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Thema: Testers Keepers: Seagate IronWolf SSD 110 1,92 TB

  1. #1
    Mindfactory AG Avatar von Marketing The Kid
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    Standard Testers Keepers: Seagate IronWolf SSD 110 1,92 TB

    Hier findet Ihr alle Testberichte zur Testers Keepers Aktion mit der Seagate IronWolf SSD 110 1,92 TB aus dem Zeitraum vom 06.05 bis 12.05.2019.
    Mit freundlichen Grüßen
    Ihr Mindfactory Marketingteam

    signaturbild - Testers Keepers: Seagate IronWolf SSD 110 1,92 TB
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  2. #2

    Standard Seagate IronWolf 110 SSd 1.92TB Review

    Seagate IronWolf 110 SSD 1.92



    Testers Keepers:
    Bei der Verlosung hatte ich das Glück, einer von den Gewinnern der Seagate IronWolf 110 SSD zu sein. In meiner Bewertung möchte ich auf die Funktionen und einzelnen Details der frisch auf dem Markt erschienen SSD eingehen.



    Lieferung:
    Ein paar Tage nach der Gewinnbenachrichtigung kam die SSD auch schon in einem kleinen Päckchen bei mir an. In absoluter Sicherheit, wiegte sich die Festplatte eingewickelt in einer Antistatischen Folie in dem Karton, der sonst komplett nur noch mit Luftfolie ausgefüllt war. Nicht mal eine Pappschachtel mit etwas Schaumstoff, keine weitere Beschreibung, kein Flyer oder ähnliches,… nix mehr dabei. Meine MX100 von Crucial damals, war etwas schöner & sicherer verpackt.
    Zumindest ist deshalb der erste Eindruck so eher schwach. Aber es scheint so auch zu reichen. Sicherlich auch eine Art des Vertrauens in das Produkt. Dass keine weiteren Informationen beiliegen ist zwar merkwürdig, diese lassen sich aber auch online beschaffen. Vielleicht liegt die sparsame Ausstattung auch nur an der Testers – Keepers Aktion.

    Paket.jpg Bulk.jpg Bulk 2.jpg


    Beschreibung:
    Die Verarbeitung wirkt sehr gut und sieht absolut hochwertig aus, es ist nichts zu beanstanden. Es ist alles sehr sauber und akkurat montiert. Na gut, soviel kann man hier ja auch nicht falsch machen. Normalerweise verschwinden Festplatten in einem Case, Gehäuse oder hinter dem Mainboard und sind so für das Auge sowieso nicht mehr sichtbar.
    Das Festplattengehäuse hat die typische Höhe von 7mm und sieht im Prinzip aus, wie jede andere 2,5“ SSD auch. Es befinden sich sämtliche Gewindebohrungen unter dem Gehäuse sowie an den Seiten. Dadurch lässt sich eine Montage auf diversen Plattformen und Vorrichtungen realisieren. Es befindet sich außerdem noch ein zusätzlicher 2. Stromanschluss (4-Polig) an der Festplatte.
    Auf der Rückseite befindet sich eine Metallplatte zur besseren Wärmeableitung, um die IronWolf möglichst kühl zu halten. Da diese Komponente für einen 24/7 Dauerbetrieb in einem NAS – System ausgelegt ist, ist eine mögliche Wärmeentwicklung natürlich auch ein Thema.
    Bild Rückseite Metallplatte

    Voderseite.jpg Rückseite.jpg Bohrungen.jpg Anschlüsse.jpg


    Wie bereits erwähnt, handelt es sich hierbei weltweit um die erste 2,5“ SSD für NAS. Das spiegelt sich natürlich sofort am Preis wieder und erklärt unter anderem auch, warum dieser im Vergleich zu anderen SSD`s so hoch angesetzt ist. Zurzeit kostet dieses Modell ab ca. 420¤ (namhafte Shops). Wenn man den aktuellen Wert pro GB ausrechnet, kommt man auf ca. 21,88Cent. Vor einer Woche waren es noch etwa 60¤ mehr. Der Preis wird sich also noch etwas nach unten regulieren.
    Zum Vergleich: Die HDD IronWolf von Seagate mit 12TB Speicherplatz kostet mit 415¤ etwa gleich viel. Diese hat ein Preis- Leistungsverhältnis von 3,45Cent pro GB. Das ist schon ein gewaltiger Unterschied.

    DuraWrite:
    Der Controller dieser Festplatte basiert auf der DuraWrite Technologie. Diese ist eine Weiterentwicklung der SandForce-Technik. Dadurch wird eine Datenkompression verwendet, welche nicht nur Speicherplatz spart, sondern auch die Leistungsaufnahme verringern und dabei gleichzeitig die Leistung steigern soll.

    Technische Daten der SSD:
    Formfaktor: 2,5 Zoll
    Kapazität: 1,92TB (auch in 240GB, 480GB, 960GB und 3,84TB erhältlich)
    SATA-Schnittstelle: 6Gbit/s
    NAND-Flash-Typ 3D TLC
    Schreiben: 560
    Lesen: 535
    IOPS (R70R): 65.000
    IOPS: 50.000
    TB: 3.500
    MTBF: 2.000.000
    Die beschränkte Garantie wird von Seagate mit 5 Jahren angegeben.



    Einbau:
    Der Einbau verlief ziemlich einfach und unkompliziert. Wenn man sich etwas mit Computerhardware beschäftigt und schon einmal in ein Gehäuse hineingeschaut hat, sollte das für niemanden ein Problem darstellen. Voraussetzung sind natürlich ein freier SATA Port auf dem Mainboard und ein passendes SATA Kabel mit 6 Gbit/sec.
    Strom und Datenkabel dran und schon konnte es losgehen. Der 4-Pol Anschluss wurde erstmal ignoriert. Im Bios wurde die IronWolf auch sofort erkannt. Hier konnten diesbezüglich bereits sämtliche Einstellungen vorgenommen werden. Anschließend konnte die SSD im System in der Verwaltung wiedergefunden und als neues Speichermedium unter Datenträger deklariert und beliebig partitioniert werden. Hier musste das Speichermedium als ein Volume festgelegt und formatiert werden. Bei der Angabe des Partitionsstils hatte ich erst fälschlicherweise den neuen „modernen“ Typ GPT ausgewählt (weil auch empfohlen). Die Folge war, dass sich das Volume zwar erstellen und festlegen ließ, aber trotzdem im Explorer nicht wiederzufinden war. Erst als ich auf den etwas älteren Partitionsstil MBR (bis 2 TB) geändert hatte, wurde diese auch ordnungsgemäß im Arbeitsplatz angezeigt und konnte auch dementsprechend genutzt werden.
    Von den einst 1.920 TB blieben nach Abzug des 7% Volumenschwunds, am Ende immer noch ca. 1,788 TB zur freien Verfügung übrig.

    Da ich im NAS noch ziemlich in den Anfängen bin, muss ich mich zu dem Thema noch intensiv einlesen und informieren. Deshalb teste ich die Zugriffszeiten, sowie die Lese- und Schreibgeschwindigkeiten ganz normal in meinem Computersystem. Ich denke das wird auch zum NAS keinen Unterschied machen, solange ein vernünftiges LAN-Kabel genutzt wird, welches den Datentransfer nicht negativ beeinflusst. Außerdem geht es hier ja auch um die Festplatte an sich.

