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Thema: Testers Keepers: GIGABYTE RTX™ 2060 WINDFORCE OC 6G

  1. #1
    Mindfactory AG Avatar von Marketing The Kid
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    Standard Testers Keepers: GIGABYTE RTX™ 2060 WINDFORCE OC 6G

    Hier findet Ihr alle Testberichte zur Testers Keepers Aktion mit der GIGABYTE RTX™ 2060 WINDFORCE OC 6G
    aus dem Zeitraum vom 10.06 bis 16.06.2019.
    Mit freundlichen Grüßen
    Ihr Mindfactory Marketingteam

    signaturbild - Testers Keepers: GIGABYTE RTX™ 2060 WINDFORCE OC 6G
    Mindfactory AG | Preußenstr. 14 a-c, 26388 Wilhelmshaven | Kontakt | Infocenter | Callback | Highlights

  2. #2

    Standard

    Zuerst vorweg: Diese Grafikkarte wurde mir von Mindfactory im Rahmen der Testers Keepers Aktion zugestellt - danke dafür, das nimmt aber in keinerlei Hinsicht Einfluss auf meine Bewertung.

    Testsystem:
    Eingebaut habe ich die Grafikkarte in meinem System, laufen wird sie aber bei meinem Bruder, der ein Upgrade bitterlich nötig hat (GTX 960 4GB).

    Bei mir im System ist verbaut:
    i7 7700K @4.8 GHz
    Arctic Liquid Freezer 240 mit 4x Corsair SP120 RGB in der Front, Push Pull als Intake
    ASRock Z270M Extreme4
    4x 8GB Crucial Ballistix Sports LT 2400MHz
    Seasonic Focus Plus 650W Platinum
    Zotac GTX 1080 Ti Mini
    2x Corsair SP120 oben als Exhaust
    2x Arctic F8 PWM hinten als Exhaust
    1x Silverstone Slim 120mm unter der GPU als Intake
    im Corsair Air 240

    Getestet wurde die GPU auf meinem System zuerst mit ASUS Rog Realbench um die Temperatur zu überprüfen, und es wurde ein 3d Mark Benchmark (Time Spy, non 4k Version) durchgeführt. Anschließend wurden auf meinem PC einige Spiele in Full HD getestet.

    Verpackung/Lieferumfang:
    Die Grafikkarte kam in einem gut gepolsterten Karton an, war dazu noch in eine antistatische Tüte gepackt. Kaputtgehen kann also nichts, wie man auf den Bildern sieht, meine EVGA GTX 1060 war weniger gepolstert verpackt.
    Allerdings ist der Lieferumfang für eine 370¤ Karte eher spärlich - dabei waren eine CD mit Treibern und eine Bedienungsanleitung, also keine Stromadapterkabel oder Aufkleber.

    Design:
    Das Design ist schlicht und minimalistisch, aber dennoch modern. Die GPU ist in matten Schwarz- und Grautönen gehalten und kommt ihrer Preisklasse entsprechend hochwertig daher. Ich persönlich finde es gut, dass die GPU nicht mit RGB Spielereien überladen ist. Auch toll ist die schöne schlichte schwarze Backplate, welche in der 1060/2060 Preisklasse nicht unbedingt selbstverständlich ist (meine alte 1060 von Evga hatte beispielsweise keine).
    Die Grafikkarte ist also toll für eher schlichtere Systeme geeignet, die dennoch eine leistungsstarke GPU suchen, aber bei der Kühlleistung keine Abstriche machen wollen.
    Ich finde die GPU sogar recht groß für die xx60er Klasse, sie ist deutlich größer als meine EVGA 1060 und auch viel größer als die Zotac 1080 Ti Mini. Problematisch wird es aber in normalgroßen Gehäusen nicht - mit meinem Air 240 wurde es aber eng, ich musste beispielsweise meine AiO komplett abmontieren, und die Grafikkarte einbauen, erst dann kam die AiO wieder rein. Auch konnte ich nicht wie bei der 1080 Ti die Schläuche der AiO hinter der GPU führen, sondern habe sie jetzt seitlich über die GPU gelegt, siehe Bilder. Ich persönlich finde die GPU schon viel zu groß für kleine Gehäuse, aber in normalen Midi Towern ist das in der Regel kein Problem. Die Abmessungen sind:
    L=264.9 W=120.58 H=40.41 mm
    Interessant finde ich das Lüfterkonzept, die beiden 100mm Lüfter drehen sich in entgegengesetzte Richtungen (dh einer links rum, der andere rechts), was laut Gigabyte in einer effektiveren Kühlung resultieren soll.

    Verarbeitung:
    Die Grafikkarte ist von der Verarbeitung her in etwa auf einer Stufe mit meiner Zotac 1080 Ti, welche allerdings eine Metallbackplate und keine aus Plastik wie die Gigabyte hier hat. Sie wirkt aber dennoch einen Tacken weniger hochwertig verarbeitet als meine EVGA GTX 1060 (wobei ich die Verarbeitung von EVGA Karten auch als führend betrachte, ähnlich toll fassen sich meiner Meinung nach nur die Sapphire Karten an). Zwischen Backplate und Kühllösung ist ein kleiner Spalt zwischen den beiden Plastikabdeckungen, was meiner Meinung nach etwas schlampig aussieht. Ansonsten fasst sich die Karte aber gut an, und wirkt durchaus solide, es klappert nichts. Bei Druck knarzt die Backplate leicht, das ist aber nicht weiter schlimm, liegt vermutlich am verwendeten Plastik.

    Geschwindigkeit und Leistung:
    Die GPU ist die schwächste Nvidia Raytracing GPU, Raytracing mit ihr soll wohl auch noch nicht so Spaß machen, getestet habe ich es auch nicht, da mir keine Spiele vorliegen, die diese Fähigkeit haben. Die Karte ist von Werk aus leicht übertaktet mit einem Core Clock von 1770 MHz (Stock: 1680 MHz).
    Die Karte erzielte folgende Werte in denen zuerst beschriebenen Systemen in den jeweiligen Games und Benchmarks:

    Mit i7-7700K, 32 GB RAM, Full HD, alle Einstellungen auf Ultra

    3d Mark Time Spy: 49,16 FPS in GPU-Test 1, 44,31 FPS in GPU-Test 2, Punkte: 7640
    Anno 1800: circa 125 FPS - allerdings kam ich noch nicht dazu, das Spiel wirklich zu spielen, deswegen war die Stadt winzig, sprich early game. Im späteren Verlauf ist Anno 1800 aber sowieso eher CPU-lastig.
    Cities Skylines: circa 35 FPS, allerdings habe ich um die 1200 Assets installiert und mehrere Mods und die Stadt ist schon über 70000 Einwohner groß Das Spiel ist einfach unglaublich Ressourcenhungrig, wenn man nicht Vanilla spielt. Vanilla FPS sind hier so um die 63 in einer Stadt mit 15000 Einwohnern. (das Spiel futtert eher CPU und RAM, und ist auch echt scheiße optimiert imho)
    Civilization VI: circa 75-85 FPS, Runde 306, Midgame, x Zivilisationen, war mein letzter Spielstand
    Fallout 4 mit Grafikmods: circa 80 FPS in Bunker Hill, Siedlung Starlight Drive in ca 90 FPS
    No Mans Sky: circa 95-105 FPS
    Skyrim Special Edition mit Grafikmods: konstante 60 FPS, Vsync ausschalten ist bei dem Game nicht zu empfehlen (habe nämlich nur einen 60Hz Monitor) und es läuft auch nicht besser bei mehr als 60 FPS.

    Die Leistung ist also für modernes Full HD Gaming mit 60Hz auf Ultra perfekt, auch für 144Hz ist die GPU noch ausreichend, wenn man Abstriche bei den Einstellungen macht, für WQHD und 144Hz empfehle ich eher eine RTX 2070. Für 4K darf es dann schon eher in Richtung GTX 1080 Ti / RTX 2080 / RTX 2080 Ti gehen. Im Vergleich zu meiner 1080 Ti schneidet die RTX 2060 natürlich schlechter ab, nichts desto trotz ist sie eine gute Karte für Full HD Gaming über Jahre hinweg. Mein Bruder jedoch freute sich - die RTX 2060 lässt die alte GTX 960 wirklich schlecht aussehen.

    Temperatur und Lautstärke
    Die GPU ist zwar kein Eisklotz wie meine alte EVGA 1060, die wirklich NIE heißer als 60 Grad wurde, wird aber auch nie heißer als 80 Grad - und dabei auch noch annehmbar leise, kein Vergleich zu meiner 1080 Ti, die unter Gaminglast wie ein Fön klingt und dazu noch die 80 Grad bei weitem überschreitet, bis ca 84 Grad und dann das Thermal Throttling einsetzt. Ich habe die Temperaturen via HWinfo in beiden System während der Last ausgelesen, anbei kurz die Durchschnitts- sowie Höchsttemperaturen während den Benchmarks und den verschiedenen Spielen sowie die Lüfterdrehzahlen. Im Idle und beim Surfen etc sind die Lüfter aus - lobenswert! Beim Benchen, Stresstest und Spielen hört man die GPU zwar, da der Lüfter anspringt, aber es ist jetzt nicht unangenehm, es ist lediglich ein leises Rauschen durch den Luftstrom wahrnehmbar, kein Tosen, kein Spulenfiepen, kein Rattern und Klappern.

