicht unhandlich oder klobig. Jetzt noch schnell die Lüfter auf den Radiator schrauben (achtet vorher in welche richtung die Kabel gehen sollen) und ab damit ins Gehäuse! Jetzt werden Strom und USB-Kabel eingesteckt, nachdem ich vorher die Lüfter zusammengesteckt habe. Zu kritisieren ist hier, dass die RGB-Kabel deutlich kürzer als die Lüfterkabel sind. as schränkt die Flexibilität etwas ein. Zum Schluss habe ich noch aus ästhetischen Gründen die sehr starren Schläuche etwas in Position geschoben und ist alles eingebaut und ready to go!

    TIPP - achtet hier gleich darauf, dass sich das Display “nur” in 45 Grad Schritten drehen lässt also nach Uhrzeit auf 12, 3, 6 und 9 Uhr. Das ganze ist am Schlauch ausgerichtet, wenn man den Ring also in einem Zwischenwinkel montiert, sieht das dann so aus:
    20200309_212458.jpg
    (hach RGB heaven - wenn schon denn schon oder?)

    Ich kann die Montage nur mit Luftkühlern vergleichen und ich muss sagen, dass ich positiv überrascht bin. Es ist alles deutlich weniger frickelig und fummelig. Da ein normaler (after market) Kühler meist recht groß ist, hat man sehr wenig Platz, um an die Schrauben und Kabel zu kommen, ganz abgesehen von den Kratzern, die man sich an den Kühllamellen holt. Außerdem muss man den Lüfter nicht mit irgendwelchen Metallbügeln an den Kühler fummeln, sondern schraubt diese einfach in den Radiator - das kann (und sollte) man vor dem Einbau machen. Alles in allem sehr einfach und angenehm in der Installation.

    Kommen wir zum Betrieb und Leistung - zunächst der Elefant im Raum: auf maximaler Leistung wird die Lüftung recht laut! Dem kann man mit Hilfe der Software aber beikommen. Die Kühlleistung ist im Vergleich zu meinem alten Alpenföhn Brocken 3 ca 3-10 Grad geringer. Richtig eingestellt ist die Lüftung im normalen Betrieb etwas lauter.

    Die Software ist leider Gottes noch etwas entwicklungsbedürftig - es werden zwei verschiedene Programme benötigt um das ganze auszusteuern (warum?!). Aber gut, was solls - einmal installiert kann man hier fast alles einstellen, was das Herz begehrt: von verschiedenen RGB Beleutchtungen und Modi der Lüfter bis hin zum kleinen Display mit verschiedenen Voreinstellungen und einer Custom-Bild Option.

    Wie viele WaKüs es mit Display gibt? Das Display ist eines der wichtigsten Kaufargumente und es sieht wirklich fantastisch aus. Braucht man das? Nein! Will man das? Ja! Das bringt mich auch schon zur Preis-Leistung der AIO. Tja was soll man dazu sagen, 192¤ (Stand 10.03. auf Mindfactory) sind eine Ansage, gibt es doch Alternativen für deutlich weniger zu haben. Aber diese Produkte bieten keine vergleichbare Ausstattung. Außerdem ist dieses AIO auch etwas, das man sich mal gönnt. Man kann auch vortrefflich darüber streiten ob der Porsche wirklich sein muss oder ob nicht doch der BMW oder gar der Dacia reicht.

    In diesem Sinne denke ich, dass man hier eine hervorragend verarbeitete schicke AIO bekommt die alles Bietet was der aktuelle Markt zur Verfügung stellt. Sie hat keine scharfen Kanten, Grate o.ä., die Pumpe hat ein Metallgehäuse und sie hat sehr stabile Schläuche. Deshalb ist Preis-Leistung für mich im angemessenen Rahmen für diejenigen, die gerne alle Spielereien haben wollen und auch das gewisse Extra im PC haben möchten.

    TL,DR
    Pro:
    • Eine AIO die alle Features abdeckt: Wasserkühlung, RGB-Lüfter und ein programmierbares Display
    • Hochwertige Verarbeitung
    • Sehr gute Kühlleistung - auch beim Übertakten
    • Sehr einfache Montage
    • Viele Einstellungsmöglichkeiten in der Software


    Contra:
    • recht hoher Preis
    • Software ist noch verbesserungswürdig in Hinblick aufs Handling - funktioniert aber einwandfrei
    • recht laut auf maximaler Leistung




    Fazit:
    Wer sich einen Gigabyte Aorus Liquid Cooler 240 holt bekommt eine WaKü die super aussieht und hervorragend verarbeitet ist. Die Montage und die Leistung sind ebenfalls auf absolutem Top Niveau. Der Preis ist hoch aber so ist das nunmal wenn man den neusten Schnickschnack haben will und in diesem Sinne ist die Preis-Leistung angemessen.

    Ich hoffe ich konnte euch einen guten Überblick gewähren und so schaut es dann mit korrekt ausgerichteten Display bei mir aus:

    20200310_173513.jpg

    Viele Grüße
    RobIrgendwer

  3. #3

    Standard

    Hallo Mindfactory-Forum,
    Ich freue mich den "GIGABYTE AORUS LIQUID COOLER 240" testen zu dürfen.
    IMG_20200315_221302_637.jpg

    Einsatz und Test-Hardware
    Eine Sache vorweg: Mein Anwendungsfall ist etwas speziell. Daher können einige Dinge, die ich bemängele für die meisten Nutzer irrelevant oder sogar positiv sein.
    Ich bin Wissenschaftler und entwickle neuronale Netze mit verschiedenen Deeplearning-Frameworks.
    Der Kühler wird in meinem Heimrechner benutzt, auf dem ich neue Architekturen auf großen Bilddatensätzen trainiere. Dabei ist es üblich, dass die Hardware für Stunden bis mehre Tage zu nahezu 100% ausgelastet wird.
    Die Wärmeentwicklung ist dabei selbstverständlich enorm und gute Kühlung unerlässlich, unter anderem um die Lebensdauer der Hardware nicht deutlich zu verkürzen.
    Der PC steht im Wohnzimmer, daher sind auch Lautstärke und Optik relevant.
    Der Rechner wird auch gelegentlich für Gaming benutzt, ich spiele selber aber eher selten neuere Spiele und nutze dabei vermutlich nie meine Hardware voll aus.

    Ich habe den Rechner im Februar zusammengebaut und enthält folgende Hardware:


    Als Betriebssystem nutze ich ein stark modifiziertes Manjaro bzw. Arch Linux. Dies ist nicht nur sehr vorteilhaft bis unerlässlich bei meiner Arbeit, sondern auch generell meine persönliche Präferenz.
    photo_2020-03-16_23-20-48.jpg

    An der Grafikkarte sind die Lüfter meist ausgeschalten und die Kühlung passiert passiv. Außer den Aorus Lüftern am Liquid Cooler befindet sich zur Zeit nur der sehr leise 200mm Lüfter des Thermaltake Core v21 im System.

    Vor dem Einbau des Aorus Liquid Coolers habe ich für etwa zwei Wochen den AMD Wraith Prism genutzt, welcher zusammen mit der CPU ausgeliefert wird.
    Der AMD Wraith Prism ist daher auch mein Vergleichswert in dieser Bewertung. Auch wenn der Wraith Prism als "boxed cooler" im Grunde gratis mit der CPU kommt, ist er nicht zu unterschätzen und vor allem im Vergleich zu vorherigen Generationen oder Kühlern von Intel sehr gut - aber dazu später mehr.

    Installation
    Das Kühlsystem kommt hervorragend verpackt mit diversem Zubehör den man für die Installation in aktuellen Intel- und AMD-Systemen benötigt. Standardmäßig ist das Intel-Bracket an der Wasserblock/Pumpen/Display-Kombi installiert. Es lässt sich einfach entfernen und durch das mitgelieferte AMD-Bracket ersetzen. Dabei ist etwas Vorsicht wichtig, um nicht die bereits aufgetragene und ungeschützte Kühlpaste zu verschmieren. Bei der Installation des Brackets lässt sich dieses nahezu frei ausrichten, sodass die Schläuche zum Radiator an jeder beliebigen Stelle positionieren lassen. Man sollte allerdings bedenken, dass die Darstellung auf dem Display später nicht so frei gedreht werden kann.
    AMD sieht für seine Kühler eine Installation mit einer Art "Klammer" vor. Die dafür auf jedem AM4-Motherboard vorinstallierten Haken müssen entfernt werden um anschließend den Aorus Liquid Cooler an deren Stelle mit 4 Schrauben festzuschrauben.
    Mir persönlich gefällt das einfache Schraubsystem des Liquid Coolers viel besser als das von AMD vorgesehene Klammersystem.

