Test MSI B360 GAMING PRO CARBON

Vorwort
Ich habe das MSI B360 GAMING PRO CARBON von Mindfactory.de (Mindfactory.de - IT Online Shop) im Rahmen des Testers Keepers Programms (Testers Keepers MSI B360 GAMING PRO CARBON) als Testexemplar erhalten. Dieses Testexemplar darf ich mit der Abgabe eines Testberichts kostenfrei behalten.
Dieser Test ist trotzdem neutral geschrieben.

Einleitung
Seit einiger Zeit beschäftige ich mich ausgiebiger mit dem Game-Streaming auf Twitch (Twitch Streaming Plattform) sowie der Erstellung von Gamingvideos für YouTube (YouTube). Da mein PC bisher mit einem Intel i7-2700k betrieben wurde bin ich hier schnell an meine Grenzen gekommen. Das Rendern von Videos dauerte sehr lange und mein Streamingprogramm OBS (Open Boradcaster Software) musste über die Grafikkarte rendern, da meine CPU da nicht mehr mithalten konnte.

Ich hatte mich für eine neue CPU im mittleren Preissegment entschieden, einen Intel i7-8700k (Intel i7-8700k). Dieser soll mit meiner MSI GeForce 1060 Gaming X 6G (MSI GeForce 1060 Gaming X 6G) ausreichen, um sowohl zu Streamen als auch Videos in annehmbarer Zeit zu rendern.

Kleiner Hinweiß: DDR4 RAM ist nicht abwärtskompatibel, weshalb ich mir auch neue RAM Riegel gekauft habe - zweimal 8GB um genau zu sein.

Lieferung und Inhalt
Die Lieferung des Mainboards war sehr schnell, auch die CPU und der RAM, welche ich zusätzlich bei Mindfactory.de (Mindfactory.de - IT Online Shop) bestellt habe kamen in zwei Tagen.

Das Mainboard kam sauber verpackt an und konnte direkt von mir ausgepackt werden. Dazu haben ich auch ein Unboxing-Video erstellt, welches ihr euch hier anschauen könnt:


Folgendes befindet sich in der Verpackung:
  • Mainboard MSI B360 GAMING PRO CARBON, verpackt in einer Antistatikfolie.
  • Abdeckblende für die Anschlüsse an der Rückseite des Gehäuses.
  • Zwei SATA Kabel, eines davon mit einem angewinkelten Stecker.
  • RGB Anschlusskabel, um eine Gehäusebeleuchtung an das Mainboard anschließen zu können.
  • Schnellstart-Anleitung
  • Anleitung in wesentlich detaillierterem Umfang, dafür nur auf Englisch.
  • Treiber-CD
  • Aufkleber MSI Gaming Logo, welchen man sich irgendwohin kleben kann.
  • MSI SATA Kabel Label zur Markierung und Beschriftung der Kabel im PC.


MSI hat hier an alles gedacht und mit den Kabel Label sogar noch eine gute Idee gehabt. Manch einer wird Befestigungsschrauben vermissen - ich habe mich auf die beim Gehäuse mitgelieferten verlassen.

Das Mainboard ist für alle Intel CPUs der achten Generation mit dem Sockel 1151 und DDR4-2666 RAM geeignet.

Zusammenbau
Hinweiß: Solltet ihr noch nie einen PC zusammengebaut haben, dann lasst euch am Besten von einem Erfahrenen Freund helfen oder informiert euch vorab gut.

CPU
Nachdem man das Mainboard aus der Verpackung entfernt hat gilt es zuerst, die CPU aufzubringen. Dazu öffnet man die CPU Halterung über den Hebel und entfernt die Schutzplatte aus Kunststoff. Stattdessen legt man die CPU auf den Sockel und schließt die Halterung wieder mit dem Hebel. Dabei muss der Rahmen unter die Schraube geschoben werden. Das Schließen sollte ohne großen Widerstand machbar sein, ansonsten ist die Ausrichtung der CPU zu prüfen. Bitte nicht pressen, sonst kann etwas kaputt gehen!
BILD CPU_Halterung:JPG