    Mit i7-7700K, 32 GB RAM, Full HD, alle Einstellungen auf Ultra

    Idle/Surfen/Office: um die 43 Grad, Lüfter aus!
    3d Mark Time Spy: 75 Grad Maximum, 70 Grad Durchschnitt, Lüfter max. 1813 rpm
    Asus ROG Realbench: 74 Grad Maximum, 65 Grad Durchschnitt, Lüfter max. 1823 rpm (87% der Maximaldrehzahl - immer noch verdammt leise dafür!)
    Anno 1800: 74 Grad Maximum, 70 Grad Durchschnitt, Lüfter max 2064 rpm (aber immer noch angenehm leise!)
    Cities Skylines: 55 Grad Maximum, 50 Grad Durchschnitt, Lüfter max 1550 rpm
    Civilization VI: 77 Grad Maximum, 70 Grad Durchschnitt, Lüfter max 1853 rpm
    Fallout 4 mit Grafikmods: 76 Grad Maximum, 72 Grad Durchschnitt, Lüfter max 1840 rpm
    No Mans Sky: 76 Grad Maximum, 70 Grad Durchschnitt, Lüfter max 1837 rpm
    Skyrim Special Edition mit Grafikmods: 64 Grad Maximum, 60 Grad Durchschnitt, Lüfter max 1744 rpm

    Verbrauch unter Last:
    Die Grafikkarte wird mit einem 1x 8-Pin Stecker mit dem Netzteil verbunden und erfordert laut Gigabyte ein mindestens 500W Netzteil. Ich habe den ungefähren Verbrauch der GPU in HWInfo ausgelesen, sowie ein Strommessgerät zwischen Netzstecker und Steckdose des Rechners geklemmt, um den Gesamtverbrauch des Systems zu messen.

    Mit i7-7700K:
    Benchmark: 290-300 Watt bei Asus Rog Realbench, Verbrauch Gesamtsystem laut Stromzähler, GPU laut HW Info zwischen 140-150 Watt.
    Spielelast: 270-280 Watt laut Stromzähler, GPU laut HW Info (No Mans Sky lief) ca 170 Watt maximum, 120 Watt durchschnitt.

    Die RTX 2060 futtert also ganz gut Strom, mit 170 Watt Spitzen muss man Rechnen, ich unterschreibe die Empfehlung von Gigabyte nach einem 500 Watt Netzteil Minimum, je nachdem, was sonst noch drin ist an CPU, Laufwerken etc, kann man unter Volllast die 300 Watt locker knacken. Mein System mit eingebauter 1080 Ti verbraucht circa 330 Watt bei Realbench, was nochmal verdeutlicht, wie energiehungrig die RTX 2060 für eine Upper Mid-Range Karte ist, gerade im Vergleich zu der Vorgängergeneration Pascal sind die Turing Karten deutlich stromfressender, was u.A. auch an der Raytracingfähigkeit liegt.

    Preis/Leistung:
    Die Gigabyte Windforce RTX 2060 OC ist ein gutes, empfehlenswertes Custom Design der RTX 2060 mit einer intelligenten Kühllösung, die die Karte leise kühlt. Das Design ist gelungen, bietet jedoch keinerlei RGB Spielereien. Wenn man auf der Mindfactoryseite schaut, ist die GPU einer der teureren RTX 2060 Karten, die momentan bei 317¤ losgehen. Die Karte ist etwas schneller als eine GTX 1070, jedoch hat sie nur 6GB Speicher. Ich persönlich finde die Karte gut für einen Midrange Budget Gaming PC, würde aber nicht mehr als 320¤ für eine RTX 2060 zahlen. Hardware ist in den letzten Jahren aber allgemein teurer geworden, und die RTX Serie glänzt nicht unbedingt durch niedrige Preise.

    Vergleich zu anderen Produkten:
    Von den drei Grafikkarten, die hier noch rumliegen (GTX 960 4GB Gainward, GTX 1060 6GB EVGA, GTX 1080 Ti Mini Zotac) ist diese hier definitiv die ansehnlichste in ihren schlichten schwarz- und grautönen, und sie ist ebenso wie die EVGA für die Mittelklasse (xx60er Karten) hochwertig verarbeitet. Von der Kühllösung bin ich persönlich auch angetan - hat mMn von allen GPUs, die ich hier rumliegen habe, die beste und intelligenteste Kühllösung mit den entgegengesetzt drehenden Lüftern, die auch in einer kühlen GPU mit geringer Lautstärke resultiert. Leistungsmäßig Vergleiche zu ziehen halte ich hier für überflüssig, auf Benchmarkseiten ist ersichtlich, um wie viel schneller oder langsamer die GPUs einer neuen Generation so sind - und es ist ja klar, dass eine 1080 Ti immer noch schneller ist, die RTX 2060 aber deutlich schneller als ihre Äquivalente (GTX 960 und 1060) aus den Vorgängergenerationen ist.

    Fazit:
    Ich empfehle die Karte, wenn man Wert auf eine hochwertige, leise Kühllösung legt und einem RGB-Spielereien egal sind. Die Karte beeindruckt durch niedrige Lautstärke bei annehmbaren Temperaturen. Sie liefert konstant hohe FPS in allen modernen Spielen in Full HD. Perfekte Grafikkarte für einen guten Mittelklassegaming-PC a la Ryzen 5 2600X - allerdings meiner Meinung nach circa 30-40¤ zu teuer, das liegt aber wohl an der generellen Preisinflation bei Hardware im allgemeinen und den RTX Karten im besonderen. Abschließend möchte ich noch sagen, dass die bei mir gemessenen Temperaturen und FPS in keiner Weise bei Euch identisch sein müssen - CPU und RAM spielen hier auch eine Rolle.

    Produktbilder:
    cYMd64kl.jpg
    Verpackung
    vWOrvNql.jpg
    Beigaben
    OyKZVUAl.jpg
    Art der Verpackung
    TUDOsRfl.jpg
    Die RTX 2060 von vorne...
    H2cOqoVl.jpg
    ...von oben...
    KUpNytyl.jpg
    ...und die Backplate.
    IZcJ3DCl.jpg
    Im Air 240 - es wird eng.
    bBtQhNql.jpg
    Nochmals, für alle die es interessiert: knapp 27cm sind das maximale an machbarer Länge mit Push-Pull-AiO im Air 240
    dLIIWfEl.jpg
    Das Sidepanel ging noch zu - es war aber knapp mit den AiO-Schläuchen.
    93CLxpfl.jpg
    Die GPU in Betrieb - deutlich zu erkennen: Hier leuchtet nichts an der GPU - nicht einmal das Logo.

    Einige weitere Bilder gibt es hier, die ich aufgrund der Beschränkung auf 10 Anhänge nicht direkt in den Post anhängen konnte:
    https://i.imgur.com/02uZE6E.jpg - Die RTX 2060 an ihrem zukünftigen Einsatzort, im Miditower meines Bruders, da bekommt man wenigstens keine Platzangst beim Hinsehen
    https://i.imgur.com/DtCK7vg.jpg - Nochmals.
    https://i.imgur.com/Zq7u0DC.jpg - Die Idle-Werte der Gigabyte RTX 2060.
    https://i.imgur.com/MzCkKhF.jpg - Die Werte in HW-Info der GPU nach 15 Min Realbench, dh das Gehäuse hat sich auch gut aufgeheizt.
    https://i.imgur.com/9ikwp6j.jpg - Der 3D-Mark Score im TimeSpy Benchmark.
    https://i.imgur.com/lf5rD5O.jpg - HW-Info Werte unter Last, hier zB TimeSpy.

    Bilder 1-10 nochmals hochauflösend hier:
    https://i.imgur.com/cYMd64k.jpg
    https://i.imgur.com/vWOrvNq.jpg
    https://i.imgur.com/OyKZVUA.jpg
    https://i.imgur.com/TUDOsRf.jpg
    https://i.imgur.com/H2cOqoV.jpg
    https://i.imgur.com/KUpNyty.jpg
    https://i.imgur.com/IZcJ3DC.jpg
    https://i.imgur.com/bBtQhNq.jpg
    https://i.imgur.com/dLIIWfE.jpg
    https://i.imgur.com/93CLxpf.jpg
    Geändert von Mina93 (28.06.2019 um 12:22 Uhr)

  3. #3

    Standard

    Vorweg
    Ich habe diese GIGABYTE Windforce OC RTX 2060 Rev. 2.0 im Rahmen des Testers-Keepers-Programmes zum reviewen umsonst bekommen und darf sie als Gegenleistung für ein mindestens 1000 Wörter langes Review behalten. Meine Wertung halte ich unter diesem Gesichtspunkt für unbeeinflusst. Es ist mein erstes Review und ich hoffe die wichtigsten Seiten ausgiebig beleuchtet zu haben.