    Kurz die wichtigsten Infos zu meinem Testsystem:
    OS: Windows 10 Prof. 64
    Mainboard: Gigabyte Z390 Aorus Pro
    CPU: Intel i7 8086K
    RAM: G.Skill 16GB Trident Z 3200
    SSD: Crucial MX100


    Geschwindigkeitstest:
    Um die Geschwindigkeiten der neuen SSD zu ermitteln, wurden die Programme ChrystalDisc und AS SSD verwendet. Zum Vergleich wurde die bereits vorhandene SSD von Crucial herangezogen. Hierbei handelt es sich um eine 500GB MX100, die zwar schon ein paar Tage alt ist, aber trotzdem bisher tadellos funktioniert.
    Anbei ein paar Bilder, an denen die einzelnen Ergebnisse einsehbar sind:
    Bilder Benchmarks
    Für den Test wurden beide Festplatten erst mit 1GB Datenvolumen und dann mit größeren Datenmengen getestet. Auffällig ist, je mehr Datenumsatz getätigt werden musste, desto langsamer wurde die Crucial. Im Gegensatz dazu verhielt sich die Ironwolf etwas anders. Von einem Leistungseinbruch war hier nichts zu sehen. Die Werte sind auch bei zunehmenden Dateigrößen sehr konstant, wenn nicht sogar steigend. Dieses Ergebnis wurde von beiden Tools bestätigt. In einem NAS System soll ja ein Dauerbetrieb möglich sein und deshalb ist es auch perfekt, dass hier keine Schwächen gezeigt wurden. Also in dieser Hinsicht schonmal ein Plus für die Seagate.

    Übersicht AS SSD.jpg Übersicht ChrystalDisc.jpg


    Die Geschwindigkeiten der Platten zueinander unterscheiden sich jetzt nicht soo sehr. Klar, die SSD von Seagate ist auf jeden Fall konstant. Auch wenn man denken könnte, eine aktuelle Hardware sollte vielleicht etwas schneller sein als ein 6 Jahre altes Modell. Das Maximum, was ein 6 Gbit/sec Kabel liefern könnte, wird zwar nicht ganz erreicht, die Werte der Seagate entsprechen aber dem, was der Hersteller auch angibt und daher ist es voll in Ordnung. Zumindest wenn man nach dem Resultat von ChrystalDisc geht. Das Ergebnis von AS SSD ist etwas unter dem Wert, welchen Seagate so angibt.
    Ich denke, bei der Ironwolf wurde das Hauptaugenmerk eher auf die Zuverlässigkeit, Konstanz und Sicherheit gelegt. Das lässt sich auch an folgenden Features erkennen, die von Seagate unterstützt bzw. angeboten werden.

    Rescue:
    Nach Registrierung kann die Festplatte in einem Rescue – Plan aktiviert werden, um diese vor Datenverlust zu schützen. Die Datenwiederherstellungsexperten von Seagate sorgen immerhin für eine 95% Kundenzufriedenheit. Hierfür wird ein Serviceplan zur Datenwiederherstellung erstellt, bei dem ein einzelnes oder gleich mehrere Geräte abgesichert werden können. Die Daten werden mittels Cloud oder einem externen Speicher gesichert und können im optimalen Fall innerhalb von 2 Tagen wiederhergestellt werden. Dieser Schutz kostet z. B. für die SSD 110:
    29,99 US-Dollar bei 2 Jahren und
    39,99 US-Dollar bei 3 Jahren Datensicherung.
    Diese Investition lohnt sich meiner Meinung nach eher für Unternehmen. Als Privatanwender kann man sich auch lebenslänglich mit einer zweiten 08/15 Festplatte vor Datenverlust absichern. Vor allem weil die privaten Daten dann so auch nicht „das Haus verlassen.“

    IronWolf Health:
    Das IronWolf Health Management (IHM) bietet Schutzmaßnahmen wie Prävention, Intervention und Wiederherstellung für unterstützte IronWolf Festplatten. Mit diesem Tool lassen sich die vorhandenen Festplatten z. B. in einem NAS – System auf Ihren Zustand überprüfen und überwachen um gegebenfalls vorbeugende Maßnahmen ergreifen zu können. Wobei die Wiederherstellung wieder an den Rescue – Plan anknüpft und diesen Voraussetzt.
    Allerdings ist das Health Management derzeit nur für Festplatten ab einer Kapazität von 4TB verfügbar. Hier soll demnächst auch für kleinere Größen die Möglichkeit geschaffen werden.

    Weitere nützliche Tools finden sich auf der Seagate – Homepage zum Download wieder:
    SeaTools SSD-GUI: Grafisches Dashboard und Diagnosetool zur Optimierung der SSD
    DiscWizard: Assistent zur Partitionserstellung & Formatierung und Datensicherung




    Fazit:
    Das Produkt überzeugt voll und ganz aus technischer Hinsicht. Für die meisten privaten Anwender wird es aber wohl erst interessant, wenn der Preis sich weiter unten eingependelt hat.

    Positive Aspekte:
    + hohe Zuverlässigkeit
    + gute & konstante Lese- und Schreibgeschwindigkeiten
    + sehr robust
    + sehr leise
    + sparsam im Verbrauch
    + für Dauerbetrieb geeignet
    + 5 Jahre Garantie

    Aspekte die nicht positiv herausstechen:
    - Als Massenspeicher noch zu teuer (0,22¤ pro GB)


    Dankeschön:
    Sehr geehrtes Mindfactory,
    ich möchte mich nochmal herzlich für diese Aktion bei Euch bedanken. Danke auch an Seagate, die diese fantastische SSD zur Verfügung gestellt hat.
    Vielen Dank auch an alle Leser. Ich hoffe, ich konnte euch einen kleinen Eindruck von der Seagate IronWolf 110 SSD verschaffen.
    Schöne Grüße

  3. #3

    Standard Testbericht zur Seagate IronWolf 110 NAS 1.92 TB SSD

    Testbericht zur Seagate IronWolf 110 NAS 1.92 TB SSD
    Herzlich Willkommen an alle hardwarebegeisterten Forummitglieder.

    An dieser Stelle möchte ich mich noch einmal recht herzlich bei Mindfactory für die Bereitstellung dieses Testmusters bedanken.

    Der Versand verlief rasant und war sehr gut verpackt wie man es bereits von Mindfactory gewohnt ist.

    Meine persönliche Meinung und die Testergebnisse in diesem Testbericht werden durch die „Testers Keepers Aktion“ in keinster Weise beeinflusst.

    Das Datenblatt sowie einige wichtige Features wurden von der offiziellen Hersteller-Seite von Seagate entnommen.

    Einleitung
    Mit der IronWolf 110 NAS-Reihe hat Seagate eine Enterprise-SSD auf den Markt gebracht, die überwiegend für den Einsatz im NAS (Network Attached Storage) und für Business-Aufgaben bestimmt ist.
    Ein großes Augenmerk liegt dabei auf Robustheit, Langlebigkeit und Ausfallsicherheit.
    So wurde zum Beispiel darauf geachtet, dass die SSD bei möglichst großer Belastung die Schreib- und Leseraten stabil hält und die gespeicherten Daten zudem noch komprimiert werden um die Lebensdauer zu erhöhen.

    Anwendungsbereich
    Seagate gibt hier folgende Szenarien für die Verwendung solcher SSDs an:
    • All-Flash-Array-NAS
    • Tiered-Caching auf geeigneten NAS
    • NAS für Kreativprofis
    • NAS für kleine und mittlere Unternehmen

    Besondere Vorteile für eine Verwendung von SSDs in NAS, PC und Laptop sind z.B. ein verringerter Energiebedarf und natürlich die daraus resultierenden Stromeinsparungen und niedrigen Temperaturen, da es anders als bei herkömmlichen Festplatten, in SSD-Datenträgern keine mechanischen Bauteile gibt.
    Die Geräuschkulisse ist dadurch auch deutlich angenehmer.

    Bei mir kommt die SSD vorerst als Ablage für 4K-Videokonvertierung, RAW-Bildbearbeitung und Spielen im PC zum Einsatz. Später wird diese dann in ein NAS weichen um Serveraufgaben zu übernehmen, wie z.B. TV-Inhalte aufnehmen und andere Netzwerkdienste wie z.B. einen Mailserver bereit zu stellen.

    Ich könnte mir auch gut vorstellen, dass die SSD sich super in ein Überwachungssystem (Netzwerkrekorder) oder sogar in Konsolen integrieren lässt.