Arbeitsspeicher
Der Arbeitsspeicher ist noch leicher einzubauen. Die Speicherriegel werden mit der richtigen Ausrichtung in die Steckplätze gesteckt. Da mein größer CPU Kühler die Arbeit erschwert hätte, habe ich den Arbeitsspeicher vor dem Kühler befestigt.
Für optimale Leistung und Geschwindigkeit bei weniger als vier Riegeln gilt folgendes Vorgehen (aus der Anleitung entnommen):
  • 1 Riegel: SLOT DIMMA2
  • 2 Riegel: SLOT DIMMA2 + DIMMB2
  • 3 Riegel: SLOT DIMMA2 + DIMMB2 + DIMMA1


CPU Lüfter
Mein doch recht großer CPU Lüfter wird von der Rückseite des Mainboards verschraubt. Die entsprechenden Öffnungen sind im Mainboard vorhanden. Bei großen Lüftern empfiehlt es sich, sich noch ein paar helfenden Hände zu holen, da die Befestigung wackelig und fummlig ist. Ich habe dies auch vor dem Einbau in das Gehäuse gemacht, da mein Gehäuse keine Montageöffnung für den Kühler hat.
Dies ist aber nicht dem Mainboard geschuldet.

Einbau
Jetzt hat man die wichtigen Komponenten, welche später nicht oder nur schwer befestigt werden können, auf dem Mainboard angebracht.
Man legt sein Gehäuse nun am Besten hin und befestigt als erstes die Anschluss-Blende.
Sollte das Gehäuse keine Abstandshalter integriert haben, dann befestigt diese an den Schraubpunkten. Bitte verzichtet nicht auf diese! Sollte das Mainboard das Gehäuse dirkt berühren, dann kann es zu Kurzschlüssen kommen (hier liegt auch eine Warnung in der Verpackung).
einbau.jpg
Nun legt ihr das Mainboard auf die Abstandshalter und befestigt es mit den Schrauben.
Ich hatte hier leichte Probleme mit der Rückblende. Diese ist nicht 100% passend zu den Anschlüssen und man muss hier etwas fummeln, um es halbwegs ordentlich hinzubekommen.
blende.jpg

Anschluss
Vorbildlich finde ich die Anschlüsse gelöst. Die üblichen Anschlüsse für CPU Power, Mainboard Power und Slots sind wie bei allen Mainboards angeordnet. Schön ist aber, dass das Mainboard sechs SATA Anschlüsse mitbringt und ganze sieben Anschlüsse für die Kühlung (1x CPU, 1x Pumpe, 5x Gehäuselüfter). Desweiteren sind zwei M2 SSD Slots vorhanden, welche ich bisher noch nicht testen konnte, aber leicht erreichbar sind.

Dank fünf Anschlüssen für Gehäuselüfter konnte ich all meine Lüfter direkt auf dem Mainboard anschließen und meine eher spartanische Lüftersteuerung ausbauen. Mehr dazu später.

Interessant ist auch der PCIE-Slot für die Grafikkarte, welcher beim MSI B360 GAMING PRO CARBON noch mit einem Metallrahmen ummantelt ist um mehr Stabilität zu erreichen.

Grunsätzlich sind alle Anschlüsse stabil, gut verarbeitet und erreichbar.

Einrichtung
Hat man alles angeschlossen und wieder verschlossen, dann kann man den PC starten. Da man vermutlich mit dem Einbau eines neuen Mainboards auch eine neue CPU und neuen RAM hat, ist es meiner Meinung nach sinnvoll, sein Betriebssystem neu aufzusetzen - dies verhindert Treiberprobleme.

UEFI/BIOS
Ich habe nur kurz das UEFI/BIOS aufgesucht um die Bootreihenfolge zu ändern. Dabei habe ich mich auch durch die weiteren Einstellungen geklickt und bin so auf das bis dahin deaktivierte Fastboot gestoßen, welches ich direkt aktiviert habe. Dies geht aber auch direkt im Windows.

