Testers Keepers KW 15 mit ALPHACOOL EISBAER - Mindfactory Forum

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Testers Keepers KW 15 mit ALPHACOOL EISBAER

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    Eisbaer LT 360

    Als glücklicher Gewinner des Eisbaer LT 360 im Rahmen der "Testers Keepers"-Aktion folgt nun meine damit verbundene Bewertung des Produktes.
    Hauptgrund dafür, dass ich mich als Produkttester beworben habe, war, dass Alphacool modulare All-In-One Lösungen anbietet. Man hat so die Möglichkeit GPU und CPU in einen Kühlkreislauf einzubinden ohne den Mehraufwand einer Custom-Kühlung auf sich zu nehmen.
    Hinzu kommt, dass Alphacool Kühllösungen für beinahe alle aktuellen Grafikkarten anbietet. Für meine ASUS Turbo GeForce GTX 1080 (kein Referenz-Layout) werde ich - fragwürde, ausländische Angebote ausgenommen - nur bei Alphacool fündig (Eiswolf-Serie).

    Zu meinen Setup
    -Fractal Design define r6
    -ASROCK Z370 PRO
    -Intel Core i5 8600K
    -ASUS Turbo GeForce GTX 1080
    -16GB G.Skill Aegis DDR4-3000
    -be quiet! Pure Power 10 CM
    -Samsung 960 EVO 500GB SSD
    -vormals der be quiet! Pure Rock, jetzt selbstverständlich der Eisbaer LT360

    Zum Produkt

    Ersteindruck
    Perfekt verpackt! Das Produkt kommt in einem Karton mit innenliegender Pappform, die alles sicher für den Transport schützt. Keine unnötigen Sticker, kein Krimskrams, nur die zusammengebaute Kühleinheit, drei Lüfter inkl. 1->3 Adapter, eine bebilderte Anleitung und drei Tüten mit Montagematerial (Intel / AMD / Schrauben für Radiator).

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    Design
    Das ist selbstverständlich eine Frage des Geschmacks. Meinen Geschmack trifft der Eisbaer. Ich mag keine Drachen, keine wabernden LEDs, rote Tribals etc. Leider ist eine derart schlichte Desingsprache sehr rar im Gaming-/PC-Bereich. In Kombination mit dem define r6 macht die Kühlung einen wirklich guten Eindruck. Beiden Produkten würde ich eine eher „technische“ Optik zuschreiben, was wunderbar harmoniert und „erwachsen“ aussieht.
    Oft kritisiert werden zum einen die dicken Schläuche, welche durch den Spiraldraht als Knickschutz vielleicht etwas an eine Drainage erinnern, zum anderen die noch wuchtigeren Fittings. Hier existieren selbstverständlich schlankere und elegantere Lösungen, mich stört es keineswegs.

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    Verarbeitung
    Rund 100¤ für einen Radiator dieser Größe, drei beiliegende Lüfter, einen Kühlblock samt Pumpe, Schläuche, Fittings usw. sind meines Erachtens nicht viel Geld. Trotzdem schafft es Alphacool mit dem Qualitätseindruck der Kühllösung zu überzeugen. Alles wirkt sehr massiv, Spaltmaße stimmen durchweg und die Oberflächen sind fehlerfrei.

    Montage
    -Radiator:
    Es liegen kurze und lange Schrauben bei. Je nachdem welches Setup (push / pull) man wünscht, montiert man alles mit dem passenden Material. Wichtig ist hier zu erwähnen, dass man auch mit den kurzen Schrauben den Radiator beschädigen kann, zieht man sie zu fest an. Mit etwas Menschenverstand und gefühlvollem Umgang mit dem Schraubendreher ist dennoch alles schnell verbunden.
    Einen 360mm Radiator in einem Gehäuse zu montieren ist zeitweise nicht die einfachste Übung, geht mit dem define r6 aber relativ gut von der Hand. Zu beachten ist, dass die Anschlüsse für die Schläuche etwa 4cm überstehen; er in Summe entsprechend ca. 400mm lang ist.

    -Kühlblock:
    Ich habe schon etliche Luftkühler montiert. Das war jedoch mein erster Kühlblock, wobei das Montageprinzip sehr ähnlich ist:
    Man nimmt die richtige Backplate, montiert das passende Gegenstück am Kühlblock und schraubt alles mit etwas Wärmeleitpaste zusammen.
    Hier hat sich Alphacool jedoch nicht so viel Mühe gegeben. Sowohl die Backplate, also auch die Aufnahme an dem Kühlblock hat keine "arretierten" Löcher für die Schrauben, sondern Schlitze, wodurch verschiedene Lochabstände des Motherboards mit einem Bauteil abgedeckt werden können.
    Problematisch hierbei ist, dass die (selbstklebende) Backplate mit Muttern ausgestattet ist, die nur von Gummiringen gehalten werden, der Kühlblock mit gefederten Schrauben und gekonterten Muttern.

