Das Blut von Dracula

Originaltitel: Taste the Blood of Dracula
Regie: Peter Sasdy
Darsteller: Christopher Lee, Linda Hayden,
Geoffrey Keen, Anthony Corlan
DVD Release: 2004 WARNER Bros.
Laufzeit: 91 Minuten
Format: 1.85:1
Ton: Dolby Digital Mono
Sprachen: Deutsch, Englisch, Französisch

FSK: ab 16 Jahren

Das Blut von Dracula knüpft direkt an “Draculas Rückkehr” an: Graf Dracula wird besiegt, indem er von einem Felsen stürzt und sich selbst an einem überdimensional großem Kreuz pfählt. Der Tod Draculas wird von einem im Wald umherirrenden Kaufmann beobachtet, den man kurz vorher in einer Kutsche überfallen und kurzerhand aus diesem Gefährt geworfen hat. Er nimmt den Umhang, die Kette, einen Ring und das zu Staub zerfallene Blut Draculas an sich. Zurück in der Zivilisation wird die Geschichte hier in einem ehrbaren Haus fortgeführt. Der Familienvater, streng katholisch so scheint es, verbietet mit Nachdruck die Liebschaft zu einem jungen Mann, woraufhin der Haussegen deutlich schief hängt. Allerdings hat der Vater, der selbst auf Zucht und Ordnung pocht, es faustdick hinter den Ohren: Er trifft sich einmal im Monat abends mit zwei seiner Freunde und feiert mit diesen weitab von seinen Lieben daheim wilde Orgien in einem Freudenhaus. Natürlich absolut diskret, denn die drei Männer scheinen angesehene Leute in der Stadt zu sein. Das Fest der dreien im Bordell wird allerdings jäh unterbrochen, als der junge Lord Courtley mit in solch eine Orgie platzt. Lord Courtley, selbst arm wie eine Kirchenmaus wurde von seinem Vater aus der reichen Familie verstoßen, weil man ihn bei einer schwarzen Messe in der heimischen Kapelle erwischt hat. Natürlich suchen die drei Männer das Gespräch mit Lord Courtley, da sie sichtlich Panik haben, dass deren heimliche Umtriebe nun entlarvt sind. Doch anstatt dass Courtley sie erpressen möchte, bittet er sie, da die Familienväter sichtlich nach ein wenig “Abwechslung” zu ihrem sonstigen Familienleben suchen, ihn in einer Zeremonie bei zu stehen. Er sucht hierzu Geldgeber, die ihm die notwendigen Utensilien dazu verschaffen. Die drei stimmen zu und so kauft Courtley nun den Umhang und das getrocknete Blut von Dracula dem Kaufmann ab, der diese am Fuße des Schloss Dracula gefunden hat. Courtley und die Männer veranstalten damit eine schwarze Messe und erwecken zu allen Überfluss Graf Dracula selbst zum Leben. Aus Panik erschlagen die drei Männer den jungen Courtley und ziehen somit den Zorn des Meisters selbst auf sich, der sich nun anschickt, einen nach den anderen zu töten. Dracula hat wieder Blut geleckt ...

Gedanken:
Ein weiterer Dracula-Teil aus den Hammer-Studios verrät wieder viel aus den späten 60gern. Moral und Ethos aus der Sicht dieser Zeit mag uns im Jahre 2004 manchmal etwas befremdlich vorkommen. Dennoch kann man auch hier sehen, das altbekannte gesellschaftliche Werte ins Wanken gekommen sind. So spricht der Familienvater von Gottlosigkeit in seinem Hause und verbietet seiner Tochter den Umgang mit ihrem neuen Freund, da dies ein ehrbares Haus sei. Selbst aber ist der Vater von Umtrieben gezeichnet und klinkt sich monatlich aus diesen Konventionen aus um mit seinen „Kumpanen“ in einem Freudenhaus zu entschwinden. Doch auch diese Flucht aus dem Alltagsleben bringt irgendwann nicht mehr die Erfüllung. Der Trieb und die Suche nach „mehr“ scheint die Sinne und Vorsicht der Männer immer mehr schwinden zu lassen, sodass sie bereit sind, ihre Seelen an den Teufel persönlich zu verkaufen. Eine Thematik, die insofern interessant ist, da sie sich auch in späteren Beiträgen des Generes immer wieder zu wiederholen scheint.
In Clive Barkers „Hellraiser“ von 1987 können wir beispielsweise eine recht ähnliche Thematik verfolgen. Auch hier strebt der Protagonist des Filmes nach der absoluten Extase und bekommt diese eiskalt von den Dämonen der Hölle höchstpersönlich serviert. Nachdem er seine Seele an die Hölle verkauft hat wird er seinem Trieb selbst unterlegen und von den Dämonen in Stücke gerissen. Doch wieder zurückgekehrt auf die Erde trachtet er nach Blut, um sein eigenes Leben zu erhalten. Somit wird ein Graf Dracula hier durch einen sado-masochistischen Dämon „Pinhead“ in Hellraiser ersetzt. Die Gier nach dem „Aussaugen“ von Menschenleben bleibt aber auch hier deutlich erhalten.
Neues bringen somit aktuelle Filme nicht mehr. Das zeigt hier ein „Taste the Blood of Dracula“ zum wiederholtem Male.

Zur DVD:
Das Material wurde brilliant umgesetzt. Tiefenschärfe, Kontrast und Farbe wurden für das Alter des Materials gut umgesetzt. Kompressionsfehler oder ähnliche Probleme waren nicht zu erkennen. Farben sind sehr naturgetreu. Der Ton ist in Mono, aber klar verständlich.
Die Qualität des Filmes macht sehr viel Spass und es macht Freude, diesen Film auf diese Art und Weise genießen zu dürfen.

Ausstattung:
Hier muss man leider Abstriche machen. Ausser einem Trailer wird soweit kein Zusatzmaterial präsentiert.
Somit eignet sich die DVD als Info-Quelle zu diesem Film recht wenig, was eventuell auch daran liegt, dass es hierzu in der Vergangenheit auch wenig Dokumentationen zu einzelnen Hammer-Veröffentlichungen gegeben hat. Leider Schade, aber damit muss man wohl leben.

Fazit:
Sicherlich sticht die DVD nicht aus der Menge gleichartiger Veröffentlichungen sonderlich heraus. Aber dennoch für Fans der alten Hammer-Studio-Filme ein Schmankerl, das man sich nicht entgehen lassen sollte. Man kann froh sein, dass seit dem Einzug dieses Mediums sich auch derartiger Titel angenommen wird.