    Produktfotos
    IMG_5540_2.jpg IMG_5544.jpg IMG_5545_2.jpg IMG_5541.jpg

    Technisches Datenblatt des Herstellers:
    • Modellbezeichnung: ZA1920NM10001
    • Kapazität: 1.92 TB (1,74 TB Netto)
    • Schnittstelle: SATA 6 Gbit/s
    • NAND FLASH TYP: 3D-TLC (Toshiba 64L)
    • Controller: Seagate Eigenentwicklung
    • Größe: 2,5‘‘ x 7mm Höhe
    • Gewicht: 77 g
    • Sequenzielles Lesen: 560 MB/s
    • Sequenzielles Schreiben: 535 MB/s
    • IOPS 4KB (QD32) lesen: 90.000
    • IOPS 4KB (QD32) kontinuierlich: 65.000
    • IOPS 4KB (QD32) schreiben: 50.000
    • MTBF: 2 Millionen Stunden
    • Gesamtschreibleistung: 3.500 TB
    • Betriebstemperatur: 0°C – 70°C
    • Widerstandsfähigkeit 0.5 ms (Gs): 1.000
    • Garantie: 5 Jahre Beschränkt
    • Stromverbrauch Idle: 1,2 Watt
    • Stromverbrauch im Betrieb: 3,4 Watt maximal

    Detaillierte Informationen zum verbauten Controller und DRAM-Cache konnte ich bei Seagate auf Anhieb leider nicht finden.
    Es handelt sich bei dem Controller wohl um eine Eigenentwicklung aus dem Hause Seagate.
    Bei den verbauten Speicherchips handelt es sich um 64 Layer 3D TLC BiCS3 von Toshiba.

    Besonderheiten:
    • 2 Jahre Datenrettungsservice (Rescue)
    • DuraWrite™ - Technologie
    • Seagate IronWolf Health Management (nicht für alle NAS verfügbar)
    • Schutz vor Datenverlust bei Stromausfall
    • 2 Mio. Stunden (MTBF) hohe Lebensdauer
    • beschränkte 5 Jahre Garantie

    Rescue
    Mit dem Rescue Datenrettungsservice bietet Seagate dem Besitzer einer IronWolf SSD oder IronWolf Pro Festplatte nach Registrierung des Geräts einen speziellen 2 Jahres Datenwiederherstellungsservice an.
    Ich hoffe ich werde diesen Dienst niemals beanspruchen müssen, finde es aber toll, dass sich der Hersteller hier wirklich Gedanken um den Kunden macht.

    Was ist DuraWrite™?
    Bei der DuraWrite™-Technologie handelt es sich um ein Feature, bei dem die Daten bei der Speicherung direkt „on the fly“ verlustfrei komprimiert werden. Der Vorteil ist, dass somit zum einen Speicherplatz gespart wird und zum anderen nur halb so viele Daten geschrieben werden müssen.
    Das kommt der IronWolf 110 SSD natürlich zu gute, denn weniger geschriebene Daten bedeuten gleichzeitig weniger Schreibzyklen, um eine deutlich längere Lebensdauer zu erzielen.
    Dies garantiert auch, dass selbst nach vielen Schreibzyklen hohe Schreib- und Leseraten bei starker Belastung erreicht werden können.
    Ob es nun wirklich einen Vorteil bietet, wird sich erst in Zukunft zeigen.

    Seagate IronWolf Health Management
    Das Programm IronWolf Health, ist ein Programm für NAS Geräte, das für die Überwachung von Seagate Festplatten und SSDs in kompatiblen NAS Geräten vorgesehen ist.
    Es liefert Auskunft über den allgemeinen Zustand der verbauten SSDs und Festplatten.
    So lassen sich z.B. S.M.A.R.T.-Werte, Datenträger-Verbunde und Fehlercodes Auslesen.
    Außerdem lässt sich der gesamte Datenverkehr analysieren und in einem Workload-Diagramm überwachen.

    Eine direkt bebilderte Vorstellung des Programms kann ich mangels fehlendem NAS-Geräts nicht bieten.
    Sollte ich in der nächsten Zeit auf ein NAS wechseln, wird dies natürlich nachgereicht.

    Lieferumfang:
    In meinem Fall befand sich nur die SSD in einer Anti-Statik Folie verpackt im Paket.
    Ob dies auch im Einzelhandel der Fall ist, weiß ich leider nicht.
    Angesichts des aktuell hohen Preises, wäre hier aber eine schöne Verkaufsbox mit Inhalt wie z.B. Datenblatt, Garantiebedingungen und ein Hinweis zur Registrierung des Gerätes auf der Seagate Homepage wünschenswert gewesen.

    Verarbeitung und Gehäuse:
    Die SSD selbst macht einen sehr stabilen und wertigen Eindruck.
    Ich persönlich empfinde das Gehäuse als etwas stärker und fester im Vergleich zu anderen baugleichen SSDs.
    Erinnert mich schon fast an die Robustheit der ersten SSDs die auf den Markt kamen.
    Mit einer Größe von 2,5 Zoll und einer Höhe von 7 mm passt die SSD in einen herkömmlichen 2,5 Zoll Schacht und macht somit auch in Laptops keine Probleme.
    Bei mir lies sich die IronWolf 110 problemlos mit 4 Schrauben in der Festplattenhalterung des Fractal Design R6 installieren.

    Inbetriebnahme und Kompatibilität:
    Die erste Einrichtung verlief ohne große Probleme. Es ist das übliche Prozedere beim Initialisieren eines Datenträgers.
    Sollte die SSD im Windows zunächst nicht direkt erkannt werden, kann man mit Hilfe der Windowseigenen Datenträgerverwaltung den Datenträger formatieren und einen Laufwerksbuchstaben zuweisen.
    Anschließend lässt sich die SSD wie ein normaler Datenträger nutzen und dem Benutzer stehen rund 1,74 TB Nettokapazität zur Verfügung.
    Treiber werden hierbei nicht benötigt.

    Zur direkten Kompatibilität im NAS kann ich leider keine Angaben machen und muss daher auf die Kompatibilitätsliste vom Hersteller zurückgreifen.
    Seagate gibt hier folgende Hersteller als Kompatibel an:
    • Asustor
    • QNAP
    • QSAN
    • Synology
    • Thecus

    Eine genauere Kompatibilitätsliste findet ihr auf der Herstellerseite.

    Leistung und Benchmarks:
    Nun zum eigentlichen Test mit Benchmarks.

    Mein Testsystem:
    • Prozessor: Intel Core i7 5820K @ 4.5GHz
    • Mainboard: Asrock X99 Extreme 4
    • Arbeitsspeicher: 32GB G.Skill Ripjaws DDR4 2666MHz
    • Grafikkarte: XFX AMD Radeon RX 580 GTS
    • Netzteil: BeQuiet Pure Power E9 580W
    • Gehäuse: Fractal Design R6
    • Betriebssystem: Windows 10 Professional Version 1809
    • Windows SSD: Samsung 850 Pro 512 GB

    Überblick
    Seagate IronWolf 110 1.92 TB in Crystal Disk Info:
    Crystal Disk Info Seagate.jpg

    Synthesische Tests
    Bei den synthetischen Tests wurde jeweils immer der erste Programmstart zur Auswertung verwendet.
    Crystal Disk Mark verwendet bei den Standardeinstellungen ohnehin 5 Messungen.
    Zwischen den Messungen der einzelnen SSDs wurde das System neu gestartet und 3-5 Minuten gewartet um mögliches Caching (Zwischenspeichern) zu vermeiden.

    CrystalDiskMark v. 6.0.2 x64 (1GB)
    Code:
    		lesen [MB/s]	schreiben [MB/s]
    Seq Q32T1	563,6		535,7
    4KiB Q8T8	386,8		342,1
    4KiB Q32T1	346,8		342,1
    4KiB Q1T1	28,41		87,17
    Seagate IronWolf 110 0%.jpg
    Nach 5 Durchläufen im Crystal Disk Mark erreicht die Seagate 110 solide 563,6 MB/s im lesen und 535,7 MB/s im schreiben und ist damit minimal besser, als die vom Hersteller angegeben Werte.