    Über zwei 12V-PWM-Lüfteranschlüsse und zwei 12V 4 Pin RGB-Anschlüssen lassen sich die mitgelieferten Lüfter anschließen und steuern.
    Der Aorus Liquid Cooler wird über USB auf ein USB-2.0 Header des Mainboards angeschlossen und bezieht 12V Strom über ein SATA Stromkabel direkt von der PSU.

    Beim ersten Start ist für c.a. 15 Minuten ein Blubbern zu hören. Das ist wohl üblich für "All-in-one" Wasserkühlungen, da sie nicht über ein Wasserreservoir wie eine "custom" Wasserkühlung verfügen und somit Gasblasen im Wassersystem zunächst eine Stelle finden müssen, an der sie hängen bleiben und aufsteigen. Es ist also Luft im System, doch nach einigen Minuten hat sich die Luft abgesetzt und ist nicht mehr zu bemerken.

    Standardmäßig laufen die Lüfter mit etwa 2000rpm, was etwa 50% der maximalen Geschwindigkeit sind. Das ist schon noch recht laut, allerdings bereits leiser als ein AMD Wraith Prism.
    Das Display zeigt das Aorus Logo (Drachenkopf) mit 0°C.

    Ich habe es bisher immer noch nicht hinbekommen, die benötigten Treiber zu installieren oder irgendwie Einstellungen am RGB, Display, Lüfter oder Pumpe von meinem Betriebssystem aus vorzunehmen.
    Das liegt daran, dass Gigabyte ausschließlich Software für Windows anbietet, keine Open-Source-Projekte dazu existieren und sich das Reverse-Engineering als schwierig herausstellt. Dazu mehr im Abschnitt "Software".

    Performance
    Die Performance ist ein Punkt, an der sich der Aorus Liquid Cooler wirklich nicht verstecken muss.
    Wie bereits erwähnt, habe ich ihn mit dem AMD Wraith Prism verglichen.

    Meine CPU ist von Standard-Turbo von 3.70GHz auf 4.15GHz übertaktet. Ich wäre gerne noch etwas höher gegangen, aber irgendwie spielt da mein Mainboard nicht mit und ich konnte keine funktionierende Konfiguration finden.
    Selbst mit dem AMD Wraith Prism kam es nicht zu "Thermal throttling" - das heißt, die übertaktete CPU musste nie niedriger Takten aus Gefahr zu überhitzen. Die Temperatur war aber sogar beim nichts tun ("idle") schon bei 40°C und ging unter Last bis zu 90°C hoch.
    Mit dem Wraith Prism war das einerseits bedenklich heiß und andererseits störend laut durch den ständig stark pustenden und ziemlich hoch surrenden Lüfter.
    Um die Lautstärke irgendwie in ein messbares Verhältnis zu setzen: Unter voller Last bei 2800rpm misst mein Smartphone 37dB am AMD Wraith Prism. Diese Messung ist sehr ungenau und nur ein grober Richtwert.

    Direkt nach dem Einbau des Aorus Liquid Coolers und ohne Installation der Treiber oder sonstige Konfiguration der Lüfter drehen diese mit etwa 2000rpm.
    Die CPU hatte im 'idle' mit dem Aorus Liquid Cooler eine Temperatur von 24°C, was der Zimmertemperatur entspricht.
    Unter Volllast ging die Temperatur kurzzeitig auf maximal 70°C. Beim konstanten Betrieb mit 100% Auslastung über mehrere Stunden schwankte die Temperatur überwiegend um 60°C.
    Der Lüfter war relativ laut. Mein Smartphone hat, ebenso wie beim Wraith Prism wieder 37dB gemessen, was wieder eine ungenaue Messung ist.
    Der Klang ist allerdings nicht annähernd so lästig wie der des AMD Wraith Prims. Es klingt dumpfer, tiefer und monotoner, weshalb es leisen und weniger störend auf mich wirkt.

    Nach einer Installation von Windows, um die Konfiguration vornehmen zu können (dazu mehr unter "Software") habe ich die Lüftergeschwindigkeit auf konstante 1000rpm gesetzt.
    Das entspricht dem "Quiet"-Modus in der Software von Gigabyte.
    Im "idle" schafft hat die CPU wiederum Zimmertemperatur, wie schon zuvor bei 2000rpm, es dauert aber nach einer Belastung etwas länger, bis sich die niedrige Temperatur wieder einstellt.
    Unter 100% Auslastung schwankt die Temperatur um 68°C mit einem Maximum von 75°C.
    Die Lautstärke ist dabei allerdings deutlich niedriger. In etwa so leise wie der in meinem Gehäuse integrierte Lüfter bei 600rpm.
    Mein Smartphone misst für das Gesamtsystem etwa 10dB, wobei das bereits so leise ist, dass da definitv keine genauen Werte gemessen werden.
    Zum Vergleich: Ein Deckenventilator hat 25dB und in einem Radiostudio werden 20dB als "Ruhe" angenommen.
    Die Lüfter sind also hörbar, allerdings nur wenn man genau darauf achtet.

    Hier ein Graph zum Vergleich. Ich habe dabei 3 mal für jeweils 90 Minuten die CPU mit der gleichen Berechnung belegt, wobei die CPU immer zu 100% ausgelastet war.
    index.jpg
    Der Graph zeigt die CPU-Temperatur normiert auf 5 Sekunden.
    Die Lila Kurve wurde mit dem AMD Wraith Prism aufgenommen und hat einen Mittelwert von 83°C und ein Maximum von 91.6°C.
    Die Grüne Kurve wurde mit dem Gigabyte Aorus Liquid Cooler 240 bei konstant 1000rmp (leise) aufgenommen und hat einen Mittelwert von 67.8°C und ein Maximum von 75.5°C.
    Die Blaue Kurve wurde mit dem Gigabyte Aorus Liquid Cooler 240 bei konstant 2000rmp aufgenommen und hat einen Mittelwert von 61.4°C und ein Maximum von 68°C.

    Ich lasse die Konfiguration jetzt bei 1000rmp, da mir etwa 70°C unter voller Auslastung niedrig genug sind und die nahezu absolute Stille mehr wert ist als 10°C weniger auf einer CPU die auch mit 90°C auskommen würde.
    Ich habe vor, die Lüftergeschwindigkeit direkt vom Mainboard kontrollieren zu lassen, brauche dafür aber ein Splitter-Kabel um sie parallel an den CPU-Fan-Header anschließen zu können.

    Software
    Die Software von Gigabyte ist definitiv der größte Kritikpunkt.

    Zunächst gibt es bisher keine Möglichkeit irgendwie mit dem per USB angeschlossen Kühler zu kommunizieren, wenn man nicht Windows als Betriebssystem nutzt.
    Für mich als Linux-Nutzer schon mal sehr schlecht. Andere Kühler mit zusätzlichen Funktionen, wie der AMD Wraith Prism mit LEDs, lassen sich über diverse OpenSource-Projekte steuern.
    Der Gigabyte Aorus Liquid Cooler hat nichts in diese Richtung zu bieten.

    Außerdem ist die Aufteilung der Steuerung in 2 Programme sehr verwirrend und gefühlt unnötig.

    Mein erster Ansatz war, eine Virtuelle Maschine mit Windows aufzusetzen. Oracle Virtual Box bietet hier die Möglichkeit USB-Geräte zur virtuellen Maschine durchzureichen.
    Die Installation von "RGB Fusion" funktionierte und darüber ließen sich dann auch per USB-Passthrough zur VM die RGB-LEDs der Lüfter steuern. Glücklicherweise speichert der Kühler fast alle Einstellungen in der Hardware, sodass auch nach einem Neustart ohne Windows VM die Animationen der LEDs erhalten blieben.
    Das Programm "AORUS ENGINE" bereitete allerdings mehr Kopfzerbrechen. Nach der Installation schrieb sich dieses Programm in den Autostart und brachte dann die Virtuelle Maschine zum Absturz. Ein Neustart der VM war nicht möglich, da kurz nach dem Hochfahren das Programm die VM direkt wieder abstürzen ließ.
    Der einzige Ausweg war das löschen der VM und das laden eines Backups vor der Installation der Programme. Wer also eventuell ein ungewöhnlich eingerichtetes System hat, sollte auch unter Windows vorsichtig mit "Aorus Engine" sein und ein aktuelles Backup vor der Installation zur Hand haben.