Zusatzprogramme
Nach der Installation des Betriebssystems bietet es sich an, die mitgelieferte Treiber-CD einzulegen und die Treiber zu installieren. Danach hat man noch die Auswahl aus vielen Programmen, welche den Nutzern - speziell Gamern - einen Mehrwert bieten sollen.
Ich gehe hier kurz über die Programme, wobei ich in Klammern meine Empfehlung schreibe:

App Manager (kann)
Der App Manager ist eigentlich nur ein Launcher, in welchem man alle MSI Programme findet und dort starten kann. Ob man das wirklich benötigt ist jedem selbst überlassen - ich werde ihn wieder entfernen. Leistung kostet er aber nicht.

Command Center (muss)
Das Command Center macht seinem Namen alle Ehre. Ehrlich gesagt hat mich dieses Programm komplett überzeugt und bringt einen erheblichen Mehrwert.
Hier kann man sowohl die CPU als auch den Arbeitsspeicher übertakten als auch die Kühlung anpassen.
Mein Erfahrung mit dem Übertakten halten sich bisher in Grenzen, aber das Command Center macht das Ganze recht einfach.
Für mich wichter ist tatsächlich die Kühlersteuerung und Temperaturüberwachung.
Man kann hier für jeden angeschlossenen Lüfter einstellen, ab welcher Temperatur er welche Drehzahl einstellen soll. So kann man mehr Hitze in Kauf nehmen, wenn man einen leiseren PC will oder man versucht die Temperaturen niedrig zu halten.
Sehr schön ist die Visualisierung der einzelnen Temperaturbereiche auf dem Mainboard. Hier kann man der Steuerung auch mitteilen, wo sich die angeschlossenen Lüfter befinden, so dass diese noch gezielter gesteuert werden können.
Was ist mit Verwunderung vermisse ist die Einstellung für en Luftfluss - trotzdem ist dies eine erhebliche Verbesserung zu einer dummen Steuerung.
CommandCenter_2018-04-25_18-12-29.jpgCommandCenter_2018-04-25_18-12-18.jpg

DPC Latency Tuner (kann)
Das Tool soll die Reaktionszeit des Computers erhöhen. Hier kann man nochmals Einstellungen für die CPU und den Arbeitsspeicher machen. Ich bin mir ehrlich gesagt nicht sicher, ob und wie man hier die Reaktionszeit optimieren kann und habe mal alles auf Auto gelassen. Kann man nutzen, ob es einen Nutzen bringt kann ich nicht sagen.

Fast Boot (kann)
Wie bereits erwähnt kann man Fast Boot auch im UEFI/BIOS einstellen. Mit diesem Tool kann man Fast Boot aber auch innerhalb von Windows aktivieren und deaktivieren. Schön finde ich die Funktion direkt ins UEFI neuzustarten.
Tatsächlich beschleunigt Fast Boot die Bootzeit, indem es einige Checks beim Starten abschaltet.
Go2BIOS ist sicher für Übertackter interessant, die dort häufig Einstellungen machen. Für Otto-Normal-Verbraucher ist die Funktion eher selten genutzt.
Da man Fast Boot selten ändert und auch selten in das UEFI/BIOS halte ich das Tool Fast Boot für nicht notwendig.

Gaming App (kann)
Mit der Gaming App kann man grob die Verwendung des PCs einstellen. Overclocking, Gaming-Modus und Leiser-Modus.
Wenn man sich mit dem Command Center oder X-Boost beschäftigt, dann kann man sich die Gaming Apps sparen.
GamingApp_2018-04-25_18-13-39.jpg

Gaming Lan Manager (kann)
Hiermit soll die Lan Verbindung für das Gaming optimiert werden. Man kann den Programmen eine Priorität zuweisen und damit für diese mehr Leistung bereitstellen. Ich befürchte, dass die Überwachung aller Programme und das Eingreifen in den Netzwerkverkehr mehr Leistung kostet als bringt. Zumal ich hier noch keinen Vorteil feststellen konnte (1Gbps Netzwerk, 100Mbit DSL). Es verhindert aber immerhin, dass ein Update im Hintergrund ein Spiel ausbremst. Von daher, kann man machen und ich werde es weiter beobachten.