    AS SSD Benchmark v. 2.0.6821.41776 (1GB)
    AS SSD IronWolf.jpg AS SSD IronWolf IOPS.jpg AS SSD IronWolf Copy.jpg

    Anders sieht es beim AS SSD Benchmark aus.
    Dies ist wohl auf die Testmethodik des Programms zurückzuführen
    Die Werte können sich trotzdem sehen lassen und sind sehr realitätsnah.

    ATTO Disk Benchmark v. 4.00.0f2 (2GB)
    Hier eine Zusammenfassung der wichtigsten Daten.
    ATTO Ironwolf.jpg
    Code:
    Blockgröße		schreiben	lesen	in MB/s
    512 B			10,66		12,82
    1 KB			18,75		29,30
    2 KB			42,48		71,11
    4 KB			208,01		176,32
    8 KB			331,20		264,96
    16 KB			408,12		343,75
    32 KB			453,13		378,09
    64 KB			486,62		414,62
    128 KB			501,96		468,75
    256 KB			514,09		538,17
    512 KB			513,71		538,69
    1 MB			514,00		538,52
    2 MB			531,71		538,30
    4 MB			513,28		538,24
    8 MB			513,28		538,24

    Hier mal im Vergleich zu meinen anderen SSDs
    Um einen kleinen Vergleich verschiedener SSDs durchzuführen zu können, kommen folgende SSDs zum Einsatz:
    • Samsung 850 Pro 512 GB (3D MLC NAND) - Systemplatte
    • Mushkin Triactor 3DL 512 GB (3D TLC NAND)
    • Seagate IronWolf 110 1.92 TB (3D TLC NAND)

    Ich muss zugeben, dass ich hierbei nicht die idealsten Voraussetzungen gewählt habe.
    So nutze ich bspw. eine Samsung 850 Pro, die zu 80% gefüllt ist als Systempartition und die Mushkin Triactor 3D als Spiele und Programm SSD, welche zu 70% gefüllt ist.
    Dies führt natürlich dazu, dass die SSDs dementsprechend schon leichte Performanceeinbrüche haben können.
    Die Seagate IronWolf 110 SSD hingegen hat hier noch keine Einbußen und zeigt hier ihre 100%-ige Leistung.
    Wir müssen uns aber nichts vormachen, dass diese SSDs ohnehin niedrige Zugriffszeiten und schnelle Datenübertragungen haben und sich super für den Alltagsgebrauch eignen.

    crystaldiskmarkwljtc - Testers Keepers: Seagate IronWolf SSD 110 1,92 TB assjjkra - Testers Keepers: Seagate IronWolf SSD 110 1,92 TB

    Wie zu erwarten war, kann die Seagate IronWolf 110 hier in allen Bereichen stark punkten und ist ungefähr gleichauf mit meiner Samsung 850 Pro 512 GB.

    Und hier nochmal im Crystal Disk Mark
    Samsung 850 Pro | Seagate IronWolf 110 | Mushkin Triactor 3DL
    samsung850pro77htkek - Testers Keepers: Seagate IronWolf SSD 110 1,92 TB seagateironwolf1100h6k4b - Testers Keepers: Seagate IronWolf SSD 110 1,92 TB mushkintriactor3d91t4jfg - Testers Keepers: Seagate IronWolf SSD 110 1,92 TB


    Weitere Tests
    Bei diesen Test wurden bewusst Spiele ausgewählt um die schnellen Ladezeiten zu demonstrieren.
    Gestoppt wurde die Zeit mit der Stoppuhr-Funktion des Smartphones.
    Der Spieleordner wurde dazu auf die jeweilige SSD Kopiert, die Registry angepasst und via Exe ausgeführt.
    Damit alles seine Richtigkeit hat, wurde alles nochmals im Taskmanager und via Ressourcenmonitor überwacht.

    GTA V
    Ladezeiten vom Hauptmenü in den Singleplayer:
    Seagate IronWolf 110 Samsung 850 Pro Mushkin Triactor 3DL
    ca. 28 Sekunden ca. 27 Sekunden ca. 28 Sekunden

    FarCry 5
    Ladezeiten vom Hauptmenü in den Singleplayer:
    Seagate IronWolf 110 Samsung 850 Pro Mushkin Triactor 3DL
    ca. 15 Sekunden ca. 14 Sekunden ca. 15 Sekunden

    Tom Clancys The Division 2
    Bei Division 2 ist mir aufgefallen, dass dieses Spiel eine sehr hohe Laufwerksauslastung im Ladebildschirm aufweist.
    Ladezeit vom Hauptmenü in die Online-Welt:
    Seagate IronWolf 110 Samsung 850 Pro Mushkin Triactor 3DL
    ca. 25 Sekunden ca. 22 Sekunden ca. 29 Sekunden

    Unter Windows
    Das Verschieben einer 26,2GB Großen mit 7z gepackten Datei von der Mushkin Triactor 3DL auf die Seagate 110 dauerte ca. 58 Sekunden.
    triactorapexzuseagateyejrc - Testers Keepers: Seagate IronWolf SSD 110 1,92 TB

    Temperaturen
    Beim Kopieren von Dateien wurde die Seagate IronWolf 110 nie wärmer wie 39 Grad Celsius.
    Im Leerlauf lag sie bei ca. 31 Grad Celsius.
    Der Festplattenkäfig befindet sich im vorderen Teil meines Gehäuses und wird durch 2 140mm Lüfter direkt gekühlt.
    tempscfjgl - Testers Keepers: Seagate IronWolf SSD 110 1,92 TB

    Pros und Cons (TL;DR-Sektion)

    Postiv:
    + sehr gute Schreib- und Leseraten
    + lange Lebensdauer lt. Hersteller (2 Mio. Stunden, 3500 TBW)
    + Service (2 Jahre Datenrettungsplan nach Registrierung, 5 Jahre beschränkte Garantie)
    + niedrige Temperaturen
    + für Dauerbetrieb ausgelegt

    Negativ:
    - hoher Preis pro Gigabyte

    Fazit:
    Ich besitze aktuell zwar kein NAS aber trotzdem lässt sich die Seagate IronWolf 110 NAS SSD auch als Privatanwender, Gamer und Hobbyfotograf solide nutzen.
    Es gibt absolut nichts zu bemängeln, denn auch bei größeren und kleineren Dateimengen hält die SSD ihre Schreib und Leseraten stabil. Größere Einbrüche in der Performance konnte ich dabei nicht erkennen. Ladezeiten in Spielen waren auch sehr gut.
    Der Vorteil einer NAS SSD gegenüber einer herkömmlichen guten SSD war für mich allerdings nicht erkennbar.

    Den Preis von aktuell 407,26¤ (Mindfactory stand 04.06.2019) finde ich doch etwas zu hoch angesiedelt. Ähnliche SSDs mit gleicher Größe gibt es bereits schon ab 225¤, allerdings dann auch ohne Datenrettungsservice.
    Wie die IronWolf 110 sich im Langzeittest schlägt, werde ich wohl erst in ein paar Monaten oder Jahren feststellen können.

  4. #4

    Standard Produktrezension „Seagate Ironwolf 110“

    Als einer der glücklichen Gewinner der „Tester Keepers“ Aktion möchte ich euch heute einen tieferen Einblick in eine nagelneue Seagate Ironwolf- SATA-III SSD Produktreihe geben. Die Festplatten werden in den Größen 240, 480, 960, 1920 und 3840 Gigabyte angeboten. Seagate wagt damit als einer der Ersten den Sprung in das „NAS – SSD“ Becken und geizt dabei auch nicht mit Bescheidenheit.

    Mit dem Slogan:
    Die erste SSD der Welt für NAS - die richtige Festplatte für ihr NAS,wirbt der Hersteller auf seiner Produktseite.