    Als zweiten Ansatz habe ich extra auf einer kleinen zusätzlichen Partition Windows physisch im Dualboot installiert um die Programme dort zu testen.
    Das hat funktioniert und auch über Aorus Engine vorgenommene Einstellungen werden in der Hardware gespeichert und funktionieren auch nach einem Neustart zu Linux.
    Allerdings bekommt ohne installiertes Aorus Engine der Kühler keine Information über die CPU-Temperatur und nimmt daher konstant 0°C an. Der Lüfter dreht also immer auf der in "Aorus Engine" als minimal eingestellten Geschwindigkeit.
    Außerdem funktioniert so die Temperaturanzeige auf dem Display nicht - was meiner Meinung nach das beste Feature wäre.
    Es wäre super gewesen, wenn der Kühler ein Thermometer verbaut hätte um die aktuelle Temperatur der Kühlflüssigkeit anzuzeigen und abhängig von dieser die Lüfter zu steuern. Dann müsste die CPU nicht ständig ihre Temperatur über USB an den Kühler senden.
    Daher betreibe ich unter Windows einfach ein Bild auf den Display geladen, das zu der Ästhetik meines Rechners passt und dieses wird jetzt statisch unter Linux angezeigt.

    Hier ein Bild das ich im Windows-Betrieb erstellt habe, um zu zeigen, dass die Temepraturanzeige unter Windows funktionieren kann:
    photo_2020-03-16_23-20-43.jpg

    Ich habe ein paar Versuche unternommen, die Software zu Reverse-Engineeren, um einige Funktionen unter Unabhängig vom Betriebssystem nachzubauen, teste jetzt aber bereits seit fast 2 Wochen den Kühler und habe noch keine Erfolge in diese Richtung vorzuweisen.
    Das verwendete Protokoll scheint, wie die Software selber, etwas verworren und inkonsequent zu sein.

    Des weiteren gibt es einige sehr seltsame Probleme mit der Software.
    Der "Custom Text"-Modus funktioniert auch unter Windows für mich leider garnicht. Ich bekomme stattdessen ein weißes Bild mit buntem Rand angezeigt.

    Aorus Engine bietet die Funktion die Darstellung auf dem Display zu drehen, so dass die Schläuche über, unter oder rechts vom Bild sind. Für meine Installation wäre links vom Bild gut gewesen, aber die Option gibt es seltsamerweise nicht.
    Die Funktion, welche das Bild dreht, dreht außerdem nicht einfach das Bild, sondern kompiliert eine neue Firmware für den Kühler und flasht diese auf die Hardware. Sollte sich währenddessen der PC aufhängen, besteht also vermutlich die Gefahr, den Kühler zu beschädigen. Immerhin hat es für mich den Vorteil, dass ich Einblicke in die Firmware bekommen kann.

    Aorus Engine erlaubt des weiteren Uploads vom Bildern, welche dann auf dem Display dargestellt werden. Anscheinend erlaubt die Software einen Upload von Bildern mit einer Größe von bis zu 820*820 Pixeln im bmp-Format.
    Nutzt man die Vorgaben voll aus, sind die Bilder verschoben, seltsam geschnitten und im falschen Farbraum.
    Real funktionieren für mich Bilder mit einer Auflösung von 305*305 Pixeln im 24-Bit Farbraum ohne color space Information.
    Die Auflösung habe ich herausgefunden, indem ich ein Bild mit Strichen im Abstand von 10 Pixeln auf den Kühler geladen und so die Auflösung gemessen habe. Ein Hinweis in irgendeiner Dokumentation wäre schön gewesen.
    Für den Farbraum habe ich verschiedene Einstellungen in GIMP beim bmp-Export außprobiert. Hier die Einstellungen beim Export, die für mich funktionieren:
    GIMP_Export.jpg

    Insgesamt wäre, gerade mit einem Blick auf den Preis, eine automatische Umwandlung in ein Bild, das tatsächlich dargestellt wird, wie ich es erwarte wünschenswert.

    Außerdem hat sich Aorus Engine auch in einer normalen Windows-Installation mehrfach beim Ändern von Einstellungen aufgehängt und nur ein Neustart konnte das Problem beheben.

    Design
    In diesem Bereich kann der Gigabyte Aorus Liquid Cooler 240 wieder punkten.
    Der hervorragend verarbeitete CPU-Sockel allein sieht schon gut aus. Dazu der konfigurierbare Display mit klarem Schwarz und hellen Farben erlaubt ein einzigartiges Design im PC-Case.
    Alles an der Hardware des Kühlers wirkt hochwertig und schreit je nach Konfiguration nicht so sehr nach "Gaming" wie viele andere Produkte und kann nach Wunsch auch eher schlicht wirken.

    Wie bereits geschrieben, ergibt für mich nur ein statisches Bild auf dem Lüfter Sinn, da für andere Funktionen Windows benötigt wird.
    Ich habe mich für ein Bild der Künstlerin @bungers.exe entschieden, dass gut zu der Cyberpunk-Ästhetik passt, die ich mir vorgestellt habe.
    Auch die Lüfter wiederholen die Farben Blau, Türkis und Pink, welche bereits den vorgegebenen Standardfarben entsprechen und gut zum Lichtstreifen an der ASUS Dual RTX™ 2080 EVO passen.
    Insgesamt ein Ergebnis, mit dem ich sehr zufrieden bin.
    IMG_20200315_221302_637.jpg

    Mein einziger Kritikpunkt am Design geht nicht direkt an den Kühler, sondern an die mitgelieferten Lüfter.
    Diese sind auf der Oberseite asymmetrisch und nicht glatt. Einzeln sieht das auch ganz gut aus. Wenn zwei davon nebeneinander angebracht sind, sieht es somit aus, als wäre der Eine tiefer als der Andere, was nicht ideal ist.
    Außerdem lassen sie sich so nur in einer "Push"-Konfiguration einbauen, da sie sonst schief sitzen und eine Lücke zwischen Radiator und Lüfter entsteht.
    Persönlich hätte ich sie lieber in einer Pull-Konfiguration betrieben, da die Stelle in meinem Gehäuse durch Staubfilter geschützt und somit Staub im Gehäuse besser vermieden werden könnte. Daher werde ich vermutlich demnächst die Lüfter durch Andere ersetzen und sie stattdessen an anderen Stellen im Gehäuse verbauen.
    photo_2020-03-16_23-20-37.jpg

    Fazit und Preis-/Leistung
    Generell bin ich mit der Kühlung sehr zufrieden. Die Performance und Verarbeitung ist hervorragend und die Optik einzigartig. Wer für seine gewünschte Ästhetik einen Display in der Mitte des Mainboards haben möchte, hat hier eine sehr gute Option. Die einzige Konkurrenz mit diesem Feature ist aktuell der NZXT Kraken Z63, welcher allerdings noch ein mal deutlich teurer ist.
    Betrachtet man allerdings den Preis von 190¤, muss man feststellen, dass es durchaus einige Schwachpunkte gibt, die man nicht von einem Kühler in dieser Preisklasse erwarten würde.
    Gerade die Software hat viele Probleme und es gibt keine Alternativen zur offiziell bereitgestellten Software.
    Konkurrenzprodukte mit ähnlichem Aufbau, allerdings ohne Display auf dem CPU-Sockel, findet man im Bereich von 100¤ bis 150¤.
    Betrachtet man allein den Display als Hardware mit nur 300*300 Pixeln für einen Aufpreis von mindestens 50¤, ist das schon sehr teuer. Allerdings ist die einzige Konkurrenz, die ebenfalls einen Display verbaut noch teurer.

  4. #4

    Standard

    Hallo!

    Die Aorus Liquid Cooler 240 All-in-One Wasserkühlung wurde mir im Rahmen der „Testen.Bewerten.Behalten.“-Aktion durch Mindfactory zur Verfügung gestellt. Dies hat jedoch keinerlei Einfluss auf meinen Test und die damit verbundene Meinung zum Produkt. Vielen Dank nochmal an Mindfactory für die Aktion!

    Die Wasserkühlung selbst kam sauber verpackt in einem schönen Karton an. Die Aufmachung und das Unboxing waren schonmal vielversprechend. Jetzt musste die AiO nur noch im Test zu überzeugen wissen. Diesen habe ich der Übersichtlichkeit halber in verschiedene Kategorien zusammengefasst: Design, Verarbeitung, Montage, Leistung (hierbei auch ein kleiner Vergleich zu der vorher in meinem System verbauten NZXT Kraken X62), Preis-Leistungsverhältnis und Fazit.

    Kommen wir zunächst zum Design. Hier muss ich sagen, ich finde es überaus gelungen. Die ARGB-Lüfter und das LCD-Display mit dem Aorus-Falken sind definitiv die Hingucker in meinem Case. Auch schön anzusehen ist der chromfarbene Schriftzug seitlich am Radiator. Leider ist dieser aber im verbauten Zustand Im Deckel meines Gehäuses nicht mehr sichtbar. Die Oberflächen besitzen ansonsten ein mattschwarzes Finish. Dadurch kommt die Beleuchtung mehr zum Tragen. Insgesamt würde ich diese AiO zu den schönsten am Markt erhältlichen zählen.