    Einleitung und TLDR
    Ich dachte, man bräuchte eine RTX 2080, um 1080p 144Hz zu bezwingen. Jetzt habe ich eine 2080 und eine 2060 und sehe kaum einen Unterschied - stabile Frametimes und das bei höchsten Einstellungen. Aber der Chip kommt von NVIDIA, nicht von GIGABYTE. Die haben den bloß auf eine Platine gelötet und einen Kühler draufgepappt, ein wenig Software dazu geschrieben, alles einkartoniert und verschickt. Haben sie's gut gemacht? Ja, ich denke schon.

    GIGABYTE siedelt sich preislich mit dem Windforce-Modell im Mittelfeld an. Der Kühler ist damit auf das abgestimmt was die Karte erreichen soll mit ein wenig Platz zum übertakten. Keine übertriebene Stromversorgungs- oder Kühllösung, kein unnötiger Schnickschnack, die Windforce OC 2060 kommt zum Beispiel komplett ohne RGB-Beleuchtung. Out-of-the-Box kann man mit dieser Karte den TU106-Chip in vollem Umfang nutzen, welcher einen so wie es scheint ohne Probleme bis in die nächste Generation von Grafikkarten und darüber hinaus begleiten kann.


    Meine Systemkonfiguration und Randnotizen
    Prozessor: Intel Core i7 4790 (ohne K :c )
    Arbeitsspeicher: 16GB DDR3 1600
    Grafikkarten: GIGABYTE Windforce OC RTX 2060 Rev 2.0(für die Dauer der Tests), GIGABYTE Windforce OC RTX 2080 (Musste ich selbst kaufen, während der Tests natürlich ausgebaut, taucht ab und an zum Vergleich auf)
    Dazu ein Z97 Mainboard, eine 750W PSU, ein paar SSDs, HDDs und ein altes OEM Gehäuse ohne Seitenpanel, was besonders mit kalter Winterluft gut funktioniert.
    Mein Monitor unterstützt nativ 144Hz 1080p, zu Testzwecken werde ich 1440p also mit NVIDIAs Dynamic Super Resolution (DSR) simulieren müssen. Sofern nicht weiter angegeben läuft die Karte auf den Werksspezifikationen. G-Sync würde ich gerne anschalten, es geht aber mit leichten Performance-Einbußen einher und ist i. Allg. nicht für jeden Leser nutzbar, also bleibt es aus. Wem das nicht bewusst ist: G-Sync mit FreeSync Monitoren ist inzwischen möglich! Mein AOC C24G1 funktioniert damit einwandfrei. Bildreferenzen sind mit [XX] gekennzeichnet.


    Erste Eindrücke, ein Blick auf den Kühler und weitere Äußerlichkeiten

    Der Karton [01/02]
    Der Karton der 2060 ist kompakt, ohne viel Schnickschnack und stabil gebaut. Im Inneren ist lediglich die Grafikkarte in ihrer Anti-Elektrostatik-Verpackung in Schaumstoff eingebettet, darunter versteckt ein Handbuch und eine Software CD.

    Der Kühler
    (SPOILER: vollkommen ausreichend!)
    Zwar befinden sich auf dem Dual-Slot Kühler nur zwei Lüfter, die haben dafür aber einen Durchmesser von je 100mm (statt 80/82mm bei den Varianten mit 3 Lüftern [03]). In der Theorie resultiert daraus sogar eine größere Oberfläche! Die 100mm Lüfter drehen sich allerdings mit maximal 2100U/min (statt > 3000U/min), was ihnen am Ende in der Performance einen leichten Nachteil, in der Geräuscherzeugung einen leichten Vorteil verschafft. Die Kühllamellen sind längs angeordnet [02/03], sodass ein Teil der Abluft nach hinten aus dem Gehäuse entweichen kann. Ich schätze dieses Design ist an Blower-Kühler angelehnt und hilft bei Gehäusen mit wenig Luftzug, außerdem steht zu vermuten dass ein Kühler mit weniger Lamellen günstiger in der Herstellung ist. Auch mit Heatpipes war man sparsam, zwei sind verbaut [04]. GIGABYTE bewirbt bei der Kühllösung die sich gegenläufig drehenden Lüfter, an dessen Effektivität ich bei längs verlaufenden Lamellen allerdings zweifle - bei quer laufenden wie bei den Gaming OC Modellen würde ich zustimmen. Am Ende ist das vielleicht eine Glaubensfrage.

    Gewicht, Äußeres
    Die Karte ist mit 665g für ihre Größe nicht sonderlich schwer. Die Backplate ist aus leicht transparentem Plastik und dient damit größtenteils als Dekorelement, macht das aber eigentlich ganz stylisch [05]. In meiner Backplate ist ein kleiner Defekt hinter dem Core, der leicht schillert [06]. Ich bin mir inzwischen nicht mehr sicher ob der schon immer da war oder temperaturbedingt entstand. Sonst sieht dieses Modell sehr windschnittig aus, zumindest finde ich das. Von keiner Seite langweilig und wenn ich das so subjektiv bewerten darf (ist ja immerhin *mein* Review) muss es sich nicht einmal vor Zotacs Exemplaren verstecken.

    Anschlüsse
    Im Rechner wird sie mit einem 8-Pin Stecker angeschlossen und... ich schätze den PCIe 3.0 x16 Anschluss erwähne ich der Vollständigkeit halber. Über einen Anschluss für eine NVLink Bridge (ich glaube das ist das neue SLI) verfügt keine 2060, also auch diese nicht. Von VR habe ich generell so gar keinen Plan, aber meine 2080 hat einen USB Typ C Anschluss, dessen Fehlen mir hier auffiel [07]. Ansonsten finden sich drei DisplayPorts und eine HDMI-Buchse in der Rückblende [08], alle vier sehen (interessanterweise im Gegensatz zur 2080) vergoldet aus [07/09]. Nachträglich fand ich heraus, dass eigentlich nur zwei Modelle einen Typ C haben: NVIDIAs Founders Edition und GIGABYTEs Aorus Xtreme.


    Innere Werte

    Die mitgelieferte CD
    Ich persönlich halte nicht viel von mitgelieferten CDs, von einem Unterhaltungfaktor beim Hersteller-Bashing mal abgesehen. Aus genau diesem Grund beeinflusst sie meine Wertung nicht, es sei denn sie ist extra witzig. Ist sie aber leider nicht, eine vertane Chance! Auf der CD sind...
    NVIDIA GeForce Experience, was einem automatisch den passenden Treiber für sein System heraussucht - nachdem man sich einen Account erstellt hat. Früher, vor langer, langer Zeit, ging das auch alles ohne Accounts. Aber man kann sich den Treiber immer noch manuell bei NVIDIA herunterladen, ganz ohne Account.
    Die GIGABYTE Aorus Engine... Oh Gott, die Aorus Engine. Also man kann damit übertakten, aber irgendwie flüchte ich immer recht schnell zum MSI Afterburner. Mit Ladebalken und Nahtoderfahrungen wenn man der Memory Clock zu nahe kommt würde ich meine Erfahrung hier auf jeden Fall als abenteuerlich beschreiben, aber ein wenig kompromisslos finde ich das Interface mit drei Farben und vier Pixeln Schriftgröße dann doch. Pls fix.
    Google Bloatware. Vielen Dank Google, dass Ihr meine Grafikkarte einen Euro günstiger gemacht habt :3 Modulo dass ich die Karte für's Review umsonst bekommen hab. (eigentlich keine so schlechte Idee)

    Leistung und Effizienz
    Leider weigert sich meine Karte bei 1770MHz zu bleiben. Durch GPU Boost 3.0 übertaktet sie sich von selbst ganz ohne Zutun auf 1860-1920MHz, je nach Temperatur. Das kann von Chip zu Chip variieren ("Silicon Lottery"), die 1770MHz kann man aber mindestens erwarten und 1900MHz sind wohl gewöhnlich. Dabei bewegt sich die Leistungsaufnahme bei 16-20W im Leerlauf und 170W unter Volllast. Mit der Hilfe von Google schließe ich, dass die Effizienz in den Größenordnungen der Vorgängergeneration liegt und damit nichts besonderes ist, die inzwischen älteren AMD Modelle sind wohl aber ein ganzes bisschen energiehungriger.

    Temperatur und Lüfter
    Im Stresstest (FurMark) pendelte sich die Temperatur bei 74°C mit ~20°C Zimmertemperatur und 79°C mit ~30°C Sommerhitze ein. Diese Temperaturen befinden sich am oberen Ende des angenehmen Bereiches, den sich die Grafikkarte von Werk auf 83°C begrenzt. Die Lüfter stehen bis ca. 50°C still und sind von da an selbst bei 100% nur leise aus dem Hintergrund hörbar - wenn sie 100% denn mal erreichen würden.