    Um diese steile These auf den Prüfstand zu stellen, werden wir heute folgende Gesichtspunkte genauer betrachten:

    1. Design & Verarbeitung
    2. Installation/Kompatibilität
    3. Produktmerkmale
    4. Performance (Lese- und Schreibgeschwindigkeit)
    5. Haltbarkeit / Lebensdauer
    6. Features/Software
    7. Fazit


    Vorwort
    Warum benötigt man überhaupt eine SSD in seinem NAS?
    Eine gute Frage. Insbesondere dann, wenn man die grundsätzlichen Anschaffungskosten mit denen der konventionellen und etablierten magnetischen SATA-III Festplatten vergleicht.Möchte man sein NAS mit beispielsweise 2TB SATA-III SSD´s aufrüsten, muss man mit 130-150¤ (Consumer SSD) bzw. rund 200¤ (Pro) je Terabyte ordentlich in die Tasche greifen. HDD Festplatten, die ebenfalls für den Dauereinsatz konzipiert wurden, belaufen sich im Schnitt auf eine Kostenbasis von 28-35¤/Terabyte. Darüber hinaus gibt es unzählige Marken wie Seagate, HGST, Western Digital und Toshiba, die zumindest im HDD Bereich untereinander den Markt beleben.

    Seagate Ironwolf 110 SSD
    Seagate IronWolf HDD NAS ST12000VN0007

    Neben den exorbitanten Kosten macht es in den meisten Fällen auch nur bedingt Sinn auf SATA SSDs im Netzwerkspeicher zu wechseln. Ich persönlich sehe 2 mögliche Use-Cases:

    Verwendung als SSD-Cache
    Beschleunigt die IOPS-Leistung (bis zu 10x) und reduziert die Latenz für Speicher-Volumes um das 3-fache. Dies eignet sich ideal für IOPS-intensive Applikationen, wie Datenbanken und Virtualisierung und verbessert deutlich den gesamten Workflow.
    Hierbei bieten mittlerweile viele NAS-Hersteller im mittelklassigen Preissegment bereits integrierte M.2 Slots oder entsprechende Erweiterungskarten im NAS an. Die deutlich schnelleren jedoch im Anschaffungspreis nur minimal teureren (i. Vgl. Consumer M.2 SSDS vs. SATA-III NAS SSDs) NVME-Protokoll basierten M.2 SSDs eignen sich meiner Meinung nach deutlich besser für das Caching.

    Bspw: 2000GB Samsung 970 Evo M.2 2280 NVMe PCIe 3.0 x4 32Gb/s 3D-NAND TLC (MZ-V7E2T0BW) | Mindfactory.de

    Diese bieten neben der bis zu 8x schnelleren Performance (i. Vgl. zu SATA-III SSDs) den entscheidenden Vorteil, dass keine Festplatten-Slots (Bays) für den SSD-Cache benutzt werden müssen. Das von mir in diesem Test verwendete QNAP TS-473 bietet darüber hinaus sogar die Möglichkeit die M.2 SSDs im Raid als Speichervolume nutzen zu können. Fairerweise muss man sagen, dass dies bei heutigem technischem Stand eher die Ausnahme darstellt.

    Sein eigenes NAS mit SSD-Cache auszustatten ist theoretische eine sinnvolle Sache, hat jedoch aktuell noch den Haken, dass die marktführenden Hersteller (Synology, QNAP) aus Sicherheits- bzw. Daten- und Intigritätsgründen ein „Time-Limit“ eingebaut haben.

    Wer sich im Detail darüber informieren möchte, den verweise ich gerne auf folgendes Video:
    https://www.youtube.com/watch?v=oYW0NUpIJo0

    Kurz gesagt, die Festplatten werden früher oder später durch den herstellerbedingten Shutdown unbrauchbar (für das NAS). Selbst wenn man sich dann für knapp 100¤ 2x 250Gib kauft, stelle ich mir das ärgerlich vor. Wie fühlt sich das wohl an, wenn das mit 2 x 2TiB passiert?


    Verwendung als Volume
    Im Regelfall werden Speichervolumes (ähnlich einer Partition) im RAID-1,-5,-6 oder mittels herstellereignen Technologien (primär mit Ausfallschutz) mittels den konventionellen SATA-III HDDs verbunden. Mittlerweile bieten zumindest QNAP und Synology in den Fertigbaukästen (Diskstation, Turbostation) ebenfalls die Möglichkeit Speicherpools mit SSD´s zu generieren,
    Hierbei ist jedoch mehr als nur 1x Vorsicht geboten. Wie bereits im Abschnitt SSD-Cache beschrieben ist in puncto Reaktionszeit und allgemeiner Systemperformance von Anwendungen bzw. Programmen der SSD-Cache in Kombination mit einer guten NAS-Hardware ( 8GB RAM+ und dual- bzw. quadcore CPU) "the way to go".

    Der einzige und zugleich verdammt gute Grund für die Verwendung eines SSD-Volumes ist in meinen Augen zur Beschleunigung der Datenübertragungsrate. Der heutige Standard für nahezu allen netzwerkfähigen Geräten (z.B. Router, Switches, Netzwerkkarten…) entspricht 1 Gigabit Ethernet (1Gbe). In der Praxis bedeutet das: Ich könnte (selbstverständlich legal erworbene) 10Gib große Sicherheitskopie von John Wick 2 (in 1080p) in "round about" 90 Sekunden auf mein NAS übertragen. Langwieriger wird es, wenn ich mir Keanu Reeves (offenbar nicht alterndes) Gesicht inkl. jeder Hautpore in 4k betrachten möchte. Dann werden aus erträglichen 1,5 Minuten plötzlich schon 6-8 Minuten. Wenn man dann tagtäglich mit größeren Dateimengen hantieren muss, dann kommt man irgendwann mit dem billo-1 Gbe nicht weit.

    Die Antwort (insbesondere für die Zukunft) lautet 10GBe.

    Klingt einfach? Ist es nicht! Sein eigenes Netzwerk auf 10Gbe aufzurüsten ist nicht nur teuer sondern in den meisten Fällen auch völlig sinnlos und früher oder später verzweifelt man an den treibertechnischen Überraschungen, die Windows vermutlich mit völliger Absicht ihren Kunden kostenfrei zur Verfügung stellt. Möchtet ihr die 1 GiB pro Sekunde, dann muss wirklich jedes Gerät einen 10Gbe-fähigen Anschluss besitzen und darüber hinaus auch zueinander kompatibel sein. Dazu kommen mögliche Fehlkäufe bei der Verkabelung und noch dutzende weitere potentiellen Fehlerquellen. Wenn ihr diesen Schritt erledigt habt, benötigt ihr nur noch Festplatten die schnell genug sind. Selbst die schnellsten (für normalsterbliche Menschen finanzierbare) HDDs schaffen in der Praxis nur rund 30% der verfügbaren 10 Gbe. Grund dafür ist, dass der magnetische Schreibkopf einfach an seine physikalischen (Geschwindigkeits-)Grenzen stößt.

    Wer weiß, eventuell haben wir in einigen Jahren Magnetfestplatten, die die Schallmauer durchbrechen?

    Genau hierbei kommen die SATA-III SSDs ins Spiel. Diese können zwar auch nicht das volle Netz auslasten, theoretisch aber 60% (6Gbit/s).
    In der Praxis bedeutet das, dass ihr die John Wick Trilogie in weniger als 35 Sekunden hinüber-torpediert habt.

    Wer jetzt glaubt, er hätte den heiligen Datentransfer-Gral gefunden, den muss ich leider enttäuschen.

    ⦁ Die SSDs, müssen mit dem NAS kompatibel sein
    ⦁ Für die Erstellung von SSD-Raids ist es fast schon eine Pflicht die gleichen Festplatten zu verwenden (Hersteller + Serie + Größe).
    ⦁ Regelmäßige Sicherheitsbackups werden zur Pflicht, da Volumes im RAID-1 nicht selten plötzliche kritische Fehler aufwerfen.
    ⦁ Aufgrund der Architektur und Rechenoperationsmechanismen, verliert ihr in ausfallgeschützer RAID-Umgebung auch noch spürbar Performance (bei mir waren es 15-20%)

    Zusammenfassend: Es ist alles nicht so einfach.
    Mein Tipp: kauft euch ein 5-Bay NAS. Verbaut 1 SSD und 4 gute HDDs (heliumgefüllt). Erstellt 2 Volumes und verwendet die einzelne SSD als beschleunigten Workspace.