    Die Verarbeitung ist in meinen Augen tadellos. Ich fand keine verbogenen Radiatorfinnen, scharfe Kanten oder schlecht entgratete Stellen an dem Produkt. Die Schläuche sind mit einer schönen Ummantelung versehen. Die Schläuche sind etwas steif, aber das ist Jammern auf hohem Niveau. Die Anschlusskabel sind ordentlich montiert. Es gibt keine schlechten Verbindungen oder offene, nicht isolierte Stellen. Grundsätzlich würde ich die Verarbeitung als überdurchschnittlich gut bezeichnen. Zum Vergleich diente mir hier eine CoolerMaster ML240 und eine NZXT Kraken X62. Beide kamen aus dem Karton mit verbogenen Finnen, die CoolerMaster sogar mit leichten Druckstellen auf der Radiatorfläche. Auch die Kabel der ML240 waren nicht so gut montiert. Dies wurde durch einen Austausch behoben.

    Kommen wir nun zur Montage. Verbaut wurde die AiO in einem CoolerMaster H500P mit Mesh-Front. Ich habe mich für einen Einbau an der Oberseite entschieden, da ich den Airflow im restlichen Gehäuse nicht zu stark beeinträchtigen wollte. Die Montage der AiO ist kinderleicht. Lüfter auf den Radiator verschraubt, Radiator im Lüfterrahmen angebracht. Den Aufnahmerahmen für den CPU-Block installiert und die Pumpeneinheit mit 4 Schrauben diagonal anziehen. Ich habe mich entschieden beim Test vorerst auf die bereits aufgebrachte Wärmeleitpaste zu setzen, da dies bei der vorher installierten NZXT auch so war und um eine gewisse Vergleichbarkeit zu schaffen. Zur Einrichtung selbst muss unter Windows dann zunächst die Aorus Engine zur Steuerung der AiO installiert werden. Für die Steuerung der RGB-Beleuchtung ist wieder RGB Fusion 2.0 zu verwenden. Hier muss ich leider sagen, dass ich dies bei NZXT deutlich besser gelöst fand. Dort war alles unter einer App zu finden und dazu bot die NZXT-App auch noch ein paar schöne Monitoring -Features für GPU und CPU-Werte. Vor allem Letzteres vermisse ich wirklich ein wenig. Gut wiederum finde ich in der Aorus Engine die Einstellmöglichkeiten der Pumpe und Lüfterdrehzahl. Hier sind für die Lüfter 6 Profile und für die Pumpe 3 Profile vorkonfiguriert. Bei Bedarf kann natürlich auch jeweils manuell gesteuert werden. Des Weiteren kann in der Aorus Engine auch noch das Logo und der Text des LCD-Displays angepasst und die angezeigten Informationen ausgewählt werden. Ich persönlich habe hier die Lüfter auf Quiet und die Pumpe auf balanced gestellt, da mir die Lüfter ansonsten zu laut wurden. Die NZXT war schon leiser, verglichen mit der CoolerMaster ML240 ist die Aorus AiO jedoch wiederum leise. Ein Problem, welches bei mir aufgetreten ist, war das das Display auf der Pumpeneinheit nicht funktionierte. Nach etwa einer halben Stunde Fehlersuche konnte ich dies jedoch beheben. Ich hatte einen Molex-Adapter verbaut, um damit eine SATA-Platte und die Beleuchtung der alten 200mm-Lüfter des Gehäuses mit Strom zu versorgen. Das Display benötigt jedoch zwingend einen 5-poligen SATA-Stromanschluss, also ohne Adapter. Danach sprang das Display an und funktioniert seitdem ohne Probleme.

    Kommen wir nun zur Kategorie Leistung. Zum Auslesen der Werte nutzte ich das Programm CoreTemp und Prime95 zur Erzeugung eines Vollast-Szenarios. Kommen wir jedoch zunächst zu den Temperaturen im Idle unter Windows. Hier liegt die Temperatur im Schnitt bei 35°C. Zum Vergleich kommt die NZXT X62 hier auf 32°C im Schnitt. Unter 100 % Last erreichte die CPU nach 60 Minuten eine Temperatur von 75 °C im Schnitt und 78°C in der Spitze. Die Temperaturen bei der vorher verbauten NZXT lagen 65°C im Schnitt und 70 °C im Peak. Die im Vergleich zur NZXT erreichten Temperaturen lassen sich jedoch relativ leicht erklären. Die NZXT besitzt einen 280mm Radiator mit 2 größeren Lüftern. Zum einen spielt hierbei das höhere Volumen des Wasserkreislaufs, zum anderen aber auch die größer dimensionierten Lüfter eine Rolle. Bei gleicher Drehzahl befördern diese einfach mehr Luft durch die Finnen des Radiators und sorgen somit natürlich für eine höhere Wärmeabfuhr. Aufgrund der Tatsache, dass im Kreislauf der NZXT auch schlicht ausgedrückt mehr Wasser zirkuliert, erhitzt sich dieses auch nicht so schnell wie in einem kleineren Radiator. Alles in allem jedoch fand ich die Leistung der Aorus-AiO jedoch überzeugend. Man muss auch immer bedenken, dass dieses Szenario eigentlich nie im alltäglichen Betrieb vorkommt. Eine hundertprozentige Auslastung des Prozessors ist über ein paar Sekunden zwar durchaus vorhanden, aber über 60 Minuten eigentlich nie. Selbst das Rendern von Videos ist in kürzerer Zeit erledigt. Unter reiner Spielelast erreichte die CPU mit keiner meiner AiO’s mehr als 60°C. Und diese Temperatur war auch nur eine kurze Lastspitze. Im Schnitt lag die CPU in Spielen zwischen 49 bis 55°C, was ich für sehr gut halte.

    Das Preis-Leistungsverhältnis des Aorus 240 Liquid Coolers empfinde ich als etwas zu hoch. Sie gehört definitiv nicht zu den günstigeren AiO-Lösungen, bietet für den Preis von circa 190 Euro ein paar schöne Features, gute Performance und tolle RGB-Beleuchtung in Verbindung mit dem coolen Display auf dem Pumpenblock. Ob einem dies jedoch der relativ hohe Preis wert ist, liegt immer im Auge des Betrachters.

    Kommen wir nun zu einer kleinen Zusammenfassung über das Produkt:

    Pro:
    - Optik
    - RGB-Beleuchtung
    - Leistung
    - Verarbeitung / Qualitätsanmutung
    - Montage (Einfachheit/Anleitung)

    Neutral:
    - Lautstärke
    - Preis

    Contra:
    - Software

    Grundsätzlich kann ich den Gigabyte AORUS LIQUID COOLER 240 empfehlen. Das einzige, was definitiv verbessert werden muss, ist die Software. Hier sollte sich der Hersteller eventuell mal bei der Konkurrenz umsehen und nachbessern. Ansonsten passt sowohl Optik als auch Leistung. Von mir erhält die AiO 4 von 5 Sternen.

    Ich hoffe, ich konnte euch mit meiner Bewertung ein paar nützlich Infos liefern. Viel Spaß beim Shoppen auf Mindfactory.

    Liebe Grüße

    Roy
    Anhang 23333
    20200304_171652_resized.jpg
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  5. #5

    Standard

    Gigabyte Aorus Liquid Cooler 240 mm

    Leistungsstarke All-in-One-Wasserkühlung mit programmierbarem Display



    VORWEG:
    Da ich bereits seit einiger Zeit überlegt habe mir eine Kompaktwasserkühlung für meinen Desktop- PC mit AMD-Ryzen-Prozessor zuzulegen, kam mir die Auswahl als Produkttester bei der Testers Keepers Aktion von Mindfactory gerade recht. Dafür möchte ich mich ganz herzlich bei Gigabyte und Mindfactory bedanken. Vielen Dank!

    Dass ich den Kühler nach meinem ausgiebigen Test behalten darf, hat aber keinerlei Auswirkungen auf meine Ausführungen oder meine Bewertung. Positive wie negativen Dinge werden ohne Wenn und Aber angesprochen.



    EINLEITUNG:
    Den Gigabyte Aorus Liquid Cooler gibt es, Stand März 2020, in drei verschiedenen Ausführungen:
    - als 240 mm Radiator-Variante mit zwei 120 mm Lüftern aktuell für ca. 170 Euro
    - als 280 mm Radiator-Variante mit zwei 140 mm Lüftern aktuell für ca. 190 Euro
    - als 360 mm Radiator-Variante mit drei 120 mm Lüftern aktuell für ca. 210 Euro.