    Spieleleistung
    Die tatsächliche Leistung in Spielen ist hier natürlich noch maßgeblich von der CPU abhängig. Mein in die Jahre kommender i7 4790 reicht aus, dass 60FPS in 1080p schon gar kein Kriterium mehr für eine 2060 sind. In Overwatch beobachtet man bei höchsten Einstellungen gute 100FPS wenn viel los ist, sonst gut und gerne 150 und mehr. Minecraft beschert mir mit Shadern meistens 80-110FPS. Ich durfte begeistert feststellen dass das fast dieselben Zahlen sind wie sie mir die 2080 ausspuckt, ich muss also annehmen dass selbst jetzt beide Karten noch Platz nach oben haben. Der Unterschied zeigte sich bisher für mich nur in Benchmarks und Stresstests, wo meine CPU bedeutend weniger zu tun hat als meine GPU. Wenn einem 60FPS reichen, dann denke ich kann man mit dieser Grafikkarte getrost auf 1440p upgraden. Mit 4K würde ich mich dann doch zurückhalten, da hätte ich nicht zuletzt Angst um die 6GB Grafikspeicher.

    Ach ja, VRAM
    Was den Grafikspeicher angeht, so halte ich die 6GB der 2060 für vollkommen angemessen. Mit meinen Spielen komme ich selbst wenn ich mich anstrenge nicht über 4GB und wenn man es doch irgendwie schafft die 6GB voll zu bekommen, kann man immer noch die Auflösung oder die Texturqualität runterdrehen. Außerdem denke ich dass einem die Speicherkapazität nicht hilft, wenn der Core mit dem Rechnen irgendwann nicht mehr hinterher kommt.

    Ein paar FPS-Zahlen aus Spielen (1080p / 1440p, jeweils Durchschnitt):
    DOOM: 102 / 101
    Killing Floor 2: 144 / 107
    Overwatch: 160 / 104
    ProjectCars: 118 / 90
    World of Tanks: 139 / 105

    Werte aus Benchmarks:
    3DMark Time Spy: 6535 Total, 7613 GPU, 3626 CPU
    3DMark Fire Strike: 14373 Total, 19596 Graphics, 10232 Physics, 6013 Combined
    3DMark Port Royal: 4045
    Unigine Heaven: 2312 (1080p), 1459 (1440p)
    Unigine Superposition: 4525 (1080p Extreme), 6126 (4K Optimized)

    RTX
    Da ich selbst leider keine RTX-Spiele besitze kann ich dazu wenig sagen, bis auf das was ich in anderen Reviews gesehen habe. Die 2060 soll Battlefield V mit RTX auf 1080p 60FPS schaffen, gerade so. Ich sehe das noch immer mehr als Tech Demo denn als vollwertiges Feature, und würde es vermutlich gerne mal gesehen haben wollen, dann aber auch wieder ausschalten. Die RTX Karten sollte man sich nicht ausschließlich wegen Raytracing kaufen, aber dass es schon mit dieser Generation überhaupt in Echtzeit möglich gemacht wird halte ich für fantastisch.

    Übertaktbarkeit
    Wie bereits oben erwähnt lässt der verbaute Kühler ein wenig Platz nach oben zum übertakten. GIGABYTE liefert ja eigene Software dafür mit, aus persönlichen Präferenzen habe ich allerdings wie immer MSI Afterburner genommen. Da das Wetter heiß ist und der Lüfter nun doch an seine Grenzen kommt habe ich es bei 80MHz Core Offset und 500MHz Memory Offset belassen, was mich im Stresstest dann doch auf 84°C brachte. Das maximale Power Limit ist 117%, was unter Volllast einer Leistungsaufnahme von 200W entspricht. Leider hatte ich schon bei +100 Core Stabilitätsprobleme und das Power Limit zu erhöhen hat auch zum größten Teil nur das Zimmer warm gemacht. Spannung hab ich in Ruhe gelassen. Alles in allem konnte ich im Superposition Benchmark den Score von 4533 auf 4818 verbessern, was 6% entspricht. Das muss nicht konsistent in allen Anwendungen sein, und ist auch nicht die Welt. Man sollte aber bedenken, dass die Karte sich dauernd selbst übertaktet und die 4533 Punkte damit mit um die 1900MHz entstanden sind.

    Haltbarkeit
    Zur Haltbarkeit kann ich lediglich sagen, dass meine 2080 nach 8 Monaten die ich sie fast täglich übertaktet in Benutzung hatte noch lebt, und dass GIGABYTE die verwendeten Bauteile selbst als "Ultra Durable" bewirbt.


    Preisliche Einordnung

    Im gesamten Markt

    Als direkte Konkurrenz zur 2060 sollte man sich vielleicht Reviews zu AMDs RX Vega 56 anschauen, oder auf Release der RX 5700 warten. Wirklich bewerten kann ich ihre Leistung nur im Vergleich zur 2080, oder absolut. Der Preis von 380¤ fühlt sich an, als sollten da kaum Wünsche offen bleiben. Ich wollte 1080p mit hoher Refresh-Rate (144Hz fordere ich nur in schnellen Spielen) und höchsten Einstellungen spielen, und.. entweder bin ich sehr genügsam, oder eine 2060 lässt hier einfach nichts zu wünschen übrig. Ich frage mich allerdings inzwischen wie weit ich mit den Grafikkarten nach unten gehen muss, damit ich mit meinem i7 4790 endlich nennenswerte Unterschiede sehe. Etwas teureres als eine 2060 ergibt in älteren Systemen jedenfalls scheinbar kaum Sinn.

    Unter anderen 2060-Modellen
    Die eigentliche Schwierigkeit besteht für GIGABYTE darin, sich mit ihrem Modell von den anderen RTX 2060 Grafikkarten abzusetzen. Das tut sie mit Kühlerdesign, Einsparung des USB-C Anschlusses, Spielraum beim Übertakten (zum Beispiel das Power Limit wird von Hersteller zu Hersteller unterschiedlich sein) und den damit einhergehenden Preisdifferenzen. Beim Kühler muss man sich überlegen was man haben möchte, die Windforce OC 2060 bietet einen kompakten zwei Slots hohen Kühler der vollkommen reicht wenn man sich um OC nicht kümmert. Einsteiger, die mit OC keine Erfahrung haben, bekommen nach oben ein wenig Platz zum spielen. Wenn man den TU106-Chip auch langfristig an seine Grenzen treiben will, sollte man vielleicht doch zu einem Top-End Modell greifen, zahlt dafür dann aber entsprechend Aufpreis.


    Fazit
    Ich wiederhole hier mehr oder weniger die Einleitung. Ich möchte Spiele auf höchsten Einstellungen mit hoher Refresh-Rate spielen und befinde, dass GIGABYTEs Windforce OC RTX 2060 dafür wie geschaffen ist. Vielleicht ändert sich meine Meinung noch einmal insbesondere im Bezug auf meine 2080, wenn ich einen neuen Prozessor habe. Bis dahin aber ist die Leistung beider Karten für mich fast identisch und das zeigt mir nicht nur wie alt mein Prozessor ist, sondern wie sehr ich die 2060 unterschätzt habe. Vor den anderen Ausführungen ihrer Art muss sie sich nicht verstecken und man bekommt an Spaß was man an Preis zahlt, aber es fällt mir schwer etwas zu finden womit sie sich wirklich abhebt. Ihr schwächster Punkt ist der Kühler, den man doch recht schnell an seine Grenzen bekommt. So wirklich negativ anrechnen kann ich das aber nicht, da die Karte nicht als hyperkrass übertaktbares Top-End Modell vermarktet wird und der Preis damit konsistent ist. Am liebsten würde ich 4.5 Sterne vergeben, da ich ansonsten aber echt nichts zu meckern habe werden's im Shop 5.

    Bilder
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  4. #4

    Standard Nvidia Gigabyte RTX 2060 OC – Testbericht

    Mein Name ist Marius Ehrhardt, momentan bin ich tätig als Auszubildender Fachinformatiker für Systemintegration, und ich freue mich im Rahmen der Testers Keepers Aktion von Mindfactory in Zusammenarbeit mit Gigabyte die RTX 2060 OC Grafikkarte von Nvidia testen zu können. Dabei möchte ich meinen Testbericht an der Fragestellung orientieren, ob es sich tatsächlich lohnt, die kleinste Grafikkarte aus der RTX Reihe für einen Preis von ca. 370¤ zu kaufen, oder ob es lohnender wäre, zur günstigeren GTX 1060 beziehungsweise zu einer teureren und leistungsstärkeren Grafikkarte aus der RTX 2xxx Reihe zu greifen. In meinem Testbericht werde ich mich daher dabei oft auf den Vergeich zu meiner derzeitigen Grafikkarte beziehen.