Live Update 6 (muss)
Dieses Programm ist dazu da, eure Treiber, Tools und BIOS aktuell zu halten. Wenn man aufpasst, dass man die finanzierten Programme von Google ignoriert (außer man nutzt sie), dann ist das Tool hilfreich.

Mystic Light (kann)
Mit Mystic Light kann man die RGB Beleuchtung seines Mainboards und weiterer MSI Gaming Hardware steuern. Komischerweise werden die Einstellungen von meinem Mainboard und meiner Grafikkarte akzeptiert, aber nicht synchronisiert. Die beiden Geräte blinken also in unterschiedlichen Abständen, aber in der Art und Farbe wie eingestellt. Hier muss MSI noch nachbessern.
Wenn man nicht dauernd seine Beleuchtung ändern (oder im Party Modus ändern lassen will), dann kann man das Tool nach der Einstellung entfernen.
MysticLight_2018-04-25_18-15-07.jpg

RAM Disk (kann)
Wenn ihr viel RAM habt, dann könnt ihr mit diesem Tool eine Festplatte auf dem RAM anlegen, der euch noch mal extra Performance bringt. Damit könnt ihr Spiele mit großem Cache beschleunigen - ein Beispiel wäre hier Eve Online.
Empfehlung aber nur ab 32GB RAM und mehr von meiner Seite.
Alternativ legt ihr dort sensible Daten hin, die bei jedem Herunterfahren gelöscht werden (Browser Cache).
Nettes Tool, dass man bei Bedarf nutzen kann.

Smart Tool (deinstalliert)
Ehrlich geagt, keine Ahnung. Das Programm erstellt ein Windows 7 USB Stick. Kann Windows inzwischen von Haus aus, aktuell ist auch Windows 10.
Ich habe es deinstalliert.

Super Charger (muss)
Ich musste die Suchmaschine bemühen, um Infos über das Programm zu bekommen. Außer "Super Charger wurde bereits ausgeführt." kommt beim Starten des Programms nichts. Dabei ist es tatsächlich nützlich. Solltet ihr euer Smartphone am PC laden, dann sorgt dieses Tool für mehr Strom auf diesem USB Port und damit für kürzere Ladezeiten.

X-Boost (kann)
Schon wieder ein Tool, um die Leistung zu optimieren. Neben dem manuellen Command Center und dem spartanischen gaming Center also das Dritte in der Reihe.
Ich halte es für die bessere Variante des Gaming Centers, da man hier direkt Situationen einstellen kann und das Tool wohl auch versucht, andere Bereiche des PCs wie Festplatten zu optimieren.
Interessanterweise hat das Rendern meines Beispielvideos im Videobearbeitungsmodus 4 Sekunden länger gedauert (1:40 Minuten) als im Spiele Modus und ohne Modus (beide 1:36 Minuten).

Fazit
Das MSI B360 GAMING PRO CARBON ist durch und durch auf Gamer ausgelegt und bietet einige interessante Features.
Neben einer guten Verarbeitung, vielen Anschlüssen und einer etwas dezenten und in Kombination mit einer MSI Grafikkarte hakeligen Beleuchtung liefert MSI hier ein gutes UEFI/BIOS und viele Tools mit.
Einige der Tools sind meiner Meinung nach wenig sinnvoll und verbrauchen mehr Ressourcen als sie bringen, andere sind ein echter Mehrwert.
Gerade die Tools, welche einen Mehrwert bringen sind sehr gut gemacht und für mich ohne Zweifel nützlich.

Mit einem Preis von um die 130 ¤ UVP kann man das Mainboard jedem ans Herz legen. Ob man nun die Beleuchtung braucht ist Geschmackssache, aber die sehr gute Lüftersteuerung und die einfache Möglichkeit die Leistung der Hard- und Software zu optimieren ist vorbildlich.
MSI zeigt mal wieder, dass sie Hardware für Gamer bauen und sich auch über die Hardware hinaus Gedanken machen.

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Wenn ihr noch Fragen habt, dann schreibt sie gerne hier rein, ich werde euch diese dann beantworten.