    Ich durfte im Rahmen der Mindfactory Testaktion die kleine 240mm Variante auf Herz und Nieren prüfen. Ich war gespannt, welche Kühlleistung der Gigabyte Cooler in der relativ kompakten Version mitbringt und wie gut er sich zu anderen All-in-One-Wasserkühlungen schlägt, welche ich mir intensiv die letzten Wochen in Shops, aber vor allem bei Freunden und Bekannten in Aktion angeschaut habe.



    LIEFERUNG & VERPACKUNG:

    Die Lieferung durch Mindfactory erfolgte schnell und sicher. Der eigentliche Gigabyte Produktkarton, war wie üblich in einem neutralen, etwas größerem Karton mit Luftkissenfolie verpackt.

    Beim Öffnen sprang auch schon die sehr schicke Produktverpackung ins Auge, die definitiv Lust auf mehr machte. Auf der Rückseite waren alle wichtigen Daten vorzufinden. Der eigentliche Cooler mit all seinen Komponenten war dann nochmals sehr gut verpackt in einem mit Aussparungen versehenen Schaumstoffkubus. Da konnte beim Transport definitiv nix verrutschen oder kaputtgehen.

    Zum Inhalt gehören:
    - eine bebilderte Kurzanleitung
    - zwei adressierbare RGB Lüfter
    - der eigentliche 240 mm Aluminium-Radiator mit bereits angeschlossenen Schläuchen und daran hängend, die eigentliche Kühleinheit mit integrierter Pumpe und dem speziellen Display, der diese Wasserkühlung so besonders macht
    - weiteres Montagematerial für unterschiedliche Intel und AMD Sockel

    Foto 1 - Karton.jpg Foto 2 - Karton Infos.jpg Foto 3 - Karton Inhalt.jpg



    MONTAGE:

    Der Zusammenbau und Einbau ins Gehäuse gestaltete sich mit Hilfe der gut bebilderten Gigabyte-Montageanleitung denkbar einfach. Selbst Computer-Laien kommen klar. Man kann eigentlich kaum was falsch machen. Selbst eine Wärmeleitpaste ist auf den Kupferkühlkopf aufgebracht und kann damit nicht versehentlich vergessen werden.

    Die Kühleinheit kann im übrigen so montiert werden wie man sie braucht. Die beiden Zu- und Ablaufschläuche können dabei oben, unten, links oder rechts sitzen.

    Die Verkabelung ist sehr einfach gehalten. Die Steuerung der gesamten Wasserkühlung, also auch der zwei Lüfter und deren RGB-Beleuchtung erfolgt über einen Standard USB 2.0 Anschluss auf dem Mainboard. Man sollte also vor dem Kauf gucken, ob man solch einen Anschluss frei hat oder frei machen kann. Ich habe z.B. zwei USB 2.0 Gehäuseanschlüsse an der Front meines Gehäuses deaktivieren müssen, um diesen Steckplatz für die Kühlung vorzusehen, was bei mir aber auch nicht viel ausmacht, da mein Mainboard mehr als genug USB-Anschlüsse auf seiner Rückseite bietet.

    Das USB-Kabel ist im übrigen mit ca. 72 cm lang genug um es nach oben oder einer anderen Seite wegzuführen, es hinter dem Mainboard-Tray zu verlegen und an die meist unten sitzenden USB-2.0-Anschlüsse am Board anzuschließen.

    Ein paar Kabelmaße:
    - USB 2.0-Kabel: ca. 72 cm lang an der Kühleinheit hängend
    - 4-Pin-PWM Kabel: ca. 76 cm lang (36 cm Y-Kabel an der Kühleinheit + je 40 cm an den Lüftern)
    - RGB-Kabel: ca. 48 cm lang (36 cm Y-Kabel an der Kühleinheit + je 12 cm an den Lüftern)
    - Kühlschläuche: ca. 38 cm lang

    Die Inbetriebnahme ist auch denkbar einfach, allerdings steht nirgends so ganz deutlich geschrieben, dass man zwei Gigabyte-Programme aus dem Netz herunterladen muss, eines für die Steuerung und eines für die Lichtspiele, um einen einwandfreien, vollständigen und steuerbaren Betrieb der Kühlung sicherzustellen. Lediglich auf der Gigabyte Produktseite ist dies deutlich, allerdings auch nur auf Englisch, geschrieben. Der Gigabyte-Karton spricht nur von "Support", also "Unterstützung" und nicht von "Voraussetzung zur vollständigen Nutzung".

    Hat man die Software "Gigabyte Aorus Engine" und "Gigabyte RGB Fusion" von der offiziellen Gigabyte Internetseite herunter geladen und installiert, was eine Sache von 3-5 Minuten darstellt, stehen einem genügend Optimierungsmöglichkeiten zur Verfügung um Pumpen- und Lüfterdrehzahl sowie Beleuchtungs- und Display-Modi auf die eigenen Bedürfnisse anzupassen.

    Um Sorgen vorwegzunehmen: Die Lüfter und die Pumpeneinheit funktionieren bei der ersten Inbetriebnahme ganz automatisch, vorausgesetzt die Kabel sind richtig angeschlossen und der USB-2.0-Stecker ist am Mainboard befestigt. Eine Sorge, der Prozessor könnte schmelzen oder es erfolgt ein Not-Aus, bis man die Software rechtzeitig herunter geladen hat, ist unbegründet. Wenn die Lüfter sich drehen und die Pumpe läuft ist alles OK. Ob die Pumpe läuft ist allerdings akustisch schwer auszumachen, da sie sehr leise ist. Am besten prüft man das kurz, indem man einen der Schläuche einfach mit zwei Fingern auf Ober- und Unterseite beführt. Man spürt eine gewisse Pulsbewegung wie beim menschlichen Blutfluss.

    Foto 4 - Inhalt ausgepackt.jpg



    LEISTUNG:
    Was die Leistung der AiO-Wasserkühlung angeht, ist diese von so einigen Faktoren abhängig: der Pumpleistung, den verbauten Lüftern und natürlich der Radiatorfläche sowie der Positionierung der Kühlung im Gehäuse um nur die wichtigsten zu nennen.

    Der 240 mm Radiator stellt derzeit, die kleinste Version der Gigabyte Aorus Liquid Cooler dar und kann somit auch in kleine Gehäuse ohne Probleme eingebaut werden. Die Frage war also: Schafft der kleinste Gigabyte-AiO-Wasserkühler einen voll ausgelasteten und übertakteten AMD oder Intel Prozessor, bei möglichst geringer Geräuschentwicklung, effektiv und auch dauerhaft herunterzukühlen?

    Schließlich möchte niemand am PC eine Zwangspause einlegen, egal ob beim Spielen oder bei aufwendigen Anwendungen, damit der Prozessor, trotz Kühlung, sich mal "erholen" kann. Das geht in der heutigen Zeit einfach nicht. Ich habe daher ausgiebig getestet, da ich insbesondere für meine Anwendungen (CAD, Rendering, Animationen, Kurzfilme), eine starke Kühlung brauche und zudem auch gern eine Runde am Abend zocke. Außerdem musste der Kühler einigermaßen leise sein, da mein PC ca. 1 m entfernt auf dem Schreibtisch steht und akustisch nicht stören soll.

    Was die Leistung angeht, braucht sich der kleine 240 mm Gigabyte Kühler definitiv nicht verstecken. Er kühlt Prozessoren sehr gut herunter. Wenn man ihn nicht fordert, langweit er sich schon fast. Verwendet habe ich bei meinem Test zunächst die aufgebrachte Wärmeleitpaste, die bereits gute Ergebnisse gebracht hat. Später habe ich eine sehr gute Wärmeleitpaste von CoolerMaster genutzt. Mit dem MasterGel Maker und seiner Wärmeleitfähigkeit von 11W/mK waren die Ergebnisse nochmals ein paar Grad besser.

    Testen konnte ich mit einem AMD Ryzen 7 2700X, stabil übertaktet auf allen Kernen auf 4,3 GHz. Die Ergebnisse waren wie folgt:
    - im Leerlauf: ca. 36-42 Grad Celsius
    - normale Anwendungen (z.B.: Office, Streamen usw.): 38-52 Grad Celsius
    - intensiven Anwendungen (z.B.: Bildbearbeitung, Rendern usw.): maximal 66 Grad Celsius
    - intensiver CPU-Stresstest über 60 Minuten: maximal 72 Grad Celsius

    Mehr als 72 Grad Celsius konnten nicht erreicht werden, was ja auch gut ist. Je kälter desto besser. Aber selbst 75 Grad oder auch 80 Grad Celsius wären immer noch OK gewesen.