    Design

    Was das Design angeht, so wurde bei dieser Grafikkarte auf jeden Fall mehr Aufwand investiert, als es bei meiner Grafikkarte der vorhergehenden Serie, einer GTX 1060 von MSI, der Fall war. Zwar spiegelt sie die übliche Designsprache wieder, die bei den Grafikkarten der GTX-Reihe schon immer zu finden war, jedoch wurde, wie ich finde, schlichtweg einfach "mehr durchdesigned". So finden sich an der Grafikkarte auch einige hübsche Kleinigkeiten, die das Gesamtbild deutlich aufhübschen, wie zum Beispiel das Panel mit den Anschlüssen, welches durch seinen dunkleren Farbton als bei meiner GTX 1060 deutlich stimmiger zum Rest der Grafikkarte und zum optischen Bild des Computers passt, und mir persönlich deutlich mehr zuspricht. Auch die Platine ist nicht wie gewohnt dunkelgrün, sondern schwarz, und reiht sich somit ebenfalls in das Design der Karte ein.
    Ein weiteres Highlight, was nicht nur Design sondern auch Funktionalität betrifft ist die zusätzliche Abdeckung auf der Unterseite der Platine. Diese sorgt dafür, dass sich die Grafikkarte im eingebauten Zustand sehr viel schöner im Gesamtsetup eingliedert. Auf bunte LEDs wurde bei der RTX 2060 OC von Gigabyte verzichtet, was einige Käufer eventuell bei dem hohen Preis schade finden könnten, Mir persönlich gefällt das jedoch besser.
    Obwohl das Design an sich auf sehr stimmige Weise einfach und schlicht gehalten ist, kann man dennoch an der Karte die Heat-Pipes, Lüfter und weitere technische Bauelemente erkennen. Das Gefallen daran liegt ganz im Auge des Betrachters, ich mag diese Aspekte allerdings.

    Verarbeitung

    In Sachen Verarbeitung macht die Grafikkarte einen genauso soliden Eindruck, wie alle anderen Grafikkarten, die ich bisher bereits aus der GTX Reihe von Nvidia in meinem Besitz hatte. Die Designelemente aus Plastik mögen zwar nicht aus den hochwertigsten Stoffen sein, allerdings haben diese ja auch am Ende des Tages keinen erheblichen Anteil an Zweck und Funktion der Grafikkarte und sollen lediglich ein bisschen schön aussehen. Daher finde ich diesen "Mangel" eigentlich kaum erwähnenswert. Ansonsten wirkt die Karte gut und robust. Wenn man sie leicht schüttelt lässt sich kein klappern oder klicken vernehmen, was darauf hindeutet, dass keine wackeligen Plastikteile irgendwo im Weg sind. Die zwei auf der Unterseite der Grafikkarte montierten Lüfter haben so gut wie kein Spiel nach oben oder unten, was ebenfalls ein positiver Aspekt ist und somit auf jeden Fall von einer guten Laufruhe zeugt.

    Beim Einbau fiel mir auf, dass die Anschlüsse der RTX 2060 relativ weit oben am hinteren Panel angebracht sind. Das hatte in meinem Fall zur Folge, dass mein Display-Port Kabel sich beinahe nicht anschließen lies, ich befürchte, dass die Kabelverbindung unter Umständen unterbrochen werden könnte, wenn das Gehäuse meines Computers eine leichte Erschütterung erfahren sollte.

    Geschwindigkeit und Leistung.

    Die RTX 2060 von Gigabyte bietet eine beeindruckende Performance, über mehrere Stunden hinweg habe ich einen der derzeitigen Topseller, Battlefield V gespielt, Die Grafikeinstellungen waren dabei auf dem Level „Ultra“, inklusive aktiviertem Ray Tracing und DLSS (= „Deep Learning Super Sampling) und die Auflösung auf Full-HD eingestellt. Vor allem durch das aktivierte Ray Tracing zeigt sich, zu was diese Grafikkarte zu leisten fähig ist, denn die Bilder, die durch dieses Feature geliefert werden, sehen meiner Meinung nach einfach grandios aus. Während dieser Spielzeit hatte ich fast nie Probleme mit Einbrüchen der FPS-Rate. Nur in extremsten Situationen, wie extrem nahen Mehrfachexplosionen, zu Spielbeginn wenn die Karte sich aufbaut, oder im Umgang mit einer großen Menge an Spielern kam mein System gelegentlich aus dem Gleichgewicht, jedoch bin ich mir sicher dass die Schuld daran nicht die Grafikkarte sondern der Rest meines Systems getragen hat.
    Einen Test mit 4K Auflösung konnte ich leider aufgrund von fehlender Hardware nicht durchführen, da es mir nicht gelungen ist für den Testbericht einen Monitor mit UHD Standard zu besorgen. Jedoch schätze ich ein, dass die RTX 2060 in Verbindung mit der richtigen Hardware und minimal Abstrichen an den Grafikeinstellungen auch dazu in der Lage ist, Battlefield V in 4K mit 60 FPS zu stemmen.
    Ich habe die Grafikkarte ebenfalls mit dem „Furmark“ Benchmarking Programm für OpenGL Grafikkarten getestet, Dabei kam ich auf bei Automatischen Full-HD Settings auf einen durchschnittlichen Score von 7298 Punkten und einer durchschnittlichen Maximaltemperatur von 69 °C. Meine bisherige GTX 1060 erhielt im Vergleich dazu nur 4417 Punkte im Durchschnitt, mit minimal niedrigeren Maximaltemperaturen.

    Temperatur und Geräuschbildung

    Die RTX 2060 hat im Idle laut NvidiaInspector bei sommerlichen Raumtemperaturen eine durchschnittliche Temperatur von 49°C bis 50°C. Bei dieser Messung waren im Raum allerdings auch sommerliche Temperaturen, die drei Lüfter des Gehäuses liefen währenddessen auf mittlerer Stufe. Im Gegenzug dazu hatte meine GTX 1060 bei gleichen Hardwarebedingungen und etwas höherer Raumtemperatur eine Durchschnittstemperatur, die die der RTX um ca. 10°C unterbot.

    Bezüglich der Geräuschbildung fiel mir auf, dass die Grafikkarte von Gigabyte ein ganzes Stück lauter zu hören ist als meine vorherige GTX 1060. Schuld daran könnten eventuell die viel größeren Lüfter tragen, welche zusätzlich auch mit etwas höherer Drehzahl laufen. Ich persönlich empfand die Lautstärke der Grafikkarte jedoch noch lang nicht als störend, und ich denke mit einem gut gedämmten Gehäuse kann man sich daran auch gar nicht stören.

    Energieverbrauch

    Die RTX 2060 verbraucht im normalen Gaming-Betrieb zwischen 160 und 180 Watt, die maximal gemessene Auslastung beträgt dabei ca. 200 Watt. Im Idle ist die Grafikkarte sehr sparsam unterwegs. Meine bisherige Grafikkarte, die GTX 1060 von MSI verbraucht im Durchschnitt ca. 40 Watt weniger, kann dabei jedoch logischerweise auch weniger leisten. Ich betreibe meinen Computer mit einem Netzteil mit einer Stärke von gerade einmal 450 Watt und hatte keinerlei Probleme mit der Stromversorgung der doch relativ großen RTX-Grafikkarte.

    Preis- / Leistungsverhältnis und Fazit

    Abschließend kann ich also sagen: Die RTX 2060 Grafikkarte von Gigabyte ist ein absoluter Leistungshammer für relativ kleines Geld, wenn man sich ansieht, in welchem Preisbereich die nächstgrößeren RTX-Modelle sich befinden. Dabei sieht sie im Gehäuse sehr gut aus und wird die meisten Gamer mit hoher Wahrscheinlichkeit für die nächsten 2 Jahre definitiv glücklich machen. Wer absolutes High-End Gaming möchte, sollte jedoch zu einer größeren Karte, aber definitiv zu einer aus der RTX-Reihe, greifen. Wer auf die höchsten Grafikeinstellungen keinen zu großen Wert legt, der sollte eventuell doch zu einem günstigeren Modell, wie beispielsweise der jetzt sehr preiswerten GTX 1060 von MSI greifen, welche es momentan für ca. 250¤ bei Mindfactory zu erwerben gibt.

    Im Anschluss habe ich hier noch zwei schöne Screenshots von Battlefield V sowie Fotos von der Grafikkarte während des Einbaus.


    BFV-Screenshot-1.jpgBFV-Screenshot-2.jpgDSC_5219_komp.jpgDSC_5221_komp.jpgDSC_5223_komp.jpgDSC_5225_komp.jpgDSC_5226_komp.jpgDSC_5230_komp.jpgDSC_5230_komp.jpgDSC_5232_komp.jpgDSC_5233_komp.jpg

  5. #5

    Cool Review: Gigabyte rtx™ 2060 windforce oc 6g

    Vorwort
    Im Rahmen der Testers Keepers Aktion von Mindfactory in Zusammenarbeit mit GYGABYTE wurde mir eine GIGABYTE RTX™ 2060 WINDFORCE OC 6G zugesendet. Damit wird meine bislang verwendete ASUS Dual GTX 1060 6GB OC abgelöst. Die alte Grafikkarte wurde meinem Bruder gesponsort, welcher dringend eine neue benötigt, da eine GTX 560 nicht mehr zeitgemäß ist. Vielen Dank dafür! Da laut Steamstatistik die NVIDIA GeForce GTX 1060 die am meisten genutzte Karte im Juni 2019 ist, scheint ein Vergleich zur GIGABYTE RTX™ 2060 WINDFORCE OC 6G wohl für die Masse interessant. Des Weiteren habe ich einen FPS Hintergrund und nutze einen 144HZ Monitor. Einige Kommentare gegen Ende enthalten Meinungen von mir, dies bitte ich zu beachten. Manche Nutzer sind mit >60FPS oftmals zufriedengestellt, was bei mir nicht immer den Ansprüchen genügt.