    Testumgebung:
    Für einen Aussagekräftigen Test werde ich die Seagate SSD unter möglichst extremen Bedingungen maximal auslasten. Dafür verwende folgende Hardware:

    NAS: QNAP TS-473
    ⦁ 32GB DDR-4 RAM
    ⦁ AMD R-Serie RX-421ND Quad-Core 2,1 GHz-Prozessor (Turbo Core bis zu 3,4 GHz) 64-Bit x86
    ⦁ Erweiterungskarte: Mellanox-ConnectX-3-MCX311A-PCIe-x4-Server-NIC-10-10GBe-SFP-10Gbit-Low-Profile

    Test-PC:
    ⦁ Intel i7 7700k@5,0ghz
    ⦁ G.Skill RipJaws 16GB DDR-4 RAM @3200MHZ XMP 1.1
    ⦁ MSI Z270 M7 Mainboard
    ⦁ Mellanox-ConnectX-3-MCX311A-PCIe-x4-Server-NIC-10-10GBe-SFP-10Gbit-Low-Profile
    ⦁ Windows 10 Home V.1809

    Switch:
    ⦁ Tp-link Stackable JetStream-24-Port-Gigabit-Smart-Switch mit 4 10GE-SFP+-Slots

    Netzwerkkabel:
    ⦁ 2x 1,5m Alcatel SFP-10G-C1M-C SFP+ KupferTwinax

    Testobjekt: 1920GB Seagate IronWolf 110 NAS 2.5" (6.4cm) SATA 6Gb/s 3D-NAND TLC
    ~405¤

    Vergleichs-SSD: Samsung SSD 840 EVO 250GB
    ~10-15¤ auf Ebay-Kleinanzeigen

    Wir vergleichen also eine steinalte Consumer SSD Variante von Samsung, welche nicht für den Dauereinsatz konzipiert wurde, mit der neuen Ironwolf 110 PRO Serie in einem 10 Gbe KMU Netzwerk.

    2.jpg

    1. Design und Verarbeitung
    Grundsätzlich lässt sich zur Verarbeitung und dem Design der Ironwolf 110 relativ wenig sagen. Wie bei allen anderen Herstellern sehen die Festplatten, insbesondere aufgrund der klar vordefinierten Richtlinien des 2,5“ Maßstabs, alle gleich aus. Plastik und Kunststoff. Das Branding ist gut gelungen und alles ist dort wo es sein soll. Ich persönlich bin ja ein Fan der schlichten anthraziten Farb- bzw. Designgestaltung der Samsung Produktserie, jedoch ist das Design, vor allem für die Benutzung in NAS, sowie eher drittrangig.

    2. Installation & Kompatibilität
    Der Einbau der Seagate Ironwolf 110 war entsprechend leicht. Wie im Bild zu sehen, schraubt man die 2,5“ Festplatte einfach auf den Schnell-Wechselrahmen des NAS-Bays fest. Hierfür verwendet man die mitgelieferten Schrauben vom NAS.

    3.jpg

    Selbst als unerfahrener Laie kann man beim Einbau nicht viel falsch machen. Es gibt zumindest bei Synology und QNAP nur eine Möglichkeit die Festplatte korrekt zu verschrauben. Dadurch entsteht auch kein Problem die Anschlüsse bzw. den SATA-Sockel im NAS zu beschädigen. Nun muss das gute Stück nur noch ins NAS eingeführt werden. Zu guter Letzt booten und hoffen, dass alles gut geht.
    In meinem Fall wurde die Festplatte erwartungsgemäß direkt erkannt und entsprechende SSD-spezifische Dienste bzw. Programme zur Erstellung eines Volumes gestartet. Alles in allem: schnell, unkompliziert und stressfrei. So wie es sein muss.

    3. Produktmerkmale
    Ohne spezifischer auf das Datenblatt eingehen zu wollen ähneln sich selbstverständlich die allgemeinen Parameter der beiden SSDs stark. Auch wenn mehrere Jahre dazwischen liegen, ist es immer noch die selbe Schnittstelle. Die signifikantesten Unterschiede liegen bei den Input/Output operations Per Second und der MTBF (Mittlere Betriebsdauer zwischen Ausfällen).
    Samsung: 10.000 wahlfreies lesen / 36.000 R70R wahlfrei lesen/ 36.000 schreiben vs. Seagate Ironwolf 110: 85.000 wahlfreies lesen / 60.000 R70R wahlfrei lesen/ 45.000 schreiben

    sowie dem Kernfeature Haltbarkeit: Samsung EVO 840: 1.5 Mio Stunden vs. Seagate Ironwolf 110: MTBF. 2 Mio Stunden

    Datenblätter:
    https://www.seagate.com/www-content/...11DE-de_DE.pdf
    https://www.compuram.de/documents/da...Brochure_2.pdf

    Generelle Vorteile einer SSD:

    - keine wahrnehmbaren Geräusche (von den Festplatten)
    - deutlich geringere Latenzen
    - schnellere Datenübertragungsrate

    4. Performance
    Ich persönlich bin kein Freund von theoretischen Labormessungen, sondern möchte gerne praxisnahe Ergebnisse zeigen.
    performance chartuuk1j - Testers Keepers: Seagate IronWolf SSD 110 1,92 TB
    Darüber hinaus verfügt die Seagate Ironwolf 110 über die leistungssteigernde DuraWrite™-Technologie. Ich persönlich verstehe auch nach dreimaligen Lesen immer noch nicht was dahinter steckt, daher lasse ich euch einfach mal die Quelle zur Selbstinformation da: https://www.kingston.com/de/ssd/ente...t_is_durawrite

    5. Haltbarkeit / Lebensdauer
    Eine der signifikantesten Unterschiede zwischen den beiden Platten ist die Haltbarkeit. Ich habe mal gelernt, dass Speicherzellen des Typs MLC (Multi Level Cell) etwa um die 3.000 Schreibzyklen aushalten. Bei dem günstigeren Speichertyp TLC (Triple Level Cell) sind es nur 1.000. Das liegt daran, weil im MLC-Speicher in einer Speicherzelle bis zu 2 Bit gespeichert werden; bei TLC sind es hingegen bis zu 3 Bit pro Zelle. Je mehr Informationen pro Zelle gespeichert werden, desto höher ist ihr Verschleiß mit der Zeit und ihre Lebensdauer sinkt.

    healthfwk1d - Testers Keepers: Seagate IronWolf SSD 110 1,92 TB

    Laut MTBF liegt der Unterschied zwischen der Samsung EVO 840 und der Ironwolf 110 bei 25% zugunsten der PRO SSD von Seagate. Ein weiterer Punkt sind die umfangreicheren SMART bzw. Metadaten, welche im NAS einen klareren Eindruck über den Status der Festplatte geben. Angeblich teilt die DuraWrite Technologie zusätzlich nochmal die Rechenoperationen auf und sorgt somit für noch größere Langlebigkeit. Was ich nicht so genau verstehe ist, dass die alte Samsung Platte die MLC Speicherzellen verwendet und die Ironwolf 110 wieder TLC. Sehr verwirrend.