    Pumpe und Lüfter waren hierbei im normalen "Balance Modus" eingestellt. Wer den "Performance" oder gar "Maximal Modus" wählt hat sicher noch ein paar Grad bessere Temperaturen, muss aber auch eine höhere Lautstärke in Kauf nehmen.

    Mein Leistungs-Fazit ist also, dass es sich definitiv um eine ausgesprochen gute Kompaktwasserkühlung handelt, selbst in der kleinen 240 mm Version. Eine Kernschmelze wird man damit nicht erleben.



    LAUTSTÄRKE:
    Bei der Lautstärke von AiO-Wasserkühlungen muss man differenzieren zwischen der Pumpe und den verbauten Lüftern.

    Die Pumpenlautstärke ist insgesamt sehr leise und in der kreisrunden mit Aluminium ummantelten Kühleinheit auch im "Maximal Modus" kaum wahrnehmbar. Man muss schon sehr genau auf das Geräusch achten um es überhaupt zu hören. Bei geschlossenem Gehäuse wird es nochmals deutlich reduziert.

    Bei der Lüfterlautstärke muss klar unterschieden werden mit welcher Drehzahl die Lüfter laufen. Wählbar sind verschiedene Modi mit jeweils eigenen Lüfterkurven: "Default, Zero RPM, Quiet, Balanced, Performance, Max und Custom".

    Bis etwa 1200 Umdrehungen pro Minute (RPM), sind die Lüfter praktisch nicht hörbar (1 m Abstand, offenes Gehäuse). Danach werden Sie Stück für Stück wahrnehmbarer aber bei weitem noch nicht aufdringlich. Ab ca. 1800 RPM sind sie zwar klar hörbar, aber alles noch im Rahmen, wie ich finde. Bei maximalen 2600 RPM, offiziell angegeben sind 2500 RPM +/- 10%, sind sie natürlich schon sehr präsent, aber da habe ich definitiv auch schon Schlimmeres gehört. Wirklich laut ist immer noch etwas anderes. Der Hersteller gibt dazu eine Lärmbelastung von 39,5 dBA an. Genau messen und überprüfen konnte ich das nicht, aber es kommt ungefähr hin.

    Allerdings ist die Lautstärke auch eine Einstellungsfrage in der "Engine-Software". Mit dem "Custom Modi" kann man sich auch ganz einfach eine eigene Lüfterkurve erstellen und/oder die Pumpleistung erhöhen um einen schnelleren Wärmeabtransport zu gewährleisten. Damit sind auch bei niedrigen Umdrehungszahlen gute CPU-Temperaturen möglich, ohne auch nur ansatzweise eine Lärmentwicklung zu erreichen, die unangenehm ist.

    Oft sind bei AiO-Wasserkühlungen die beigelegten Lüfter meist nicht so besonders. Hier ist das definitiv anders. Sie sind hochwertig und absolut brauchbar. Ein Tausch ist gar nicht nötig, was bei anderen Wasserkühlungen wieder Mehrkosten verursacht.

    Wer trotzdem andere Lüfter montieren möchte, sollte auf eine maximale Umdrehungszahl bei möglichst geringer Lautstärke achten. Wichtig für Radiatoren ist hierbei der erzeugte Luftdruck, der insbesondere vom Design der Lüfterschaufeln abhängt.

    Im Vergleich zu meinem bisher auf der CPU sitzenden 92 mm AMD Wraith Prism Top-Blow-Kühler, ist die Gigabyte Kompaktwasserkühlung geradezu "ein Lüftchen im Wald", während der Wraith Prism, der aber immer noch eine akzeptable Kühlleistung bringt, eher einem abgeschwächten "Düsenjet" gleichkommt.



    OPTIK:
    Die Leistungen von All-in-One-Wasserkühlungen unterscheiden sich gar nicht so sehr voneinander, zumal oft nur bessere Lüfter montiert werden können um diese zu verbessern. Die Hersteller versuchen daher optisch und mit Besonderheiten zu punkten.

    Und genau hier unterscheidet sich die Gigabyte Aorus Liquid Wasserkühlung sehr deutlich von der Konkurrenz. In der 80 x 80 mm großen, kreisrunden und 60 mm hohen Pumpeneinheit ist ein 60 x 60 mm LCD-Display eingearbeitet, auf welchem man sich verschiedene Daten anzeigen lassen kann. Dies ist z.B. sehr sinnvoll, wenn man wie ich, den PC neben sich auf dem Tisch zu stehen hat. Ein kurzer Blick ins Gehäuse auf das Display reicht und man weiß, welche CPU-Temperatur herrscht und/oder wie hoch der Prozessor gerade taktet. Je nach Modi kann man sich, zudem CPU-Model-Name, CPU Threads, Umdrehungen der Radiatorlüfter oder auch die Pumpenleistung anzeigen lassen. Eine benutzerspezifische Anzeige mit Daten, einem individuellen Text oder einem kleinen Bild ist ebenfalls möglich. Auch sind verschiedene Farben für die Display-Umrandung wählbar.

    Die Beleuchtung der Lüfter ist ebenfalls sehr umfangreich und so stehen auch hier verschiedene Modi und jede Menge Farben für eine tolle Beleuchtung im Gehäuse zur Verfügung. Da bleibt kein Wunsch offen.

    Foto 7 - Kühler im Gehäuse.jpg



    SOFTWARE
    Um die Wasserkühlung vollständig betreiben zu können, sind wie schon erwähnt, die Software "Gigabyte Aorus Engine" und "Gigabyte RGB Fusion" nötig. Das "Aorus Engine" Programm funktioniert zwar insgesamt, hat aber derzeit noch einige kleinere Schwächen. Mit bestimmten Aktionen sollte man daher vorsichtig sein, diese einzusetzen. Dies betrifft: eigene Bilder hochladen, eigenen Text anzeigen lassen, sowie das Drehen der angezeigten Informationen. Das digitale Drehen einer Bildschirminformation funktioniert zwar, dauert aber z.B. für eine 90 Grad Drehung etwa 3 1/2 Minuten und ist zudem nicht immer von Erfolg gekrönt. Da sollte Gigabyte unbedingt noch ein Update nachreichen.

    Mit der Beleuchtungssoftware, der so genannten "Gigabyte RGB Fusion", gab es hingegen keinerlei Probleme. Farben, Modi und andere Befehle wurden sofort oder spätestens mit Drücken des Buttons "Apply" übernommen und ausgeführt. Negative Auswirkungen oder Beeinflussungen mit anderer Beleuchtungssoftware, die nicht von Gigabyte stammt, konnte nicht festgestellt werden.

    So konnte z.B. ohne Probleme auf einem Asus X470-Mainboard mit der Beleuchtungssoftware "Asus Aura Sync" parallel auch "Gigabyte RGB Fusion" ausgeführt werden, um damit die Display-Modi und Farben des Coolers zu steuern. Eine Synchronisation war jedoch leider nicht möglich. Man hat also einen leicht erhöhten Aufwand wenn man eine gewisse Beleuchtungssituation gestalten möchte.

    Ebenso getestet werden konnte das Zusammenspiel mit einem X570 Gigabyte Mainboard. Hier klappte die Belechtungssynchronisation ohne Probleme oder extra Aufwand, da "RGB Fusion" auch auf dem Board (und der Gigabyte Grafikkarte) eingesetzt wird.

    Foto 5 - Software Gigabyte Aorus Engine.jpg Foto 6 - Software Gigabyte RGB Fusion.jpg



    VERARBEITUNG & HALTBARKEIT:
    Die Verarbeitung des Gigabyte Aorus Liquid Coolers ist absolut hervorragend. Da gibt es wirklich nichts zu meckern. Es wurden hochwertige Materialien und viel weniger Plastik als bei manch anderen CPU-Wasserkühlungen benutzt. Das merkt man sofort, wenn man den Kühler auspackt und spätestens wenn man ihn montiert hat und in Betrieb nimmt. Alles ist sauber und vor allem dicht zusammenmontiert, was wichtig ist, damit die Kühlflüssigkeit auch da bleibt, wo sie gebraucht wird, nämlich im geschlossenen System. Es gibt keine scharfen Kanten, wo man sich schneiden könnte. Bei den mit Stoff ummantelten Schläuchen wurde ein gutes Mittelmaß zwischen Flexibilität und Starrheit gefunden, aber das ist immer eine persönliche Meinung und wie man die Kühlung montieren möchte.