    Verwendete Hard- und Software
    Das von mir verwendete System stellt sich aus folgenden Komponenten zusammen. (Alle Links führen zur Mindfactory Shopseite):

    Anzumerken ist, dass die CPU ursprünglich auf 3.7GHz lief, ich sie jedoch auf 5.0GHz übertaktet habe. Die Grafikkarte wird ausschließlich in Default Settings betrieben, es wurde nichts an den Werkseinstellungen geändert. Folglich findet keine zusätzliche Übertaktung statt. Alle Treiber sind auf der aktuellen Version.

    Für Benchmarks und zur Messung einzelner Werte wurde folgende Software verwendet:
    • 3DMark
    • CPU-Z
    • Open Hardware Monitor
    • FurMark
    • NVIDIA GeForce Experience
    • HWMonitor

    Da reine Benchmarks aber nicht zwangsweise genügend aussagen, sondern „echte Anwendungen” - in unserem Fall Spiele - interessant sind, liegen auch Erfahrungsberichte und einzelne Statistiken zu folgenden Spielen bei: Far Cry New Dawn, Battlefield V, Mirror’s Edge: Catalyst, Dark Souls 3, PUBG

    Äußeres
    Der erste Eindruck scheint solide. Schlicht, aber edel verpackt. Kein großer Papierstapel der einem entgegenfällt, sondern lediglich die Grafikkarte selbst in Kombination mit etwas Verpackungsmaterial.
    Da sich eh kein Mensch die Manuals durchliest bzw. wenn doch, man diese schneller online findet, als einen alten Karton aus dem Keller zu holen, eine dankenswerte Entscheidung von GIGABYTE.
    Verpackung.jpg
    Beworben wird die GIGABYTE RTX™ 2060 WINDFORCE OC 6G vor allem mit der von GIGABYTE verwendeten Windforce Technologie. Konkret werden hierbei die Lüfter in entgegengesetzte Richtung gedreht, als Vorteil wird angegeben, dass der teilweise turbulente Airflow damit eliminiert werden soll. Weitere Informationen dazu kann man sich auf der Website von Gigabyte aneignen.
    Die Karte verfügt über zwei Displayports und zwei HDMI Ports. Da ich zuvor via Displayport und DVI verbunden war, musste ich mir erst mal günstig ein weiteres Displayport Kabel bestellen, bevor ich beide meine Monitore nutzen konnte.

    Optisch finde ich die Grafikkarte sehr ansprechend. Das kantig, aber schlanke Design im Vergleich zur GTX 1060 wirkt neu, modern und beeindruckend.
    Oben.jpgUnterseite.jpg
    Abgesehen von der scheinbar guten Lösung des angeblichen Airflow Problems, wirkt das Windforce Design mit den schnittigen Lüftern auch optisch futuristisch.

    Die Verarbeitung der Karte wirkt äußerst hochwertig. Auch wenn hier vorwiegend Plastik im Einsatz ist, weist dieses keinerlei Verarbeitungsmängel auf. Angesichts der vielen „Gravuren“, Ecken und Kanten hätte ich eigentlich mit ein paar Verarbeitungsfehlern oder zumindest Plastiknippelchen gerechnet. Hier hat mich GIGABYTE allerdings positiv überrascht. Auch die Verarbeitung an den Kontaktstellen zur Platine oder zum Kühlelement wirken äußerst robust. Ich konnte keinerlei Mängel finden.
    Ge-Force-RTXSchriftzug.jpg

    Anwendung
    Im Geeks3D FurMark Benchmark mit dem Default 1080p Preset erreicht die Grafikkarte einen Score von 7300 mit durchschnittlichen 121 FPS. Die Höchsttemperatur lag bei 82°C. Screenshotlink

    Im folgenden Abschnitt finden sich Testergebnisse zu den von mir durchgeführten Benchmarks. Ich habe mich auf die Gaming-orientierten und auf mein System passende Benchmarks beschränkt (sprich 1080p, kein 4K). Alle Tests wurden mit Default Einstellungen gestartet und die jeweiligen Ergebnisse veröffentlicht. Ein Link zur 3dMark Website ist jedem Test angefügt. Außerdem habe ich abgesehen vom RTX Benchmark „Port Royal“, auch den etwas älteren Fire Strike (DX11) Benchmark durchgeführt, um einen Vergleich auch für ältere Modelle zu ermöglichen. Da es eine große Auswahl an Stresstests gibt, habe ich mich auf den Time Spy Stresstest beschränkt. Bei Interesse kann ich auch andere Tests nachliefern.
    Time Spy
    Im Time Spy Benchmark erreicht mein System einen Score von 7595. Der Graphics Score liegt bei 7488 mit durchschnittlichen FPS von 48.38 (Test 1) und 43.27 (Test 2). Link zum Test.
    Fire Strike
    Im Fire Strike Benchmark erreicht mein System einen Score von 17445. Der Graphics Score liegt bei 19117 mit durchschnittlichen FPS von 91.29 (Test 1) und 76.29 (Test 2). Link zum Test.
    Port Royal (RTX)
    Im Port Royal Benchmark erreicht die GPU einen Score von 3952 und durchschnittlichen 18.30 FPS. Link zum Test.
    NVIDIA DLSS feature test
    Im NVIDIA DLSS feature test erreicht die Grafikkarte im ersten Test (DLSS off) 30.98 FPS. Im zweiten Test (DLSS on) 44.15 FPS. Link zum Test.
    Zumindest dieses Ergebnis zeigt, dass die neue Technologie mit den RTX Karten („Deep Learning Super-Sampling“) funktioniert. Wie das allerdings in der Praxis aussieht ist ein anderes Thema.
    Time Spy (Stress Test)
    Auch nach dem dritten Versuch habe ich den Time Spy Stress Test nicht bestehen können. Ich bin mir nicht sicher woran das liegen könnte. Das System hatte keinerlei Hintergrundprozesse am Laufen. Falls wer eine Empfehlung hat, kann er sich gerne melden.
    Erreicht habe ich eine Framerate Stabilität von 95.9%.
    Zum Bestehen werden 97% benötigt. [Link zum Screenshot] [Link zum Test].


    Spiele & RTX
    Battlefield V
    Zwecks dieses Reviews habe ich mich von einem Bekannten mit einer Battlefield V Lizenz beschenken lassen. Nicht nur um einen der populären AAA-Titel unter maximaler Auslastung der GPU zu testen, sondern auch um ein Spiel zu haben, welches mir das Testen der RTX Technologie (Realtime Ray Tracing) in der Praxis ermöglicht.
    Im Multiplayer-Modus auf Ultra Settings (ohne RTX) habe ich im Schnitt zwischen 90-110FPS, je nach Szene. Steht man in Mitten eines Luftschlages, Gebäude brechen ein und dutzende Krater werden von den Mörsergranaten ausgehoben, bewege ich mich bei um die 90FPS. Allerdings verspüre ich subjektiv mit diesen Settings eine Art „Inputlag“, weshalb ich unter normalen Umständen mit angepassten Settings spiele. Teils Ultra, teils Low (Beispiel: Post-Process aus).
    NVIDIA bietet hier mit GeForce Experience, wie auch schon bei älteren Grafikkarten die Möglichkeit das Spiel zu „optimieren“ und eine empfohlene, ausgewogene Grafikeinstellung zu übernehmen. Das funktioniert in meinem Fall auch ganz gut.
    Im Singleplayer jedoch sinken die FPS auf durchschnittlich 70-90 (RTX aus), vermutlich wegen den ganzen zusätzlichen Effekten (?). Aktiviert man nun noch RTX fallen die FPS auf sagenhafte 20-50. Der qualitative Unterschied ist minimal, fällt höchstens an größeren Teichen/Flüssen, oder an Fensterschreiben wirklich auf und dann auch nur, wenn man in Bewegung ist.
    Abgesehen davon bietet NVIDIA Experience hier ebenfalls ein unfassbar tolles und ausgereiftes Tool um Screenshots zu erstellen. Hierfür lohnt es sich ggf. RTX zu aktivieren, sofern man den „perfekten Screenshot“ möchte. [Link zum "perfekten Screenshot"]
    Sobald DLSS aktiviert ist, wirkt das ganze Spiel einfach nur noch verwaschen. Meiner Meinung nach wird die Qualität hierbei eher stark gedrückt. Diesbezüglich bleibt es bei mir immer deaktiviert.