    6. Features / Software
    Jeder kennt die, wie ich finde, sehr gut gelungene SAMSUNG Magican Software. Leider sucht man bei Seagate vergeblich nach einem Pendant. Man muss fairerweise anmerken, dass die Consumer Variante eine andere Zielgruppe ansprechen soll. Die extra für NAS-Geräte konzipiert Ironwolf SSD hat nur eine Aufgabe - sie soll mit dem NAS-Gerät bestmöglich zusammenarbeiten und das macht sie meiner Meinung nach auch sehr gut.
    Die SMART-Daten sind durch das Drive Monitoring sind um ein vielfaches aussagekräftiger. Statt wie bei SAMSUNG 3 Jahre, bietet Seagate 5 Jahre beschränkte Herstellergarantie an. Beschränkt, ist wie der Name schon sagt,ein passende und zugleich doppeldeutige Beschreibung. Kurz gesagt, wer seine Festplatte aus dem Fenster wirft, hat eine beschränkte Handlung vollzogen und wird auch beschränkt mit keiner Garantieleistung belohnt werden.
    Eine der entschiedensten Features der Ironwolf Serie ist, dass im Falle eines Datenverlusts der 2 Jahre Rescue Datenwiederherstellungsdienst von Seagate kostenfrei in Anspruch genommen werden kann. Wer bereits einmal eine kostenpflichtige Datenwiederherstellung von externen Dienstleistern hinter sich hat (mit unter fünfstellige Kosten) wird verstehen warum ich diese Feature besonders hervorheben möchte.
    Leider kann das "Seagate Health Managment," welches bereits bei den SATA-III HDDs Bekanntheit, Ruhm und Ehre erlangt hatte aktuell nicht für die SSD-Serie genutzt werden. Ärgerlich, da man beim genaueren Lesen auch darauf hingewiesen wird. Ich persönlich finde es nicht in Ordnung, dass der Service groß und breit angepriesen wird aber dann (noch) nicht funktioniert. Dann hilft es auch nicht, wenn dies gut versteckt in den Fußnoten erwähnt wird.

    Kurz gesagt --> alles unter 4TB wird nicht unterstützt.
    https://www.seagate.com/de/de/intern...nwolf-nas-ssd/
    https://www.qnap.com/en/how-to/knowledge-base/article/why-do-my-seagate-ironwolf-disks-show-not-available-in-ironwolf-health-management

    Auf hardwareseitiger Ebene wird noch die DuraWrite Technologie erwähnt, welche ich auch bis zum Ende dieser Rezension immer noch nicht verstanden habe .

    7. Fazit
    Ich kann der Seagate Ironwolf 110 leider keine eindeutige Kaufempfehlung aussprechen. Zuerst einmal wird der Health Management Service bei allen SSDs derzeit nicht unterstützt und ist meiner Meinung nach eines der essentiellen Features, dass es beinahe schon als Unique Selling Point angesehen werden könnte. Die 25 % zusätzliche Haltbarkeit sind schön, aber ich hätte für den Preis ehrlich gesagt mehr erwartet.
    Kleinere Pluspunkte gibt es beim den stabile Werten in der Performance (insbesondere beim Handling kleiner und umfangreicher Datenmengen) und dem integrierten Rescue Service. Ich konnte keine signifikanten Unterschiede bei Applikationen zur
    Ich konnte leider nicht testen (nur 1 Festplatte), wie die Performance/Kompatibilität sich in den verschiedenen Raid-Modi verhält. Wenn sich dort signifikante Unterschiede zu den Consumer SSDs aufzeigen würden, wäre dies ein zusätzliches Kaufargument.
    Gruppen, die sich von dieser Festplatte angesprochen fühlen sollte, wären meiner Meinung nach Unternehmen, die auf Sicherheit und Langlebigkeit Ihrer Daten sehr viel Wert legen.
    405¤ für 2 Terabyte Speicherplatz sind mir persönlich einfach 60-80¤ zu viel.

    7,5 / 10 Sternchen
    Angehängte Grafiken Angehängte Grafiken
    Geändert von ricks9n (08.06.2019 um 16:40 Uhr)

  5. #5

    Standard

    Seagate IronWolf 110 SSD Testbericht
    Erstmal will ich mein herzliches Danke an Mindfactory (und natürlich auch an Seagate) richten, die mir die Seagate IronWolf 110 SSD im Rahmen der Testers Keepers Aktion zur Verfügung gestellt haben.

    Lieferung
    Die SSD kam ein paar Tage nach der Versandbenachrichtigung bei mir an. Sie befand sich in einem kleinen Päckchen, war reichlich mit Luftpolsterfolie umhüllt und in ein antistatisches Tütchen gesteckt. Was mich dann doch etwas wunderte, ist, dass die Festplatte ohne jegliches Montagematerial und ohne Papierkram geliefert wurde. Auf Nachfrage beim Mindfactory-Support habe ich als Antwort erhalten, dass die Tester Bulk-Ware zugeschickt bekommen. Somit kann ich den Lieferumfang nicht bewerten.
    1.jpg

    Erster Eindruck + Verarbeitung
    Was ich jedoch zum äußeren Eindruck der SSD sagen kann: Sie ist im Vergleich zu meiner 120GB SanDisk-SSD verdammt schwer, was wahrscheinlich auf mehr Speicher- und Controllerchips sowie die Metallrückseite zurückzuführen ist, die der besseren Wärmeableitung dient. Die SSD hat einen normalen SATA 6Gb/s Anschluss, den normalen SATA-Strom-Anschluss und zusätzlich noch einen alten 4pin-Stromanschluss, der aber im Normalfall nicht benötigt wird. Die Vorderseite der Festplatte besteht aus hochwertigem Kunststoff und ist in klassischer Seagate-Optik gehalten. Die SSD ist meines Erachtens äußerlich sehr gut verarbeitet, mit einer hochwertigen Anmutung. Wie bei praktisch jeder SATA-SSD, die nicht direkt aufs Mainboard gesteckt wird, ist sie im 2,5‘‘ Format gefertigt und hat eine Höhe von 7mm. Somit passt sie in jeden Desktop-PC und jede NAS mit Schraublöchern für 2,5‘‘ Festplatten und jeden Laptop, der Platz für SATA-Festplatten hat.
    front_edit.jpgDSCN7263.jpg

    Anwendungsbereich
    Die SSD ist, wie die Beschreibung schon sagt, die erste SSD, die für Network Attached Storage (NAS) Systeme konzipiert ist. Damit ist sie für sehr anfordernde Nutzer zuhause sowie für Büros und den Einsatz in Servern gedacht. Sie lässt sich sowohl für Systeme einsetzen, die nur SSDs als Speichermedium nutzen (sogenannte All-Flash-Arrays), als auch für SSD-Caching nutzen. SSD-Caching heißt, dass ein großer Teil der Daten, die auf langsamere HDDs gespeichert werden sollen, erstmal auf der SSD abgelegt und dann später gesammelt auf die HDDs geschrieben werden. Das minimiert den Verschleiß von HDDs. Des Weiteren werden oft benötigte Daten auf der SSD gespeichert, um diese schneller zur Verfügung stellen zu können / lesen zu können.

    Features
    IronWolf Health Management
    Das Health Management von IronWolf-Festplatten analysiert mehrere hundert Parameter der SSD und gibt so zum Beispiel Hinweise zu Zuverlässigkeit und Leistung an. Somit erkennt die SSD schon früh genug Fehler, warnt den Benutzer und empfiehlt ihm, seine Daten zu sichern.
    Da ich ein NAS von Synology besitze, kann ich auf das Seagate IronWolf Health Management zugreifen. Leider ist der Support noch nicht vorhanden, von Seagate aber als bald verfügbar gekennzeichnet.

    DuraWrite
    Die DuraWrite-Technologie ist eine Datenkomprimierungstechnik, die vom Controller durchgeführt wird. Somit werden Schreibvorgänge minimiert und dadurch dem Verschleiß des Flash-Speichers vorgebeugt, Speicherplatz gespart und der Stromverbrauch verringert.

    Verschlüsselung
    Eine Hardwareverschlüsselung ist nach meinen Rechercheergebnissen nicht vorhanden.

    Rescue-Plan
    Bei einem Ausfall und somit verbundenem Datenverlust kann die SSD dank des Rescue-Plans zu Seagate geschickt werden, wo versucht wird, möglichst alle Daten auf dem Laufwerk zu retten. Dieser Service ist beim Kauf jeder IronWolf Pro Festplatte und IronWolf SSD kostenlos mitinbegriffen. Die wiederhergestellten Daten werden dann entweder auf einem anderen Laufwerk oder in der Cloud gesichert und dem Besitzer zur Verfügung gestellt.