    Schade ist lediglich, dass bei solch einem hochwertigen Produkt die Kabel am Kühler und an den Lüftern nicht mit Stoff ummantelt sind. Das ist etwas inkonsequent, wie ich finde. Bei dem Preis und der wirklich guten Qualität sollte man diese kleine Einsparung echt unterlassen. Das ist aber auch der einzige Kritikpunkt.

    Was die Haltbarkeit angeht kann ich nach meinem zweiwöchigen Test natürlich keine 100%ige Aussage treffen, werde aber, wenn es Probleme geben sollte, definitiv ein Update schreiben. Wenn ich mir im Vergleich zu anderen Kompaktwasserkühlungen aber die Qualität anschaue, die Gigbyte hier aufbietet, bin ich mir ziemlich sicher, dass das Produkt weit mehr als die 3-jährige Garantie des Herstellers überstehen wird. Ich persönlich gehe von mindestens der doppelten Zeit aus. Die durchschnittliche Lebensdauer der Lüfter gibt Gigabyte mit 70.000 Stunden an.



    WARTUNG:
    Eine All-In-One- Wasserkühlung ist eigentlich sehr pflegeleicht, denn eigentlich benötigen lediglich der Radiator sowie die Lüfter etwas Pflege. Dies bedeutet, dass man sie zumindest einmal im Jahr von hängen gebliebenen Staub befreit sollte. Ein Staubsauger auf leichtester Stufe eignet sich da sehr gut. Für die Lüfter nimmt man einen kleineren Malpinsel. Die Wärmeleitpaste zwischen Kühlkörper und Prozessor sollte nach ca. zwei bis drei Jahren gesichtet und falls nötig, wenn sie hart geworden ist, ersetzt werden.



    WARUM EINE AiO-WASSERKÜHLUNG?
    In der Regel entscheidet man sich für eine Kompaktwasserkühlung, weil man eine leistungsschwache Luftkühlung hat, die zudem oft recht laut ist, meist in Form eines Standard-CPU-Lüfters. Vielleicht besitzt man aber auch schon einen guten Turm-Luftkühler, der aber mit seinem enormen Volumen große Teile des Gehäuseraums einnimmt und den Blick in den Innenraum sowie den Luftstrom doch erheblich stört. Wem eine ganz individuell gebaute Wasserkühlung wiederum zu teuer und zu pflegeintensiv ist, entscheidet sich für eine Kompaktwasserkühlung.



    PREIS & FAZIT:
    Bei den unzähligen All-in-One-Wasserkühlungen am Markt kann man als PC-Besitzer schon sehr schnell den Überblick verlieren. Welche ist gut, welche vielleicht weniger? Ich habe mir so einige Kühllösungen in den letzen Wochen live anschauen können und kann heute nach dem Testen ganz klar eine Empfehlung für diese klasse Gigabyte Aorus Liquid Cooler 240 mm Kompaktwasserkühlung aussprechen.

    Die Verarbeitung und die Materialien sind erstklassig. Die Montage denkbar simpel. Leistungsmäßig ist die Kühlung überzeugend mit genügend Spielraum um auch stark übertaktete High-End-Prozessoren zu bändigen. Die Optik mit den Beleuchtungsfunktionen ist sehr schön und vielfältig, wobei das i-Tüpfelchen ganz klar das programmierbare LCD-Display mit seinen Einstellungsmodi ist.

    Kleine Abstriche muss man lediglich derzeit noch beim Aorus Engine Programm machen, wo es bei einigen wenigen Funktionen Bugs gibt, welche aber nicht weltbewegend sind und mit einem Software-Update sicher ohne Probleme behoben werden können. Wenn man weiß, welche das sind (siehe Absatz: Software) und diese vorerst bis zu einer Behebung meidet oder selten anwendet, kann man ohne Probleme auch jetzt den Kühler nutzen, sowohl mit einem Gigabyte-Mainboard als auch mit Mainboards anderer Hersteller.

    Was den Preis angeht, so ist diese Kühllösung mit rund 170 Euro für die 240 mm Radiator-Variante natürlich nicht unbedingt super günstig und definitiv im Premium-Segment angesiedelt, aber dafür bekommt man auch Qualität, die ich, bei persönlich gesichteten anderen AiO-Kühlungen, darunter auch Produkten von bekannten Herstellern mit vielen Verkäufen, irgendwie vermisse.

    Als direkte Konkurrenz ist die NZXT Kraken Z-Serie (Z63 mit 28mm Radiator & Z73 mit 360mm Radiator) anzusehen, welche aber beide aktuell mit über 240 Euro zu Buche schlagen. Zudem gibt es die Asus ROG Ryuo- und Asus ROG Ryujin-Serie, ebenfalls mit programmierbaren Displays. Je nach Version muss man da aber auch zwischen 125 bis 240 Euro auf den Tisch legen.

    Preislich ist die Gigabyte-Lösung also schon sehr gut angeordnet und definitiv mehr als nur einen Blick wert. Ich für meinen Teil, werde diese klasse Kompaktwasserkühlung auf jeden Fall in meinem Gehäuse weiter nutzen.

    Nach meinem ausführlichen Test, kann ich guten Gewissens eine Bewertung mit 5 von 5 Sternen abgeben, trotz kleinerer Mängel in Teilen der nötigen Engine-Software. Die Gigabyte Aorus Liquid-Kühllösung ist auf jeden Fall zu empfehlen.

    Foto 8 - Kühleinheit mit Display.jpg

  6. #6

    Standard Gigabyte Aorus Liquid Cooler 240 „Testers Keepers“

    Gigabyte Aorus Liquid Cooler 240
    „Testers Keepers“

    Der Aorus Liquid Cooler 240 wurde mir von Mindfactory im Rahmen der „Testers Keepers“ Aktion zur Verfügung gestellt. Getestet habe ich die AiO mit folgender Hardware:
    AMD Ryzen 3700x
    Asus X570-E Gaming
    32 GB Trident Z Neo
    Powercolor RX Vega 56 Red Dragon
    beQuiet Dark Base 700
    3x Silent Wings 140mm
    Mein bisheriger CPU Kühler ist ein Dark Rock Pro 4, also ein ziemlich potenter und vor allem sehr leiser Luftkühler. Ich vermute, dass die AiO bei der Kühlleistung zwar mithalten kann oder auch etwas besser abschneidet, hierbei aber hörbarer ist, als der Dark Rock Pro 4.
    Als Wärmeleitpaste habe ich unter dem Dark Rock Pro 4 die Coolermaster Mastergel Maker in Verwendung, welche ich zur besseren Vergleichbarkeit auch für die AiO nutze.

    20200308_123440.jpg
    20200308_123450.jpg

    Verpackung & Lieferumfang
    Die AiO kam von Mindfactory gut verpackt bei mir an, der Karton des Kühlers ist etwas größer als ein Schuhkarton. Nach dem Öffnen springt einem als erstes der Quick Installation Guide entgegen, der wie so oft sehr spartanisch ausfällt, aber im Grunde ausreichend ist.
    Darunter finden sich in einer Schaumgummieinlage in separaten Fächern die einzelnen Komponenten der AiO wieder, die da wären:
    - Radiator und Pumpe, die natürlich bereits mit zwei Schläuchen verbunden sind
    - zwei 120mm RGB Lüfter
    - Tüte mit verschiedenen Backplates und Schrauben
    Die Verpackung macht einen sehr guten Eindruck. Hier muss man keine Angst haben, dass etwas beschädigt wird, falls der Paketbote etwas ruppiger mit dem Karton umgeht.

    20200308_123511.jpg
    20200308_123807.jpg

    Verarbeitung & Einbau
    Die AiO macht einen sehr hochwertigen Eindruck. Mir sind keine scharfen Kanten oder verbogenen Lamellen am Radiator aufgefallen. Die Schläuche sind ummantelt und dadurch sehr wertig.
    Die AiO ist mit den Sockeln Intel 2066, 2011, 2011-3, 1366, 115x und AMD AM4 und TR4 kompatibel.
    Wie bereits in der Einleitung geschrieben, verwende ich die AiO mit einem Ryzen 3700x, also auf dem AM4 Sockel.
    An der Backplate vom Mainboard werden die vier Schrauben aus der Tüte, die mit AM4 beschriftet ist, angebracht.
    Den Radiator habe in die Oberseite des Gehäuses gesetzt. Die Schiene zum Anschrauben lässt sich aus dem Dark Base 700 herausnehmen, wodurch die Installation sehr einfach war. Radiator mit acht Schrauben an der Schiene befestigen, die beiden Lüfter mit je vier Schrauben unter den Radiator schrauben, Schiene wieder ins Gehäuse schieben, fertig.
    Als nächstes musste die Pumpe montiert und werden. Ich habe mich gegen die ab Werk unter der Pumpe aufgetragene Wärmeleitpaste entschieden, diese also entfernt und eine dünne Schicht meiner vorhandenen Coolermaster Mastergel Maker auf die CPU aufgetragen. An der Pumpe ist der Montageringe für den Intel Sockel vormontiert, dieser wird einfach abgedreht und der Ring für AM4 drauf gedreht. Die Pumpe muss im Anschluss nur noch auf die vorher angebrachten Gewinde gesetzt und mit vier Schrauben festgedreht werden. Dies ging sehr einfach und konnte ohne Werkzeug erfolgen.
    Zum Schluss wird alles verkabelt. An der Pumpe zwischen den beiden Schläuchen kommen vier Kabel raus: 1x SATA Stromanschluss, für den Anschluss am Netzteil, 1x USB, der auf einen USB Header auf dem Board kommt und zwei Y-Kabel mit jeweils zwei Fan und LED Headern, an denen die beiden Lüfter angeschlossen werden. Alle Kabel sind lang genug, um sie hinter dem Mainboard Tray zu verlegen.