    Andere Spiele
    Mirror’s Edge Catalyst
    HYPER Settings ~100 FPS (schwankend zwischen 90-120 je nach Szene)
    Dark Souls 3
    MAX Settings konstante 60FPS (Spiel ist gelockt). Die Grafikkarte wird nicht mal wirklich warm und langweilt sich bei ~65°C.
    PLAYERUNKNOWN’S BATTLEGROUNDS
    Ultra Settings ~125FPS mit minimalen Abweichungen.
    Far Cry New Dawn
    Max Settings ~101 FPS. Abweichungen 72-128 FPS.

    Temperatur, Verbrauch & Geschwindigkeit
    Zwar habe ich bereits an anderen Stellen teilweise auf Temperaturen hingewiesen, in diesem Fall muss es jedoch noch einmal konkretisiert werden. Auch wenn ich bei den Benchmarks, inkl. Stresstest nicht über 84°C gekommen bin, ist es mir jedoch passiert, dass ich nach einigen Stunden (1-2) in Battlefield V auf >85°C gerutscht bin. Ganz besonders ärgerlich ist, dass ich während der letzten zwei Wochen immer wieder Bluescreens bekommen habe. Bluescreens hatte ich auf meinem System vorher schon eine ganze Weile nicht mehr, was jedoch genau der Grund dafür war, ist mir nicht bekannt. Es war mir nicht möglich diese Bluescreens nachzustellen und laut Windows Fehlermeldung kann es sich hierbei um mehrere Faktoren handeln. Passiert ist dies jedoch nur bei Battlefield V, kein anderes Spiel war betroffen. Ich vermute, dass ich ggf. nicht genügend Platz in meinem Gehäuse habe. Da zwischen Kühler der Grafikkarte und der Verkleidung des Netzteils nur ein Finger breit Platz ist, vermute ich, dass die Luft dort nicht vernünftig zirkulieren, bzw. abweichen kann.
    Eingebaut1.jpg
    Das Öffnen des Gehäuses hat die Temperatur nachweislich um 5-10°C reduziert. Laut HW Info hat die Grafikkarte bei verschiedenen Belastungsphasen (Battlefield V, PUBG, Benchmark) teilweise zwischen 100-170 Watt beansprucht. Mit ihrem 8 PIN Anschluss auch kaum verwunderlich.
    Da es sich in diesem Fall um eine OC Version von GIGABYTE handelt, läuft die GPU nicht wie das Retail Modell auf 1700MHz, sondern boostet in regelmäßigen Abständen, je nach Last, Temperatur und Anforderung ordentlich nach oben. Laut HWMonitor scheine ich mit meinem Gerät Glück zu haben und mein Graphics Clock hat zwischendurch ein Maximum von 2010MHz erreicht. Link zum Screenshot

    Vergleich
    Im Vergleich zu meiner vorherigen Grafikkarte, der ASUS GeForce GTX 1060 GB leistet die 2060 spürbar mehr. Das Design ist schlanker, aber länger, die Kühlung der Grafikkarte ist leiser. Der Verbrauch ist höher ebenso und wohl am signifikantesten die Temperatur.
    Vergleich1060.jpgHoehe-Vergleich1060-2.jpg


    Fazit
    Die GIGABYTE RTX™ 2060 WINDFORCE OC 6G ist eine elegante, schlanke und starke Mittelklasse GPU. Wer die neusten Spiele auf 1080p auf nahezu Ultrasettings spielen möchte ist hier richtig aufgehoben. Beim Kauf sollte jedoch darauf geachtet werden, dass die GPU stromhungrig ist und dementsprechend ein vernünftiges Netzteil verbaut sein sollte.
    Da hier ein Vergleich mit der GTX 1060 stattgefunden hat und nun bestimmt bei einigen die Frage aufkommt, ob sich ein Upgrade lohnt: Meiner Meinung nach nicht, nein. Es ist zwar ein kleiner, spürbarer Unterschied zwischen den Grafikkarten vorhanden, jedoch rechtfertigt dieser kleine Anstieg meiner persönlichen Meinung nach nicht den Preis. RTX und DLSS sind zwar verfügbar, jedoch eher unbrauchbar, oder rein für Screenshots sinnvoll. Sollte man eine GPU, schlechter als eine GTX 1060 haben und man verfügt nicht über genügend Kapital, um sich eine RTX 2070 oder besser zu kaufen, würde sich der Kauf einer GIGABYTE RTX™ 2060 WINDFORCE OC 6G vermutlich auszahlen.
    Des Weiteren sollte beachtet werden, dass die RTX 2060 lediglich über 6GB VRAM verfügt. Für die meisten vermutlich vollkommen ausreichend und für den Preis auch angemessen, sollte man jedoch in manchen Spielen viel Modden, wie beispielsweise in Skyrim, empfiehlt es sich nach einer Alternative mit mehr VRAM zu schauen.

    Anmerkung
    Ich hab unglaublich viel Spaß mit NVIDIA Experience gehabt und unzählige Screenshots in Battlefield gemacht. Außerdem gibt es noch weitere Screenshots zu den Benchmarks/Werten. Das komplette Album kann man hier finden.
    Geändert von Oswin (05.07.2019 um 19:29 Uhr)

  6. #6

    Standard Geforce RTX 2060 Windforce OC 6G

    MEHR POWER oder der Golf IV vom Opa?

    Grafikkarten sind in den letzten Jahren ganz schön teuer geworden. Danke Bitcoin, danke asiatische GPU-Farmen.

    Langsam entspannt sich der Markt ein wenig – zwar noch nicht so wie erhofft, aber es wird (hoffentlich...).

    NVIDIA hat natürlich für das preisbewusstere Einsteigersegment wieder was im Angebot – die 2060er.

    Gigabyte bietet hier mit der Geforce RTX 2060 Windforce OC 6G eine »getunte« Variante an – auch aus ´nem Kleinwagen kann man ja bekanntlich mit professionellem Tuning noch einiges rausholen.

    Oder man lässt Onkel Jürgen ran – der nimmt die Bohrmaschine und bohrt ein Loch in den Auspuff. Ist billiger, hat aber auch das nötige Klangvolumen an der nächsten Ampel.

    Nun hab ich mich mal rangemacht, ob hier am Motor professionelle Schrauber dran waren oder *hust* Onkel Jürgen gewerkelt hat.

    Kurz zu mir, meinen Test-Anforderungen und der Gewichtung:

    Hauptberuflich Grafikerin, mit ´n paar mal Schulterklopfen deluxe bei bundesweiten Wettbewerben, kann ich auf ... Jahre Erfahrung zurückblicken (... weil, Frauen reden ja bekanntlich nicht über Jahre, sondern über Erfahrungen; aber keine Sorge: Bin noch keine alte Schachtel).

    In meiner Freizeit brauche ich aber auch mal Abwechslung: Ob bei netten Low-Grafik- Exkursen in den Tiefen von PoE (»Another nice vein!«) oder auch mal »selbst« als Tomb Raider durch die Gegend hechten. Und im Alltag muss der PC auch mal Adobe aushalten – auch mal unter Dauer-Volllast für ein paar Stunden.

    Beim Test ging ich so vor, wie ein unbedarfter Kunde das Produkt wahrnehmen würde. Hierbei legte ich etwas stärkeren Wert auch auf die User Experience und die Usability der Grafikkarte: Also von der Verpackung, über die Installation bis letztlich zum Alltags- test.
    5 Punkte – Maximalwertung
    Design – Verpackung und Produkt, 10 % Anleitung, Installation und Software, 15 % Lautstärke, 5 %
    Performance, 25 %
    Preis-/Leistungsverhältnis, 50 %

    Als Vergleich hatte ich im PC eine 970er, in einem anderen PC eine 1060er.


    Der Test

    Design – Verpackung und Produkt:


    Als erstes fällt natürlich das »Transformers«-Auge als prägendes Design-Element auf. Es scheint angelehnt zu sein an das NVIDIA-Logo und zieht sich als Design-Linie durch verschiedenste Produktlinien von Gigabyte.

    Die Produktkategorie prangt sehr prominent in der rechten unteren Ecke.

    Leider kann ich diese Produktverpackung aber aus Kunden-, aber auch professioneller Sicht nicht als gut bewerten.

    Ein Kunde sieht als erstes eine Verpackung, nicht das Produkt. Eine gute Verpackung soll (versteckte) Emotionen wecken, die mindestens das eigentliche Produkt positiver erscheinen lassen oder im besten Fall jemanden zum Fan machen. Egal wie rational man sonst ist, man ist niemals hiergegen immun. Sonst würde man ja nicht manch eine Collector’s Edition in der Luft zerreißen und sich als Fan veräppelt fühlen. Man mag ja als Gamer gar nicht an Fallout 76 denken...

    Ein großer Design-Fehler ist die Wahl der beiden Hauptfarben der Packung: Orange und giftgrün.

    Das giftgrün mag der Hausfarbe von NVIDIA geschuldet sein, erklärt aber noch lange nicht das Orange. Denn laut Farblehre müssten wir ein »blau« (Farbwerte setze ich jetzt nicht) komplementär dazu setzen; als Triade könnte man dies abgewandelt zwar nehmen, fehlt aber die dritte Farbe: blau-lila oder ähnlich.