    Software
    SeaTools: Tool zur Diagnose der Festplatte
    DiscWizard: Tool zur Backup-Erstellung, Formatierung und Wartung der Festplatte

    Einbau
    Um Geschwindigkeit und andere Parameter wie Stromverbrauch zu erfassen, baute ich die SSD in meinen PC ein.
    PC-Specs:
    CPU: Ryzen 5 2400G @ 3,9 GHz
    Mainboard: ASUS Prime B350 Plus
    RAM: 16GB G.Skill Aegis 3000MHz CL16
    GPU: ASUS Strix RX580 O8G
    Festplatten: SanDisk SSD Plus 120GB
    Kingston A1000 NVMe PCIe2x 240GB
    OS: Windows 10 Pro 1809 64bit

    Zum Anschluss der SSD benötigt man lediglich ein freies Stromkabel für Festplatten an seinem Netzteil, einen freien SATA 6Gb/s Port an seinem Mainboard sowie ein SATA 6Gb/s Kabel. Moderne Gehäuse sollten für 2,5‘‘ Festplatten vorgesehene Montageplätze haben. Im äußersten Notfall kann die SSD auch ins Gehäuse gelegt werden, weil sich darin keine beweglichen Teile befinden. Diese Methode ist aber nicht zu empfehlen.
    Nach dem Booten wurde die SSD direkt von Windows erkannt, man musste jedoch in der Datenträgerverwaltung ein neues Volume auf der Festplatte erstellen, damit man sie richtig nutzen kann. Diese manuelle Volume-Erstellung macht in meinen Augen Sinn, weil die SSD primär für NAS- und Serversysteme gedacht ist und hier die Festplatten bei Einrichtung meist unpartitioniert vorliegen müssen. Für die wahrscheinlich wenigen Käufer, die die Festplatte unter Windows nutzen, ein Volume zu erstellen, wäre meines Erachtens auch nicht zweckmäßig.
    Im Windows-Explorer wurde angezeigt, dass 1,74TB genutzt werden können. Es ist normal, dass man unter Windows weniger Speicher angezeigt bekommt, weil Hersteller 1KB mit 1.000 Bytes angeben, in Windows 1KB aber 1.024 Bytes sind. Es sind also nur ca. 93.1% des angegebenen Speicherplatzes verfügbar.
    Nun zu meinem NAS: Ich besitze eine Synology DS218. Hier war der Einbau besonders einfach: Löcher waren am HDD/SSD-Schlitten passend vorhanden, Schrauben hatte ich noch zuhause. Dann wurde der Rahmen in das NAS geschoben. Die auf einer Platine im NAS montierten Anschlüsse stimmten mit denen der SSD millimetergenau überein. In DSM 6.2, dem aktuellen Betriebssystem von Synology, wurde automatisch ein Volume mit der Größe von 1,75TB, also ziemlich genau dem Wert von Windows, erstellt.
    DSCN7266 (2).jpg

    Geschwindigkeitstests
    Wie vorhin schon erwähnt, testete ich die Geschwindigkeit mit meinem PC. Mein NAS hat einen 1Gb/s Ethernet Port, weswegen die Geschwindigkeit übers Netzwerk auf ca. 125MB/s limitiert ist. Intern stellt die SSD natürlich ihre schnellen Geschwindigkeiten bereit, Testsoftware für interne Geschwindigkeiten in Synology NASs gibt es nach meiner Recherche leider nicht. Mit einem Computer, der über einen 6Gb/s SATA Port verfügt, sind Geschwindigkeitstests möglich.
    Getestet habe ich mit der Software CrystalDiskMark, HD Tune sowie mit der Windows-Kopierfunktion.
    Bei CrystalDiskMark wurde beim sequenziellen Lesen 559,5MB/s und beim sequenziellen Schreiben 533,8MB/s gemessen. Diese Werte sind vergleichbar mit den vom Hersteller angegebenen Werten. Es wurden 2000MB gelesen und geschrieben, für jeweils 3 Durchläufe. Im Idle war die Festplatte 27°C-30°C warm, unter Last wurde sie nach 5 Tests maximal 35°C warm. Meine SanDisk 120GB SSD schaffte hier nur 547MB/s Lese- und 389MB/s Schreibgeschwindigkeit und war selbst im Idle 38°C warm.
    Hier weitere Testergebnisse aus CrystalDiskMark:
    Seagate IronWolf 110 SSD (Zahlen in MB/s):
    Read:
    4KiB Q8T8: 344,8
    4KiB Q32T1: 302,8
    4KiB Q1T1: 26,01
    Write:
    4KiB Q8T8: 321,4
    4KiB Q32T1: 272,8
    4KiB Q1T1: 74,96
    SanDisk SSD Plus 120GB (Zahlen in MB/s):
    Read:
    4KiB Q8T8: 150,2
    4KiB Q32T1: 147,2
    4KiB Q1T1: 23,79
    Write:
    4KiB Q8T8: 174,2
    4KiB Q32T1: 126,8
    4KiB Q1T1: 75,75
    7.jpg8.jpg
    Wie man sieht, ist die Seagate-SSD der SanDisk-SSD in allen (bis auf den letzten) Punkten klar überlegen. Man muss jedoch auch sagen, dass die beiden Festplatten in einer völlig anderen Preisklasse spielen.
    Mit HD Tune kann man unter anderem die Stabilität von Lese-/Schreibraten analysieren und so die Belastbarkeit von SSDs/HDDs feststellen. Und was soll ich sagen: Ich habe noch nie so eine gerade Linie bei dem Lese/Schreibtest gesehen. Also ist die SSD sehr gut zum schnellen Kopieren von großen Daten geeignet, ohne mit der Zeit Leistungseinbußen zu haben. Meine SanDisk SSD hat hier im Vergleich sehr starke Leistungsschwankungen.
    Als Test für Windows-Kopiervorgänge habe ich eine 11GB große Datei von meiner NVMe-SSD auf die Seagate IronWolf SSD kopiert. Auch hier kopierte die Datei bis zum Ende mit ca. 475MB/s. Es kann sein, dass der Geschwindigkeitsverlust auf Windows selbst zurückzuführen ist; jedenfalls lag er nicht an der SSD, weil laut Task-Manager keine volle Auslastung der SSD vorlag.
    Obwohl beim NAS ein Test der Geschwindigkeit aufgrund des 1Gb/s Ethernet-Anschlusses kaum Sinn macht, habe ich die Geschwindigkeiten mithilfe des „NAS performance tester“ festgestellt. Dort kam ich auf Schreibwerte von über 118MB/s.

    Lautstärke
    Wie vielen wahrscheinlich schon bekannt ist, besitzen SSDs keine beweglichen Teile, sind also vollkommen geräuschlos. Gerade ich lege viel Wert auf die Lautstärke meines PCs, deswegen setze ich auf ein Only SSD-System. Gerade mein NAS hatte eine HDD, die sehr viele Vibrationen verursachte. Weil es in einem Schrank stand, der diese noch verstärkte, hat das schon ziemlich gestört. Und wie zu erwarten, hört man das NAS jetzt so gut wie gar nicht mehr.

    Fazit
    Abschließend kann ich sagen, dass ich von der Leistung der SSD sehr positiv überrascht bin. Ich wage zu behaupten, dass diese Festplatte hinsichtlich der Leistung aktuell das obere Ende der Fahnenstange bei SATA Consumer-SSDs ist.
    Einziger „negativer“ Aspekt ist der Preis. Er ist mit 0,22¤ pro Gigabyte in meinen Augen zu hoch angesiedelt. Bei guten Modellen der Konkurrenz liegt dieser bei ca. 0,14¤. Wie sich die Investition jedoch auf lange Zeit lohnt, kann ich noch nicht beurteilen. Vielleicht ist diese SSD viel langlebiger als ihre Konkurrenten.

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