    Kühlleistung
    Ich habe die Temperaturen der CPU mit HWInfo ausgelesen. Einmal für 10 Minuten im Idle und einmal unter Last mit Prime95 in der Small FFTs Einstellung. Hierbei habe ich die Temperaturen nach 30 Minuten Aufwärmphase über einen Zeitraum von 30 Minuten gemessen. Die Raumtemperatur lag bei 20° C.

    Idle Last
    Aorus Liquid Cooler 240 34,9° C 64,6° C
    Dark Rock Pro 4 37,3° C 66,2° C


    Der Aorus Liquid Cooler 240 schneidet also ein paar Grad besser ab als der Dark Rock Pro 4, wobei ich dazusagen muss, dass der DRP4 über PWM gesteuert wurde und ich für den Aorus Liquid Cooler eine Custom Lüfterkurve, die eher geringe Lautstärke getrimmt ist, erstellt habe. Daher sind die Ergebnisse eventuell nur bedingt vergleichbar. Mit Lüfter auf Max ließen sich noch 3 Grad unter Last herausholen, dann waren die Lüfter aber extrem laut. Beim Dark Rock Pro 4 habe ich keine weiteren Werte mit anderen Lüftereinstellungen gemessen, in der PWM Einstellung liefen die Lüfter mit ca. 800RPM.
    Ansonsten ist mir aufgefallen, dass beim Zocken auch andere Komponenten wie Grafikkarte und Chipsatz ein paar Grad kälter bleiben als mit dem Dark Rock. Die Wärme der CPU wird direkt abgeführt und dadurch, dass kein riesiger Kühlblock direkt über der GraKa sitzt, ist der Airflow besser, wodurch die anderen Komponenten kühler bleiben.

    Lautstärke
    Die Pumpe der AiO ist kaum hörbar, bei den Lüftern sieht das anders aus. Ab 1300 RPM sind diese bereits gut wahrnehmbar, in der Standardeinstellung „Balanced“ laufen die Lüfter bei einer CPU Temperatur von 40° C mit 1750 RPM, was ich schon als störend bezeichnen würde. Habe mir daher eine Customkurve mit relativ niedriger Lüfterdrehzahl erstellt.
    Spaßeshalber habe ich die Geräuschkulisse mal auf dem Smartphone mit der App „Schallmessung“ gemessen und bin auf die folgenden Werte gekommen, die vermutlich aber alles andere als genau sind.

    Idle Last
    Aorus Liquid Cooler 240 31dB (Custom) 36dB (Custom) / 48dB (Max)
    Dark Rock Pro 4 26dB 31dB

    Optik
    Am auffälligsten ist natürlich das Display der AiO, auf welchem sich diverse Informationen über die CPU oder auch eigene Texte und sogar Bilder anzeigen lassen. Ein absoluter Blickfang und das Innere des Rechners wird damit aus meiner Sicht deutlich aufgewertet.
    Der Radiator ist in einem schicken mattschwarz mit silbernem Aorus Schriftzug und fügt sich gut in mein Gehäuse ein. Die Lüfter haben einen schwarzen Rahmen und milchig durchsichtige Lüfterblätter. Die Beleuchtung der Lüfter gefällt mir sehr gut und lässt sich umfangreich einstellen, da ich bisher noch keine RGB Lüfter genutzt habe, habe ich hier aber keine Vergleichsmöglichkeit.

    20200321_202500.jpg20200321_202900.jpg

    Software
    Für die volle Funktionsfähigkeit benötigt man zwei Programme, Aorus Engine für die Steuerung der Lüfter- und Pumpendrehzahl und RGB Fusion für die Steuerung der LED Beleuchtung. Das Display wird über beide Programme eingestellt. Mir unbegreiflich warum man das Ganze nicht in einem Programm zusammenfasst, immerhin gibt’s beim Starten von „Aorus Engine“ einen Hinweis, das RGB Fusion noch installiert werden muss und man kann den Download direkt aus dem Programm starten.
    Aorus Engine läuft leider mehr schlecht als recht. Das ganze Programm wirkt sehr träge, der Programmstart dauert lange und während meiner dreitägigen Testphase hatte ich vier oder fünf Mal die Meldung „Aorus Engine reagiert nicht mehr“ und konnte das Programm danach nur mit einem Rechnerneustart wieder zum Laufen bekommen.
    Wenn es dann mal läuft wie es soll, lassen sich im Programm die Drehzahl von Lüfter und Pumpe einstellen. Hier gibt es diverse Voreinstellungen (Default, Zero RPM, Quiet, Balanced, Performance & Max für die Lüfter und Quiet, Balanced & Max für die Pumpe). Zusätzlich natürlich noch Custom Einstellungen, in der man eigene Kurven festlegen kann. Dies würde ich, zumindest für die Lüfter, auch auf jeden Fall empfehlen, da die Presets aus meiner Sicht alle zu laut sind. Ansonsten lassen sich in der Aorus Engine noch die Informationen auswählen, die das Display anzeigen soll.
    Die Software RGB Fusion wird benötigt, um die LEDs der Lüfter zu steuern und um die Einstellung des Displays vorzunehmen. Also ob dort CPU Informationen, Aorus Logo in diversen Variationen, ein eigener Text oder ein eigenes Bild angezeigt werden soll. Die Detaileinstellungen erfolgen dann, wie bereits weiter oben geschrieben, wiederrum in der Aorus Engine.
    Aorus Engine sollte im Hintergrund aktiv bleiben, damit sich der Inhalt des Displays aktualisiert. Es verursacht dabei laut Taskmanager zwischen 0,1% und 0,3% CPU-Last und belegt um die 5 MB RAM, also kaum nennenswert.
    RGBFusion kann im Grunde nach dem Festlegen der gewünschten RGB Einstellungen geschlossen werden, wenn es im Hintergrund aktiv bleibt, verursacht es 0% CPU-Last und belegt etwas über 100MB RAM.
    Da mein Board von Asus stammt, habe ich auch Asus Armoury Crate zur LED Steuerung auf dem Rechner installiert, hier gab es keine Probleme, wenn meine Programme zeitgleich laufen. Mit der Beleuchtung vom Board synchronisieren ließen sich die Lüfter aber nicht.

    Software.jpg

    Fazit
    Die AiO ist durch das Display und die beiden RGB Lüfter ein absoluter Hingucker und sieht einfach super aus. Die Verarbeitung lässt keine Wünsche offen und der Einbau ging erstaunlich einfach von der Hand. Auch wenn das Display im normalen Alltag aus meiner Sicht wenig Nutzen hat und demnach eher eine Spielerei ist, wertet es das Innere des Rechners auf jeden Fall auf.
    Die Kühlleistung ist, wie erwartet, etwas besser als beim Dark Rock Pro 4, dabei aber auch hörbarer. Beim Gaming wird die Lautstärke der AiO in meinem Fall so oder so durch die Grafikkarte übertönt, daher ist das für mich kein Problem. Silent Fetischisten sollten zu einem potenten Luftkühler greifen.
    Größter Kritikpunkt ist die Software, zur vollen Kontrolle werden zwei verschiedene Programme benötigt, welche bei mir nicht besonders stabil laufen. Ich hoffe, dass es hier zeitnah ein Update von Gigabyte gibt.
    Mit einem Preis von derzeit 170¤ gehört der Aorus Liquid Cooler 240 definitiv zur Oberklasse, wem die Optik das wichtigste Kriterium ist oder wer ein Display im Gehäuse möchte, der sollte zugreifen.
    Alle anderen greifen vielleicht eher zu einer deutlich günstigeren AiO ohne Display oder zu einem Luftkühler.

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