ANLEITUNG: RAID(0) wiederherstellen! - Mindfactory Forum

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ANLEITUNG: RAID(0) wiederherstellen!

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  • ANLEITUNG: RAID(0) wiederherstellen!

    Hallo zusammen!

    Stellt euch mal folgendes Szenario vor: Man schaltet den Rechner ein, hat ein (oder mehrere) schöne Raid(s) eingerichtet und plötzlich liest man beim durchrattern der Raidbios-Initialisierung hinter einer oder mehreren Member-Disk(s) in knallroter Schrift ein durch Mark & Bein gehendes boot failure. Der erste Gedanke: "Aus die Maus, nix gesichert - hätte ich doch mal.."

    Normalerweise denkt man nun das wars, doch dem ist nicht generell so. Nicht selten ist gerade bei onBoard-Controllern eine aus den Tritt geratene Southbridge die Ursache der Schreckensmeldung und zumindest dann, gibt es durchaus die Möglichkeit auf Softwareebene das verlorenen gedachte Array wieder zu rekonstruieren.

    Hierfür gibt es ein sehr gutes Tool namens TestDisk, daß u.a. aber nicht nur für eine "Array-Rekonstruktion" in bestimmten Fällen ganz nützlich sein kann.

    Vorwort: Um ein gecrashtes Array über TestDisk wieder zu rekonstruieren müssen u.a. folgende Voraussetzungen vorliegen:
    - Die Festplatte(n) des Array dürfen nicht mechanisch defekt sein.
    - Der MBR bzw. Partitionstabelle der Festplatte(n) darf nicht nach Ausfall des Array verändert/gelöscht worden sein.
    - Möglichst keine Schreiboperationen nach Ausfall der betreffenden Festplatte(n) des Array.


    Downloadlink -> TESTDISK (Freeware)

    Anleitung zum Wiederherstellen des Array:

    1.) Das Freewaretool TestDisk mittels zb. Nero als bootfähiges CD-Image brennen.
    2.) Das Array entweder über Raid-Bios bzw. die Intel MatrixStorageConsole in identischer Größe des gecrashten Array neu einrichten und eventuell inkl. vorhandener Volumes (Partitionen). Die Größe muß absolut identisch dem gecrashten Array entsprechen!!
    3.) Rechner neu starten, im Bios die Bootreihenfolge so ändern, daß der Rechner von CD/DVD bootet.

    Rekonstruktion des Array mittels TestDisk:

    1.) Nachdem TestDisk gestartet ist und einige Testroutinen geladen sind fragt das Tool nach der Methode zur Datenrettung. Hier bestätigt man mit >1< für 'Execute Testdisk to recover lost Partitions'.
    2.) Im nächsten Fenster wird man gefragt ob man die Aufzeichnung loggen möchte, einfach '[No Log]' auswählen.
    3.) Das darauf folgende Fenster listet dann die angeschlossenen Festplatten, inkl. dem gecrashten und mittels IMSC bzw. Raidbios neu eingerichteten Array auf. Hier wählt man in der Reihenfolge von oben nach unten am besten die erste Festplatte (Disk) des entsprechenden Array und bestätigt mit >Enter< die Auswahl.
    4.) Der nächste Screen listet dann eine Auswahl verschiedener Partitiontabellen-Typen (Partition Table Type) unterschiedlichster Betriebsysteme auf. Hier wählt man üblicherweise gleich den ersten '[Intel] Intel/PC Partition' und bestätigt mit >Enter<.
    5.) Im nächsten Fenster veranlasst man TestDisk nun mit Wahl der Option '[Analyse]' die Partitiontabelle zu analysieren.
    6.) Daraufhin öffnet sich dann das Fenster "Current Partition Structure" wo nun normalerweise ein Eintrag mit Start/Endsektor und andere festplattentypische Sektoreneinträge stehen sollte.
    Wichtig ist hierbei was ganz am Anfang in der Zeile steht. Ist dort ein "*" für 'Primary Bootable' angegeben, dann kann man das so belassen. Steht dort was anderes wie zb. "D" für 'Deleted', dann muß man das auf jedenfall entsprechend in 'Primary Bootable' ändern.
    Weiter unten wählt man dann 'Quick Search' (vorgegeben) und bestätigt mit >Enter<.
    7.) Den nächsten Screen mit >Enter< bestätigen und im darauf folgenden Screen weiter unten 'Write' auswählen und mit >Enter< bestätigen.
    8.) Nun erfolgt eine Sicherheitsabfrage "Write Partition Table, Confirm? Yes/No" ob man die vorhandene Partitiontabelle mit den geänderten Einstellungen überschreiben möchte. Hier sollte man üblicherweise mit "Yes" bestätigen.
    9.) Danach gelangt man wieder zur Übersichtsseite der Festplattenauswahl, wählt die nächste Festplatte (Disk) des verloren gegangenen Array und wiederholt Punkt 4 bis 8 wie oben beschrieben.

    Normalerweise sollte nun beim nächsten Start des Rechners das Array in alter frische, mit allen darauf befindlichen Daten, unter Windows wieder aufblühen. Wenn nicht, dann wird der Ausfall des Array wohl andere eventuell hardwareseitig bedingte Ursachen haben und da nutzt dann keine Rettungsaktion auf Softwareebene mehr.

    Hoffe, ich kann mit dieser Kurzanleitung zur "Datenrettung" einigen Usern mal behilflich sein.

    Schönen Abend noch, Spieluhr.
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