    Der Montagevorgang verlang also, dass man:

    1. die Backplate festhält, da die Klebestreifen nicht gut haften und das Plastik recht elastisch ist,
    2. die Muttern der Backplate festält, da man sie sonst mit den Schrauben einfach rausdrücken kann,
    3. den Kühlblock festhält,
    4. die gefederten Schrauben auf die richtige Position bringt,
    5. und zu guter letzt die Schrauben runterdrückt - wobei der Federdruck doch recht hoch ist - und versucht anzuziehen.

    Ich würde mich als recht geschickt bezeichnen, hatte aber bei der ersten Montage wirklich Schwierigkeiten. Nebenbei kratzt man mit den Schrauben unvermeidlich auf dem Motherboard rum, wenn man sie in die Backplate einfädeln möchte. Wie sich die Montage bei anderen Sockeln verhält, kann ich nicht sagen.
    Positiv zu erwähnen ist jedoch, dass die Schläuche am Kühlblock durch leicht drehbare Fittings angebracht sind. Somit kann man die Schläuche einfach in Richtung des Radiators drehen, was die Montage extrem vereinfacht, weil kaum Zug auf den Kühlblock besteht.

    Lautstärke
    Beim ersten Start ist mir kurz das Herz in die Hose gerutscht, weil ich dachte, dass die Pumpe nicht läuft, denn sie ist wirklich unhörbar. Vibrationen spürt man nur, wenn man die Schläuche ganz leicht mit den Fingerspitzen berührt. Da ist jeder Gehäuselüfter ein Randalierer im Vergleich.
    Die beiliegenden Lüfter vergleichsweise laut. Man muss fairerweise erwähnen, dass hier der Vergleich mit den be quiet! Pure Wings 3 gezogen wird, die preislich bei knapp 50¤ liegen, würde man drei Stück auf den Radiator montieren. Letztendlich entscheidend ist die gewählte Lüfterkurve. Bei mir laufen die Lüfter erst bei 70°C auf 50% ihrer Drehzahl, was ich als Silent-Konfiguration bezeichnen würde und im Normalbetrieb auch sehr leise ist.

    Kühlleistung
    Auch hier muss zu aller erst erwähnt werden, dass die Kühlleistung extrem davon abhängt, wie die Lüfterdrehzahlen eingestellt sind. Bei meinen Einstellungen liegt die Maximaltemperatur bei 70°C unter künstlicher Belastung durch prime95. Der i5 8600k ist mit seinen 95W TDP kein sonderlich kühler Prozessor. Ein weiterer Faktor ist selbstverständlich die Radiatormontage. Bei mir ist der Radiator topmounted als Auslass vor einem Staubfilter. Somit strömt warme Luft, zusätzlich gebremst durch den Staubfilter, aus dem Gehäuse durch die Kühlrippen, was die Kühlleistung verschlechtert. Würde der Radiator in der Front als Einlass angebracht, ist ein besseres Kühlergebnis sehr wahrscheinlich.
    Lasse ich die Lüfter auf 100% laufen, komme ich auf ein Temperaturmaximum von 55°C. Die Kühllösung birgt somit noch Potenzial für Übertaktung, ist mit den mitgebrachten Lüftern dann allerdings auch vergleichbar mit einer Dunstabzugshaube auf Stufe 1.
    Wenn noch die GPU aus Wärmequelle hinzukommt, sollte man auf andere Lüfter umsteigen oder einen weiteren Radiator mit in den Kreislauf einbinden, um so die Geräuschentwicklung niedrig zu halten.

    Fazit
    Für 100¤ bekommt man eine ernst zu nehmende Kühllösung mit wirklich guter Verarbeitung. 70°C sind mehr als vertretbar für einen Prozessor, wenn einem die geringe Lautstärke des Systems wichtig ist. Die Möglichkeit der Erweiterung durch die Steckverbindungen ist wirklich attraktiv, denn am Ende ist bei mir die Grafikkarte noch(!) deutlich lauter als die CPU. Ich hätte mir das Produkt ohnehin gekauft, und bin sehr froh, im Rahmen dieser Aktion das Geld für den GPU-Block sparen zu können.

    Pro:
    -Gute Kühlleistung
    -Verarbeitung ohne Mängel
    -Preis

    Neutral:
    -das Design muss man mögen

    Contra:
    -beiliegende Lüfter
    -kniffelige Montage des Kühlblocks

    (PS. Entschuldigt die schlechten Bilder, die Handykamera und Kompression über Whatsapp-Web sind schuld [der USB Anschluss ist kaputt...])

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