    Aus Laiensicht oder in einfachen Worten: Irgendwas stimmt nicht so ganz – ich weiß aber nicht was genau.

    Auch andere Designelemente sind nicht an den richtigen Stellen bzw. überdimen- sioniert, wie bspw. die Produktbezeichnung in der rechten Ecke.

    Daher muss ich 1 Punkt abziehen, da aus fachlicher wie auch User-Experience-Sicht das Verpackungsdesign mir nicht sehr gelungen erscheint.

    Zum nächsten Schritt: Dem Auspacken und Packungsinnenleben

    Vorab noch etwas: Oben habe ich das »Tranformers«-Auge angemerkt – bei mir erweckte es den Eindruck, dass auch die Grafikkarte selbst einige Metall-Designele- mente aufweisen kann. Oder zumindest um den Lüfter, wie beim Auge, graue Produkt- elemente eingesetzt werden.

    Das Innenleben fand ich persönlich etwas dröge – und teils auch nicht sehr praktikabel.

    Ein grafisches Produktblatt oberhalb der Karte wäre hier einladender gewesen. Unprak- tisch war es zudem, dass die Anleitung und die DVD unterhalb des Schaumstoffs lagen. Man musste also ein wenig »suchen«. Aus User-Sicht wäre zudem ein USB-Stick zwar praktikabler, aus Sicherheitsgründen aber abzulehnen – von daher stehe ich diesem Punkt neutral gegenüber.

    Hier wäre es besser gewesen, diese Teile mit ein paar Klebepunkten an der Verpa- ckungsoberseite zu befestigen. Auch die Anleitung weist Ungenauigkeiten bei den Schaubildern zur Installation auf – wohl dem Umstand geschuldet, dass dieselbe Anlei- tung ohne Unterschied bei allen Grafikkarten zum Einsatz kommt.

    Daher muss auch aufgrund dieser Umstände Punkte abziehen, sodass ich beim Test- Punkt Design auf 2,8/5 Punkten komme.


    Anleitung, Installation und Software

    Beim Einbau ist mir aufgefallen, dass der Stromanschluss etwas weiter innen liegt als bei meiner alten Grafikkarte. Dadurch verlängert sich ein wenig der Kabelweg in einem ungünstigeren Gehäuse kann hierdurch der Ventilationsweg leicht negativ beeinflusst werden. Dies ist aber meiner Meinung nach noch im marginalen Bereich, sodass ich hier nur 0,3 Punkte abziehe.

    Aber wie leider so oft, gilt auch hier: Verlasse dich nicht allein auf eine Anleitung, denn sonst bist du verloren.

    Leider steht nicht in der Anleitung, dass man den eigentlichen Grafik-Treiber selbst bei NVIDIA herunterladen muss. Auch nicht bei der Installation wird man auf diesen Umstand hingewiesen. Also daher mein Tipp: Ladet euch vorher den Treiber runter, sonst müsst ihr im schlimmsten Fall euch mit 640x480 rumplagen. Und die Webseiten sind nicht dafür ausgelegt...

    Die »AORUS Engine«-Software, mit der man die Grafikkarte nach Gusto einstellen können soll, ist leider nicht bugfrei: Beim Test ist der AutoScan fürs Overclocking zwei Mal abgeschmiert, einmal ohne, einmal mit Anzeige. Beim Wechseln zu einem anderen

    Programm kann es auch sein, dass der Testscan unterbrochen wird. Und dann wieder von vorne. Eher suboptimal.

    Summa summarum: 3,2/5 Punkte Lautstärke
    Hier musste ich leider subjektiv vorgehen und mit meiner Geforce 970 als Vorgänger- karte vergleichen:

    Im Ruhelauf leicht lauter, der Lüfter hört sich etwas »scheppernder« an, aber wirklich nur minimalst. Den meisten würde es vielleicht gar nicht auffallen.

    Unter Last läuft die Karte erstaunlich ruhig und es ist kein merklicher Unterschied zu vernehmen.

    4,5/5 Punkte Performance
    Hier kommen nun die blanken Zahlen:

    Getestet habe ich mit 3DMark, jeweils mit dem Fire Strike Benchmarktest. Hier habe ich die Grafikkarte einmal ohne OC sowie mit AutoScan-OC getestet und auf einem ande- ren PC den Benchmark mit einer Geforce 1060 durchgeführt.

    Mich hat hier eine Sache wirklich überrascht:

    Der AutoScan-OC hob zwar die Punktzahl im Grafiktest an, aber lediglich um 92 auf eine Gesamtpunktzahl von 19792 an.

    Hier die Vergleichswerte zusammengefasst:

    Geforce 1060 – 13131 Punkte

    Gigabyte 2060 Windforce OC 6 G (ohne Overclocking) – 19700 Punkte Gigabyte 2060 Windforce OC 6 G (mit Overclocking) – 19792 Punkte

    Im Alltagstest bei der Arbeit mit Adobe CC konnte ich starke Performanceverbesserung gegenüber der alten 970er feststellen. Rendering ging nun um etliche Prozente schnel- ler, war aber von Fall zu Fall unterschiedlich und dateiabhängig, sodass ich hier nur subjektive Eindrücke schildern kann.

    Einen Multi-Monitor-Test konnte ich bisher nicht durchführen, da mein anderer Monitor mittlerweile keine anderen PCs mehr mag. Bereits an drei verschiedenen Computern kamen Darstellungsfehler auf, aber kaum an seinem »Stamm«-PC angeschlossen, war alles in Ordnung. Daher: Dieser Teil-Test kommt nach – oder fehlt wegen einem wider- spenstigen Monitor. Ja, er hat auch Gefühle – scheinbar.

    Für Gamer wichtig:

    Spiele

    Als Referenz-Game wird derzeit von vielen BF5 herangezogen – kann ich leider nicht mit dienen. Daher habe ich zum Vergleich Witcher 3 herangezogen. Vorher musste ich mit meiner alten 970er die Grafikeinstellungen zwischen Mittel und Hoch einstellen, damit die Performance nicht nachließ.

    Mit der 2060 von Gigabyte klappte nun die flüssige Darstellung auf höchster Stufe ohne spürbare FPS-Einbrüche.

    Mein Fazit:


    Gerade ältere oder mittelalte Systeme sollten stark vom Performance-Zuwachs profi- tieren können.

    Jedoch muss ich bei der Handhabung des OC Abzüge berücksichtigen – hier solltet ihr euch gut auskennen, bevor ihr selbst die Werte einstellt. Denn allein »nach Gefühl« werdet ihr nicht die Lüftungsqualität eures Systems bewerten können.

    Programme wie Argus Monitor könnten euch helfen, die Lage im PC einzuschätzen. Wie immer gilt beim Overclocking: auf eigenes Risiko. Hier hätte eine besser justierte Software sicherlich gut geholfen. Aber an den Testwerten oben könnt ihr ablesen, dass die Automatik nur kleine Steigerungen leisten kann.

    Daher vergebe ich 4/5 Punkten bei der Performance für Grafikkarten der Einstiegs- klasse.

    Preis-/Leistungsverhältnis

    Für GPUs in der Low(er)-Budget-Klasse ist der Preis ein sehr gewichtiges Kriterium. Bei Mindfactory ist die Karte im Schnitt 30-60 ¤ günstiger (Stand: 12.7.19; abhängig vom Wochentag und Uhrzeit, sowie weiteren Faktoren) ggü. anderen vergleichbaren Karten wie MSI. Lediglich die Palit war bis zu 10 ¤ günstiger.

    Für die Gigabyte spricht aber auch, dass die Kunden hier wohl im allgemeinen Gigabyte mehr vertrauen: Die Verkaufszahlen zwischen Gigabyte und MSI sind recht ausgegli- chen (zumindest bei MF); Palit, KFA2, Gainward sind weit abgeschlagen.

    Die Testkarte ist derzeit in einem recht niedrigen Preissegment angesiedelt, sodass man meiner Meinung nach ruhig zugreifen kann beim heutigen Preis von 347,72 ¤ (MF ist hier mal wieder unschlagbar preiswert).

    Zur Anmerkung aber: Am 2.6.2019 gab es im bundesweiten Preisentwicklungsvergleich einen starken Ausreißer nach unten – 316,94 ¤.

    Im Vergleich mit einer Geforce 1070 würdet ihr hier auch sparen.

    Daher kann ich derzeit die Geforce RTX 2060 Windforce OC 6G aus Preis-/Leistungs- perspektive betrachtet guten Gewissens empfehlen.

    4,5/5 Punkten

    * Für den Test wurde mir die Grafikkarte von Mindfactory bereitgestellt. Die Bewertung erfolgte komplett frei und ohne Beeinflussung.

    Bild_Grafikkarte.jpg IMG_20190707_172928.jpg 3dmark benchmark ohne OC.jpg

    3dmark benchmark mit AutoOC.jpg 2060 Triade.jpg 2060 Komplementär.jpg

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